Neue Beziehungen zu Laien
Zum 1500jährigen Jubiläum des beneditinischen Lebens
AIM Bulletin - Heft 131 (2026)
Inhaltsverzeichnis
Editorial
Bernard Lorent Tayart OSB
Zur AIM
Neubeginn bei AIM
Charbel Pazat de Lys OSB
Zeugnisse
• Jenseits von Mauern und Gelübden – eine neue Vision benediktinischen Lebens
Teresa Jackson OSB
• Beziehungen zwischen Laien und Klostergemeinschaften: die Erfahrung von Koubri
Thérèse-Benoit Kaboré OSB
• Von der Gastlichkeit zur Freundschaft. Benediktinische Klöster und Laien im Heiligen Land
Marie-Madeleine Wagner OSB
• Laien und Klöster. Zugänge der Laienkommunität St. Benedikt
Adam Simon
• Freundschaft zwischen Mönchen und Laien. Die Erfahrung von Manquehue
Jonathan Perry
• Gemeinsam Gott suchen. Oblaten in Taiwan
Theresa Shen
• Die Identität der zisterziensischen Laien
Vereinigung zisterziensischer Laien
Benediktinisches Jubiläum 529–2029
• Beziehungen zwischen Laien und Mönchen im geschichtlichen Überblick
Christian Fénelon Mathieu
• Friede
Benedict Nivakoff OSB
• „Musik, die das Herz umpflügt“. Amalarius von Metz und die „Tränen der Reue“
Claudio Campesato
Reflexion
Zugänge zur Benediktsregel aus der Sicht von Ubuntu
Josias Morobi
In Memoriam
Adelaida Ygrubay OSB (1949–2026)
Zeugen für das Monastische Leben
Armand-Jean le Bouthillier de Rancé (1626-1700)
Richard Purcell OCSO
Nachrichten
• Sant’Anselmo
• 1000 Jahre Kloster Cesena
• Treffen der Klosteroberen Westafrikas
• Monastic Formators’ Program 2026
• Treffen von CMOI
Leitartikel
Die Frage nach dem Verhältnis der Laien oder, allgemeiner gesagt, der Menschen – einschließlich der geweihten Amtsträger – zu den Klöstern stellt sich erneut. Dies ist keine Frage, die ausschließlich die heutige Kirche betrifft. Wie die historische Studie von Christian-Fénelon Mathieu zeigt, musste sich die klösterliche Bewegung seit jeher im Laufe der Jahrhunderte mit dieser Problematik in tausend verschiedenen Formen auseinandersetzen: Oblaten, Mitarbeiter, Donaten, Laienbrüder, Familiaren. Man darf die Rolle, die all diese Menschen bei der Entwicklung des klösterlichen Lebens gespielt haben, nicht unterschätzen. Man darf aber auch nicht naiv sein und glauben, diese Bewegung sei das Nonplusultra des klösterlichen Zeugnisses. Umso weniger kann davon die Rede sein, dass die eigentliche Berufung der Mönche und Nonnen zugunsten getaufter Laien verschwinden könnte, die ihr Charisma weiterführen würden. Man weiß nur zu gut, wie in bestimmten Epochen, insbesondere im westlichen Spätmittelalter, manche Laien einen missbräuchlichen Einfluss auf die Entwicklung der Klöster ausübten, und man weiß auch, wie sehr auf bestimmte Phasen des klösterlichen Verfalls tiefgreifende Erneuerungen folgten. Die Zukunft liegt in Gottes Händen, kein menschlicher Plan kann sie ersetzen.
Heute nimmt das Phänomen jedoch eine besondere Wendung: Es wurzelt in erster Linie in der Theologie des Zweiten Vatikanischen Konzils, dessen Konstitution „Lumen Gentium“ für alle Menschen dieselbe Heiligkeit vorsieht, gerade aufgrund der Taufweihe. Das klösterliche Leben hat bei der Suche nach der Heiligkeit keinen Ausnahmecharakter mehr. Mönche und Nonnen sind nicht die Einzigen, die Anspruch darauf erheben: Man wird nicht mehr sagen, dass ihr Leben Teil eines Zustands der Vollkommenheit ist. Mönche und Nonnen versuchen entsprechend ihrer jeweiligen Berufung, auf eine ihnen angemessene Weise einem Ruf zur Heiligkeit im Rahmen eines Ortes und einer Gemeinschaft zu folgen, mit einer Perspektive des evangelischen Lebens, die der der ersten christlichen Gemeinde gemäß der Apostelgeschichte ähnelt. Und dabei nehmen sie andere Menschen auf, die dieses begeisternde Anliegen mehr oder weniger eng teilen möchten, ohne dabei jedoch Mönch oder Nonne spielen zu wollen.
Dieses Thema fügt sich nahtlos in das Reflexionsprogramm zum Jubiläum des benediktinischen Lebens ein: In diesem ersten Jahr der Vorbereitung sind wir aufgerufen, „aufzuwachen“. Es geht darum, aufmerksam für die Zeichen zu bleiben, die uns heute gegeben werden, und diese Gemeinschaft mit anderen Berufungen in der Kirche, die von derselben Spiritualität getragen wird, ist eines davon.
In dieser Ausgabe finden sich vielfältige Erfahrungsberichte über die Verbindung zwischen Laien und Klöstern auf verschiedenen Kontinenten. Der Generalsekretär der AIM stellt hier einige der aktuellen Veränderungen innerhalb des Verbandes vor. Ebenfalls erwähnt wird die bedeutende Persönlichkeit des Abt de Rancé, dessen 400. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern. Einige Neuigkeiten runden diese Ausgabe ab: Vorstellung des neuen Rektors des Athenaems von Sant’Anselmo und seiner Mitarbeiter für das dortige Institut für Theologie und für das Päpstliche Institut für Liturgie, Berichte über internationale Klostertagungen und das tausendjährige Jubiläum der Abtei von Cesena. Anlässlich des Todes von Schwester Adelaida Ygrubay von der Kongregation der Missionsschwestern von Tutzing auf den Philippinen, die so lange und brüderlich zur Arbeit der AIM beigetragen hat, wird uns das Zeugnis ihres Lebens, das ganz der Nachfolge Christi gewidmet war, sicherlich tief beeindrucken.
Die AIM setzt ihren Weg im Dienst der Gemeinschaften fort, in einer Zeit, in der einige geschlossen werden, während andere sich öffnen oder sich in der Vielfalt erneuern.
Bernard Lorent Tayart OSB
Präsident der AIM
Artikel
Neubeginn bei AIM
1
Zur AIM
Charbel Pazat de Lys OSB
Generalsekretär der AIM
Neubeginn bei AIM
Im Jahr 2025 hat die AIM ihre kirchlichen Statuten erneuert, indem sie ihre Kooperationen ausweitete und die ihr zugrundeliegende Struktur der drei großen Orden, die der Regel des heiligen Benedikt folgen, hervorhob. Im Einklang mit diesen Veränderungen leitet die AIM einen bedeutenden Wendepunkt in ihrer Entwicklung ein, indem sie neue zivilrechtliche Statuten, einen neuen Namen und ein neues Corporate Design einführt, um ihre Identität zu fördern, ihre internationale Dimension zu unterstreichen sowie die Kommunikation zu vereinheitlichen und zu vereinfachen.
Ein Name, eine Sprache, eine Botschaft
Die Abkürzung AIM hatte im Laufe ihrer Geschichte mehrere Bedeutungen. Die bisherige Bezeichnung „Alliance InterMonastères“ stellte mittlerweile ein Hindernis für die internationale Kommunikation dar und war für die aktuelle Entwicklung des Vereins weniger förderlich. Anstatt Präsentationen und Briefköpfe – nicht ohne Schwierigkeiten mit den Buchstaben der Abkürzung – in jede Sprache übersetzen zu müssen, haben wir nun einen einzigen Namen, ein einziges Logo, eine einzige Identität – für alle Sprachen und alle Länder.
Der nun gewählte lateinische Name „Associatio Internationalis Monastica“ wird diesen Anforderungen klar gerecht. Als universelle Sprache der Kirche wird Latein in der gesamten katholischen Welt sofort erkannt. Er unterstreicht die institutionelle Würde der AIM im Einklang mit ihrer Koordinierungsrolle zwischen den großen Ordensfamilien. Das Kürzel AIM bleibt damit unverändert als starkes und international wiedererkennbares Erkennungszeichen: ein geeinter klösterliche Zusammenschluss im Dienst der Mission der Kirche in der Welt.
Eine Entwicklung, die in einem Erbe verwurzelt ist
Nachdem das AIM viele Jahre lang ein Logo verwendet hatte, das mittlerweile die Grenzen seiner Zeit zeigte, beschloss die Vereinigung, eine vollständige Neugestaltung ihres Corporate Designs vorzunehmen. Das Ziel ist klar: das Image der Vereinigung zu modernisieren und gleichzeitig die Kohärenz ihrer Kommunikationsmittel in allen Sprachen zu stärken – im Dienste der drei Orden, die sie vereint. Weit davon entfernt, einen Bruch darzustellen, fügt sich diese Veränderung in eine breitere Bewegung der Rückkehr zum Klassischen ein, die in vielen kulturellen und institutionellen Bereichen zu beobachten ist. Die AIM reagiert darauf mit einer visuellen Identität, die zugleich vertrauenerweckend und universell ist und ihre spirituelle Botschaft vermittelt: die Verbindung von ora und labora auf einen Blick.

Ein geschichtsträchtiges Logo
Im Zentrum dieser neuen Identität steht die Medaille des heiligen Benedikt, neu interpretiert in Form eines institutionellen Siegels, das perfekt zu einer internationalen Koordinationsorganisation passt und auf den ersten Blick die Legitimität und die lange Tradition der AIM vermittelt.
Eine Farbpalette, die Botschaften vermittelt
Die neue Gestaltungsrichtlinie basiert auf drei sorgfältig ausgewählten Farben: Grün, eine liturgische Farbe, Symbol für Großzügigkeit, Hoffnung und Leben; Gold, das in der gesamten Ikonografie präsent ist und die AIM von der Welt der allgemeinen NGOs abhebt; Pergament, das Natürlichkeit und Schlichtheit vermittelt und Wohlwollen ausstrahlt. Die klassische und gut lesbare Schriftart „Cinzel“ rundet das Gesamtbild ab.
Ein Erscheinungsbild im Dienste der Bekanntheit der AIM
Diese Weiterentwicklung entspricht einer strategischen Herausforderung: die AIM weit über die üblichen Kreise hinaus bekannt zu machen, Laien und Partner zu sensibilisieren sowie internationale Spender zu gewinnen und zu binden.
Jenseits von Mauern und Gelübden
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Zeugnisse
Teresa Jackson OSB
Zentrum des benediktinischen Lebens
Kloster St. Gertrude, Cottonwood (USA)
jenseits von Mauern und Gelübden – eine neue Vision benediktinischen Lebens
Was bedeutet es, Benediktiner zu sein? Viele, ja sogar die meisten, stellen sich Benediktiner als römisch-katholische Ordensleute vor, die in einem kirchlich anerkannten Kloster ihre Gelübde abgelegt haben. Und es gibt zahlreiche Männer und Frauen, die diese tiefgreifende Verpflichtung eingegangen sind und auch weiterhin eingehen werden! Doch können die Benediktiner in einer Welt im Umbruch von einem umfassenderen Verständnis des monastischen Charismas Zeugnis ablegen? Können wir Brüder und Schwestern aufnehmen, die dem bewährten Weg des heiligen Benedikt auf neue Weise folgen möchten, außerhalb des Ordenslebens?
Manchmal träume ich davon, wie es für den heiligen Benedikt gewesen sein muss, mehrere Klöster zu gründen. Als Priorin meines eigenen Klosters kann ich mir vorstellen, wie Benedikt harte Arbeit auf sich nahm, mit vielen menschlichen Schwächen konfrontiert war, unendliche Geduld zeigte und noch vieles mehr. Was ich mir nicht vorstellen kann, ist, dass Benedikt eine Reise nach Rom unternahm, um das Dikasterium für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens zu besuchen und dort die Anforderungen des kanonischen Rechts überprüfen zu lassen, bevor er die Gläubigen einlud, Gott in Gemeinschaft zu suchen. Er ging einfach auf diejenigen zu, die sich zum klösterlichen Leben berufen fühlten, und lud sie ein.
Benedikt war weder der Begründer des klösterlichen Lebens noch des geweihten Lebens innerhalb der römisch-katholischen Kirche, wie wir sie kennen. Das Modell des klösterlichen Lebens – diese Männer und Frauen, die danach streben, ihr Leben auf Gott auszurichten – war zu seiner Zeit nichts Neues. Auch heute noch sehnen sich viele nach einem tieferen, intensiveren und verwandelnden Glaubensleben, als es ihnen ihre Pfarrei bietet. Doch die Frage ist vielleicht, ob wir bereit sind, diese spirituell Suchenden wirklich einzuladen, dem Weg des Benedikt zu folgen, oder ob wir das kanonische Ordensleben für viele zu einem Hindernis gemacht haben, anstatt es als eine einfache Art zu betrachten, Benediktiner zu sein.

Ordensleben oder Klosterleben?
Im Kloster St. Gertrud in Cottonwood, Idaho (USA), erweitern wir die Perspektive des benediktinischen Lebens. Unser kanonisches Kloster, das 1882 aus einem Schweizer Benediktinerkloster heraus gegründet wurde, zählt derzeit 23 Schwestern. Wir wissen, dass unser kanonisches Kloster irgendwann einmal zu Ende gehen wird. Aber wir schaffen auch eine neue Struktur, eine benediktinische Gemeinschaft, die auch nach dem Weggang aller Schwestern weiterbestehen wird. Deshalb bezeichnen wir uns als „Zentrum des benediktinischen Lebens“, denn wir möchten diejenigen einbeziehen, die das benediktinische Leben innerhalb einer größeren Gemeinschaft leben möchten.
Das Leben der Schwestern selbst hat sich nicht verändert. Was sich verändert hat, ist unser Verständnis davon, was wir als Zentrum des benediktinischen Lebens im Kloster St. Gertrude sind. Wie der heilige Benedikt sagt, gehen wir alle gemeinsam dem ewigen Leben entgegen. Das bedeutet, dass wir unsere Gemeinschaft so verstehen, dass sie all jene umfasst, die unsere Werte und unseren Wunsch teilen, nach dem Vorbild des heiligen Benedikt zu leben. Hier sind einige Beispiele für Gemeinschaften, aus denen sich das Zentrum für benediktinisches Leben im Kloster St. Gertrud zusammensetzt:
– Unsere Oblaten-Gemeinschaft (es handelt sich tatsächlich um eine Gemeinschaft und nicht um ein „Programm“) vereint mehr als 90 Frauen und Männer, Katholiken und Protestanten, die in der Nähe und im ganzen Land leben und sich verpflichtet haben, mit uns gemeinsam den Weg zu gehen. Im Laufe der letzten zwanzig Jahre hat sich ihr Weg von einem traditionellen Oblatenprogramm, das von einer Ordensschwester geleitet wurde, hin zu einer benediktinischen Gemeinschaft entwickelt. Unsere Oblatengemeinschaft hat sich verpflichtet, die benediktinische Spiritualität im Alltag zu leben. Sie sind weit mehr als nur Freunde dieses Klosters. Die Gemeinschaft wird von einem Rat aus drei Verantwortlichen geleitet, die aus den Reihen ihrer Mitglieder gewählt werden. Sie sind autonom, sorgen selbst für ihre Ausbildung, organisieren ihre Exerzitien, ihre Treffen und ihre Unterstützungsstrukturen.
– Unsere neue Gemeinschaft „Koinonia“ (aus dem Neuen Testament, was „Gemeinschaft“ oder „Bruderschaft“ bedeutet) ist eine Gruppe von Frauen, die im Kloster leben und sich dazu verpflichten, eine neue Form des benediktinischen Lebens zu führen. Sie legen kein Ordensgelübde ab, können sich aber nach einer langen Zeit der Ausbildung und der Entscheidungsfindung von mindestens zwei Jahren dauerhaft in dieser neuen Art von Gemeinschaft engagieren. Die Mitglieder von Koinonia sind unverheiratete Frauen ohne unterhaltsberechtigte Angehörige. Sie leisten einen bescheidenen monatlichen finanziellen Beitrag und nehmen durch Gebet, Arbeit und Gemeinschaftsleben voll und ganz am Klosterleben teil. Außerdem haben sie einen internen Leitfaden erarbeitet und befolgen diesen, in dem ihr gemeinsam vereinbartes Programm, ihre Regeln und ihre Grundsätze dargelegt sind.
– Unsere jüngste Initiative ist die Gründung der „Kleinen Benediktinergemeinschaften“ (PCB). Dieses Programm zielt darauf ab, Leiterinnen auszubilden, die kleine Gruppen von Menschen begleiten, die sich intensiv auf das Leben nach der Regel und der benediktinischen Spiritualität einlassen möchten. Im Gegensatz zu den Oblaten sind die PCB nicht auf eine Verbindung zu einem bestimmten Kloster ausgerichtet. Vielmehr konzentrieren sie sich darauf, die Regel des heiligen Benedikt als Leitfaden für Laien anzupassen und zu interpretieren, die außerhalb traditioneller klösterlicher Strukturen leben. Die PCB erfordern ein hohes Maß an Engagement, Unterstützung und Verantwortung innerhalb der von den Teilnehmerinnen gebildeten Gemeinschaft.
– Wir haben uns außerdem bemüht, unseren Mitarbeitern zu vermitteln, was es bedeutet, in einem benediktinischen Kloster zu arbeiten. Wir organisieren jeden Monat Schulungen zu den benediktinischen Werten, dem Leben und den Praktiken. Seit mehreren Jahren ist einer der Tage der jährlichen Versammlungen der Schwestern-Gemeinschaft einem „Tag der gesamten Gemeinschaft“ gewidmet. Ein Tag, der Berichten, Diskussionen und Aktivitäten gewidmet ist, die bisher den „Schwestern“ vorbehalten waren, steht somit allen offen – Schwestern, Mitarbeitern, Oblaten und Mitgliedern von Koinonia –, damit jeder entdecken kann, was die Schaffung einer neuen Art von benediktinischer Gemeinschaft bedeutet.
– Um eine Struktur zu schaffen, die dieser neuen Realität gerecht wird, haben wir auch an der Entwicklung neuer Leitungsformen gearbeitet. Wir haben einen informellen Verwaltungsrat ins Leben gerufen, der sich aus Mitgliedern außerhalb der Schwesternschaft zusammensetzt und dessen Aufgabe es ist, eine Leitung und Begleitung auf höchster Ebene zu gewährleisten. Wir bemühen uns, Strukturen zu schaffen, die die Kontinuität, die Zukunft und das Erbe der Schwestern des Klosters St. Gertrud sichern, während wir uns zum Zentrum des benediktinischen Lebens entwickeln.
Wer wartet an der Tür?
Mein Traum geht dahin, dass wir erneut prüfen, was es bedeutet, Benediktiner zu sein, und WER dazu berufen ist, dem althergebrachten und doch immer neuen klösterlichen Weg des Benedikt zu folgen. In der Regel hat Benedikt die Kriterien festgelegt, die Neuankömmlinge erfüllen müssen, die ins Kloster eintreten wollen: Aufrichtig Gott suchen, Eifer für das Werk Gottes und für den Gehorsam und Zumutungen ertragen können (vgl. RB 58, 7). Das benediktinische Leben ist nicht für jeden geeignet; Benedikt hat bewusst eine enge Pforte vorgeschlagen. Doch diese Pforte ist auch nicht identisch mit dem römisch-katholischen Ordensleben.
Das benediktinische Leben besteht seit über 1500 Jahren, denn es ist eine tiefgründige und flexible Lebensweise, die über die institutionellen Strukturen jeder Epoche hinausgeht. In einer Zeit, in der eine beträchtliche Anzahl benediktinischer Klöster einen Rückgang der traditionellen Berufungen erlebt, müssen wir das tun, was die Benediktiner schon immer getan haben: auf die sich wandelnden Bedürfnisse unserer Zeit eingehen und gleichzeitig die Regel an die neuen Umstände anpassen. Erinnern wir uns daran, dass das klösterliche Leben über unsere Institutionen, unsere Strukturen und unsere Zeit hinausgeht. Gehen wir hinaus, um denen zu begegnen, die geduldig vor unseren Toren warten, und laden wir sie ein, hereinzukommen.

Beziehungen zwischen Laien und Klostergemeinschaften: die Erfahrung von Koubri
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Zeugnisse
Thérèse-Benoît Kaboré OSB
Kloster Notre-Dame de Koubri (Burkina Faso)
Beziehungen zwischen Laien und Klostergemeinschaften: die Erfahrung von Koubri
Das Klosterleben stellt eine radikale Lebensform dar, deren Ziel die Suche nach Gott allein ist. Um dies auszudrücken, wurde oft der Ausdruck fuga mundi (Flucht aus der Welt) verwendet. Dieser Ausdruck ist zwar nicht falsch, muss jedoch präzisiert werden. Es handelt sich dabei weder um einen Hass auf die Welt noch um eine Ablehnung der Welt. Der Mönch oder die Nonne zieht sich zurück, um sich vorbehaltlos für Gott zur Verfügung zu stellen. Der positivere Ausdruck wäre die fuga ad Deum (die Flucht in Gott; die Flucht zu Gott).
Der Mönch sucht Gott, er versucht, sein Leben nach Gott auszurichten, aber er ist nicht der Einzige, der dieses Ideal verfolgt: „Abt Antonius wurde in der Wüste offenbart: In der Stadt gibt es jemanden, der dir gleicht, von Beruf Arzt, der seinen Überfluss den Bedürftigen gibt und den ganzen Tag über das Trishagion mit den Engeln singt.“ Dieser Mensch, der es wie Antonius tut, lebt nicht in der Wüste. Er hat einen Beruf, den er ausübt. Doch die Ausübung seines Berufs hindert ihn nicht daran, zu beten und danach zu streben, sein Leben nach Gott auszurichten. Man wagt es sogar, ihn mit dem großen Antonius zu vergleichen, der sich in die Wüste zurückgezogen hat, nur Gott allein sucht und ein heiliges Leben führt. Für uns liegt darin eine wichtige Lehre: Das Streben nach Heiligkeit ist nicht einigen wenigen Menschen als einer Elite vorbehalten.
Das Zweite Vatikanische Konzil wird dies betonen: Wir alle sind zur Heiligkeit berufen (vgl. LG 32). „Der Ruf zur Fülle des christlichen Lebens und zur Vollkommenheit der Liebe richtet sich an alle, die an Christus glauben, unabhängig von ihrem Stand oder ihrer Stellung“ (LG 40). Diese Aufforderung finden wir sowohl im Alten als auch im Neuen Testament: „Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist“ (Mt 5,48; vgl. Lev 11,44). Das Streben nach Heiligkeit ist also eine gemeinsame Pflicht aller. In diesem Sinne ist anzumerken, dass es keine abgestufte Heiligkeit entsprechend den verschiedenen Lebensständen und folglich auch keine verschiedenen Klassen der Heiligkeit in der Kirche gibt. Ordensleute sind nicht zu einem heiligeren Leben berufen als Laien, sondern jeder Lebensstand hat die Berufung erhalten, auf besondere Weise nach Heiligkeit zu streben. „Im Übrigen gehören zu denen, die den Gipfel der christlichen Vollkommenheit erreicht haben, wie die Geschichte bezeugt, Menschen jeden Alters und jeder Lebenslage“.[1]
Man spricht von der Kirche als Gemeinschaft. Immer mehr Laien interessieren sich für das Charisma des Ordenslebens. Sie möchten das Charisma eines Ordens leben und gleichzeitig in der Welt bleiben. Das vom Heiligen Geist geweckte Charisma des Gründers ist der Kirche zum Wohl aller gegeben. Sollten wir es als etwas beschränken, das nur uns vorbehalten ist? Die Teilhabe anderer Mitglieder der Kirche an diesem Charisma wurde von der kirchlichen Autorität stets als Quelle eines größeren Wohls für die gesamte Kirche angesehen.
So gibt es im Hinblick auf das benediktinische Klosterleben die Gruppe der Oblaten, die das Charisma des benediktinischen Lebens in die Welt hinaus tragen, in die Gesellschaft, in der sie leben und ihren Beruf ausüben. Die Mitglieder können den Rahmen der Stille und des Gebets im Kloster nutzen. Andererseits tragen sie das Charisma des benediktinischen Klosterlebens über die Grenzen des Klosters hinaus (vgl. VC 55; Von Christus ausgehen 31).
Das Konzil beschreibt die Laien als diejenigen, die berufen sind, die Welt von innen heraus zu verwandeln, indem sie den Sauerteig des Evangeliums in sie einbringen. Die Gruppe der Oblaten kann als jene verstanden werden, die die Welt mit dem Charisma des benediktinischen Klosterlebens durchdringen. Sie sind unsere Brüder und Schwestern in der Welt! Sie gehören zur großen benediktinischen Familie. Wir machen diese schöne Erfahrung in Burkina Faso und in der angrenzenden Region. Das macht uns bewusst, dass wir nicht die Einzigen sind, die Gott im Geiste des heiligen Benedikt suchen. Wir haben Brüder und Schwestern, die in der Welt tätig sind. Es handelt sich um eine gut strukturierte Gruppe, die es in Burkina Faso seit über 40 Jahren gibt. Sie haben ihre Zeiten für Treffen, Fortbildungen, Besinnungstage und Exerzitien. Diese Treffen organisieren sie regelmäßig, meist im Kloster. Sie haben auch Verpflichtungen, die sie ernst nehmen. Zu diesen Verpflichtungen gehört unter anderem das Beten des Stundengebets. Die Klostergemeinschaft ist eine Gemeinschaft des Gebets und des Lobpreises, aber wir haben Brüder und Schwestern, die diese Gebetszeiten trotz ihrer beruflichen Verpflichtungen leben. Sie verpflichten sich zudem, nach der Regel des heiligen Benedikt entsprechend ihrer jeweiligen Lebensumstände zu leben.
Die Ausstrahlung der Oblaten beschränkt sich nicht nur auf die nationale Ebene. Tatsächlich versuchen sie, Verbindungen zwischen Gruppen aus verschiedenen Ländern Afrikas zu knüpfen. So fand im vergangenen November in der Abtei Ascension in Dzogbégan, Togo, der 2. Kongress der benediktinischen Oblaten Afrikas statt.[2] Das Thema dieses Treffens lautete: „Der Oblate angesichts der Herausforderungen der Welt des 21. Jahrhunderts“. Indem sie sich Zeit nehmen, über die aktuellen Herausforderungen der Welt nachzudenken, mit denen sie als Oblaten konfrontiert sind, werden sie sich ihrer Rolle in der Kirche und in der Gesellschaft bewusster. Sie wollen „Mönche und Nonnen in der Welt“ sein und in ihrem Lebensumfeld Stille, Gebet und Frieden verkörpern.
Dies ist eine Chance für unsere Welt, die diese Werte zunehmend verliert. So heißt es beispielsweise in Punkt 7 der während des Kongresses gefassten Beschlüsse: „‚Pax‘ darf nicht nur ein Wort sein, sondern muss eine Haltung sein; daher muss der Oblate ein Mensch des Friedens sein.“ Diese Aussage ist von großem Wert. Tatsächlich wird die Welt und ganz besonders Afrika, das von Kriegen und Gewalt zerrissen ist, keinen Frieden erreichen können ohne Menschen, die sich dafür einsetzen, Frieden zu einer Lebenseinstellung zu machen!
Man könnte meinen, es handele sich um eine Gruppe untätiger alter Frauen und Männer, um Menschen im Ruhestand. Doch die Realität in Burkina Faso und in der Subregion zeigt, dass es sich um aktive Menschen handelt, die in verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens tätig sind, sich aber dazu verpflichten, ihr Leben im Glauben zu gestalten. Es ist beeindruckend zu sehen, dass unter ihnen viele junge Menschen sind. Sie nehmen ihr Leben als Getaufte ernst.
Man könnte denken: „Sie sind doch nur Laien!“, doch es ist interessant und wichtig zu beachten, dass ein Laie kein Mensch ist, der keine Berufung in der Kirche hat. Folgendes sagt uns die dogmatische Konstitution Lumen Gentium über sie:
„[Ihre] eigentliche Berufung […] besteht darin, das Reich Gottes gerade durch die Verwaltung der zeitlichen Dinge zu suchen, die sie nach Gottes Willen ordnen. Sie leben inmitten der Welt, das heißt, sie sind in all die verschiedenen Pflichten und Arbeiten der Welt eingebunden, in den gewöhnlichen Verhältnissen des Familien- und Gesellschaftslebens, aus denen ihr Dasein gewissermaßen gewoben ist. An diesem Ort sind sie von Gott berufen, von innen her an der Heiligung der Welt mitzuwirken, gleich einem Sauerteig, indem sie ihre jeweiligen Aufgaben unter der Führung des evangelischen Geistes ausüben und Christus den anderen vor allem durch das Zeugnis ihres Lebens offenbaren, das von Glauben, Hoffnung und Liebe strahlt. Ihnen obliegt es in besonderer Weise, alle weltlichen Bereiche, mit denen sie eng verbunden sind, zu erleuchten und zu lenken, damit diese stets nach Christus gestaltet werden und gedeihen und zum Lob des Schöpfers und Erlösers dienen“ (LG 31; vgl. AA 2).
Dieser Text des Konzils wird im Abschnitt über die Pflichten und Rechte der Laien im Buch II des Codex des kanonischen Rechts aufgegriffen (vgl. can. 224–231). Wie alle anderen Lebensformen in der Kirche werden auch sie ermutigt, ein heiliges Leben zu führen und ihren Teil zum missionarischen Wirken der Kirche beizutragen.

Es gibt noch einen weiteren Aspekt, der mir wichtig erscheint und der hervorgehoben werden muss. Man könnte meinen, dass die Beziehungen der Mönche und Nonnen zu den Laien – da sie in Afrika leben und zudem kontemplativ sind – rein spiritueller Natur sind. Wenn die Mönche im Kloster ihrer Berufung als Betende treu bleiben, dann ist dies auch der Zusammenarbeit all jener zu verdanken, die im Kloster mitwirken. Nehmen wir zum Beispiel mein Kloster in Burkina Faso: Dort sind mehrere Menschen am Klosterleben beteiligt. Pater Daniel Innocent, Mönch der Abtei Saint-Benoît de Koubri, hat dies in seiner Predigt bei der Messe am 1. Mai 2026, bei der wir all jene feiern wollten, die mit uns zusammenarbeiten, sehr treffend hervorgehoben. Wenn wir Zeit haben, uns den Dingen Gottes zu widmen, zu beten, wenn wir unserer Berufung als Mönche und Nonnen treu bleiben, dann verdanken wir das ihrer Zusammenarbeit. Zu den verschiedenen Gebetszeiten, ob die Arbeit nun beendet ist oder nicht, läutet die Glocke und ruft uns; wir gehen ohne Sorgen hin, denn andere werden die Arbeit fortsetzen. Das ist noch nicht alles! Wenn wir das Nötige haben, um ein menschenwürdiges Leben zu führen, dann verdanken wir das auch der Arbeit derer, die uns helfen.
Man könnte mir entgegenhalten, dass es sich dabei um unsere Angestellten handelt und man sie hier nicht erwähnen sollte. Aber ehrlich gesagt geht diese Erfahrung über das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Angestellten hinaus. Die Menschen, die dem Kloster zur Seite stehen, sind nicht nur diejenigen, die zu uns kommen, um gegen einen Lohn zu arbeiten, der ihnen ihren Lebensunterhalt sichert – und das war’s dann auch schon! Sie sind Teil unseres Alltags und zugleich unsere Brüder und Schwestern. Sie sind nicht nur wegen der Arbeit da, sondern begleiten uns bei allen freudigen wie auch schmerzhaften Ereignissen unseres Lebens. Wir haben gerade die Beerdigung unserer Schwester Odile-Marie erlebt. Die Mitarbeiter des Hauses waren zusammen mit den Nachbarn dabei, um das Grab auszuheben und alles Notwendige für die Beisetzung unserer Schwester zu erledigen. Diese Arbeit wird nicht mit Geld bezahlt, aber sie macht deutlich, dass diejenigen, die für uns arbeiten, nicht unsere Untergebenen sind, keine Menschen, denen wir nichts schulden und die uns auch nichts schulden. Es entsteht eine grundlegende Beziehung, die über die bezahlte Arbeit hinausgeht. Diese Mitarbeiter sind unsere Brüder und Schwestern!
Wie wir sehen können, ist das Kloster kein in sich geschlossener Ort. Es ist nicht das Schiff der Geretteten, zu dem Uneingeweihte keinen Zugang haben. Das Kloster ist natürlich ein abgeschiedener Ort. Doch diejenigen, die sich dort aufhalten, können nicht so leben, als wären sie sich selbst genug und bräuchten daher keine anderen Menschen. Dabei gilt es etwas Grundlegendes zu beachten: Die gegenseitige Abhängigkeit der Menschen ist unausweichlich, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Das gilt für den Einsiedler, der allein lebt, und erst recht für den Mönch, der in Gemeinschaft lebt. „Alle Menschen sind in ein unvermeidliches Netz der Gegenseitigkeit verstrickt, in ein gemeinsames Schicksal hineingezogen“ (Martin Luther King). Papst Franziskus hat immer wieder betont, dass man sich nicht allein retten kann. Wir alle brauchen einander.[3] Papst Leo XIV. knüpft an diese Dynamik an. In Magnifica Humanitas, seiner ersten Enzyklika, die am 15. Mai dieses Jahres erschien, versäumt er es nicht zu bekräftigen:
„Jeder Mensch ist nach dem Bild Gottes geschaffen und Teil eines Beziehungsgeflechts, das ihn mit anderen Menschen, mit den Völkern und mit der Schöpfung verbindet. […] Das Schicksal jedes Einzelnen ist mit dem Schicksal aller verbunden […], unsere Leben sind eng miteinander verflochten.“
[1] Pius XI., Enzyklika Rerum omnium perturbationem, 26. Januar 1923, AAS (1923), 50, 59.
[2] Am Afrikanischen Oblatenkongress nahmen 85 Teilnahmer aus 8 Ländern teil: Südafrika, Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Ghana, Nigeria, Senegal und Togo.
[3] MFranziskus, Enzyklika Fratelli tutti (3. Oktober 2020), 32 und 54.
Von der Gastlichkeit zur Freundschaft - Benediktinische Klöster und Laien im Heiligen Land
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Zeugnisse
Marie-Madeleine Wagner OSB
Kloster Abu Gosh (Israel)
Von der Gastlichkeit zur Freundschaft Benediktinische Klöster und Laien im Heiligen Land
Eine unerwartete Krise
Seit Jahrzehnten leben die Klöster im Heiligen Land im Rhythmus der Pilgerreisen. An heiligen Stätten gelegen – Bethlehem, Tabgha am See Genezareth, der Ölberg, der Berg Zion, Emmaus – haben die Gemeinschaften einen Teil ihrer Identität, ihrer Lebensweise und ihres wirtschaftlichen Gleichgewichts auf der Aufnahme von Pilgern aufgebaut. Immer wieder führten Kriege und lokale Spannungen zu schwierigen Zeiten, denen sie sich stellten und die sie mit der stets lebendigen Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität u ̈berstanden.
Seit 2020 hat sich diese Situation radikal verändert. Die Covid-Krise und das Trauma vom 7. Oktober 2023, gefolgt von einem langen Krieg an mehreren Fronten, haben unsere Gewohnheiten auf den Kopf gestellt. Man kann heute nicht über das Klosterleben im Heiligen Land sprechen, ohne diesen schmerzhaften Kontext zu erwähnen. Diese Krisenjahre haben unsere Berufung zum Gebet und zur Präsenz an den heiligen Stätten nicht in Frage gestellt. Sie haben jedoch unsere Art und Weise verändert, wie wir die Beziehungen zu den Laien gestalten. Sie haben einen Weg zu neuer Solidarität und zu Beziehungen der Gegenseitigkeit eröffnet, die manchmal unerwartet sind, in denen wir die Gegenwart Gottes an unserer Seite erkennen und für die wir Dank sagen.
Diese Beziehungen nehmen sehr unterschiedliche Formen an. Sie bestehen zu einheimischen Christen, aber auch zu Juden und Muslimen: zu Gemeindemitgliedern, Angestellten, Mitarbeitern, Ehrenamtlichen, Pilgern, wenn diese anwesend sind, oder auch zu Auswanderern, die die Gemeinschaften ihrer Muttersprache besuchen. Diese Vielfalt ist ein Reichtum, wirft aber auch eine für das Heilige Land spezifische Schwierigkeit auf: Viele von uns beherrschen weder Arabisch, die Sprache der Mehrheit der einheimischen Christen, noch Hebräisch, die Sprache des Vikariats St. Jakobus, das die hebräischsprachigen Katholiken in der israelischen Gesellschaft vereint.
Laien als Gestalter der Gemeinschaft
Während der Corona-Pandemie, als sich der Lockdown im Land hinzog und die Gemeinden begannen, die wirtschaftlichen Folgen des Ausbleibens von Pilgern zu spüren, erkannten zwei Ehepaare, die unsere Klöster besuchten, unsere Verletzlichkeit. Sie schlugen vor, „etwas zu tun“ – nicht für uns, nicht an unserer Stelle, sondern gemeinsam mit uns. Zunächst brachten sie uns zusammen, um über unsere jeweiligen Situationen, unsere Bedürfnisse, unsere prekären Verhältnisse, aber auch und vor allem über unsere Ressourcen zu sprechen, die wir miteinander teilen konnten. So entstand die Gruppe „Bündelung der Kräfte“.
Diese Laien, die von der Aufnahme, die sie selbst in unseren Gemeinschaften erfahren hatten, tief berührt waren, stellten uns ihre Kompetenzen zur Verfügung: Leitung von Gruppen, Durchführung von Projekten, Planung, Abwägung von Prioritäten, Unterstützung in Zeiten der Entmutigung. Vor allem aber haben sie uns gelehrt, zusammenzuarbeiten. Früher lebten wir nebeneinander und besuchten uns nur gelegentlich. Sie haben uns geholfen, gemeinsam zu denken und zu handeln.
Mehrere Jahre lang leiteten Sylvie und Bernard sowie Charles und Carole diese Gruppe. Sie organisierten zweimal ein großes interklösterliches Treffen mit einem Verkauf unserer Produkte – sowohl für Auswanderer als auch für Einheimische, die neugierig waren, ein Kloster oder eine christliche heilige Stätte zu betreten. Der Verkauf war fast nebensächlich. Das Wertvollste war die verbindende Wirkung dieser Tage: uns zu sehen, uns zu begegnen, Erfahrungen auszutauschen, die Erzeugnisse der anderen Gemeinschaften zu entdecken und gemeinsam ein neues Publikum anzusprechen. Diese Tage fanden ihren spirituellen Mittelpunkt in den gemeinsamen Gebetszeiten, in denen unsere gemeinsame Verwurzelung in Gott und unser Vertrauen in Ihn gestärkt wurden.
Nach und nach weitete sich diese Zusammenarbeit auf ganz konkrete Bereiche aus: Krankenversicherung, Projektfinanzierung, Aufnahme von Freiwilligen, Kosteneinsparungen oder Informationsaustausch. Eine WhatsApp-Gruppe wurde zu einem wertvollen Instrument der täglichen Solidarität. Heute erscheint es ganz selbstverständlich, eine andere Gemeinschaft um Rat zu fragen, einen Dienst anzubieten oder eine Ressource zu teilen.
Im Rückblick verstehen wir, dass diese Gruppe weit mehr war als nur eine Antwort auf eine Wirtschaftskrise. Sie hat uns gelehrt, gemeinsam voranzugehen, bestimmte Gewohnheiten der Isolation zu überwinden und dauerhafte Verbindungen zwischen den Gemeinschaften aufzubauen. Diejenigen, die sie ins Leben gerufen hatten, waren sich bewusst, dass sie nur Katalysatoren waren. Ihr Ausscheiden hat dies bestätigt: Die Dynamik ist nicht zum Stillstand gekommen. Wir haben die Freude erfahren, unsere Ressourcen, unsere Fragen und manchmal auch unsere Schwächen zu teilen. Heute fällt es uns schwer, uns vorzustellen, wieder zum Alten zurückzukehren. Wir erkennen darin ein authentisches Lernen der Synodalität.
Die Laien – Partner bei den Herausforderungen von heute
Die meisten Ordensgemeinschaften im Heiligen Land bestehen heute aus Mitgliedern aus zahlreichen Ländern, die für ihre Visa von der israelischen Verwaltung abhängig sind. Bei einem Treffen mit den Ordensleuten des Landes wies Kardinal Pizzaballa darauf hin, dass das Ordensleben derzeit einen tiefgreifenden Wandel durchläuft. Früher kamen viele Ordensleute ins Heilige Land, um dort ihr ganzes Leben zu verbringen. Sie lernten die Sprachen des Landes, machten sich nach und nach mit den rechtlichen, administrativen und grundbesitzbezogenen Gegebenheiten vertraut und gaben diese Erfahrungen an die nachfolgenden Generationen weiter. Heute bleiben viele Ordensleute nur wenige Jahre, bevor sie in eine andere Gemeinschaft entsandt werden. Sie reisen ab, bevor sie diese Verwurzelung erlangen konnten.
In dem immer komplexer werdenden politischen Kontext werden die Kompetenzen vieler Laien besonders wertvoll. Die Verwaltungsangelegenheiten werden immer schwieriger zu bewältigen. Wir befinden uns in einer Art rechtlichem Niemandsland, in dem es unerlässlich ist, gemeinsam voranzugehen. Daher hat das Lateinische Patriarchat ein Rechtsbüro eingerichtet, das sich aus mehreren Anwälten und Juristen zusammensetzt, um den Gemeinschaften bei Schwierigkeiten mit Visa, Rechnungen, Kommunalabgaben oder Grundbesitz zu helfen und sie zu beraten, aber auch, um mit den Kommunen und der Regierung zu verhandeln. Hier erweist sich die Rolle der Laien für uns alle als entscheidend, und wir danken Gott für diese Initiative und für jene Menschen, die ihre Kompetenzen in den Dienst der Kirche und unserer Gemeinschaften stellen.
Laien als Wegbegleiter
Unsere Gemeinden sind klein und stehen alle vor der Herausforderung, Wallfahrtsorte am Leben zu erhalten. Einige arbeiten schon seit langem mit ehrenamtlichen Helfern oder Freiwilligen zusammen. Die Mönche von Dormition und Tabgha vertrauen ihnen einen wichtigen Teil der Besucherbetreuung an (Laden, Cafeteria); die Trappisten von Latroun zählen bei der Weinlese auf sie.
Andere Gemeinschaften haben ihr Leben nach und nach für diese Zusammenarbeit mit Laien geöffnet, die schnell zu wertvollen Wegbegleitern geworden sind: Oblaten, ehrenamtliche Helfer oder Freiwillige, wobei letztere von einer bestimmten Organisation wie dem „OEuvre d’Orient“, der „Hilfe für die bedrängte Kirche“ oder der „Katholischen Delegation für Zusammenarbeit“ (DCC) entsandt und betreut werden. Über die geleistete Hilfe hinaus hat sich eine echte Gegenseitigkeit entwickelt.

Es geht nicht mehr nur darum, punktuelle Hilfe zu leisten, sondern gemeinsam für eine gewisse Zeit die Mission eines Ortes zu tragen. Die Benediktinerinnen vom Ölberg konnten ihren Garten umgestalten, um ihn für Pilgergruppen zu öffnen – dank eines jungen Landschaftsarchitekten, der zwei Jahre seines Lebens diesem Projekt gewidmet hat. Seit mehreren Jahren nehmen sie zudem zwei benediktinische Oblatinnen aus den Philippinen auf, die am Gebet, an den Pausen und an einigen Mahlzeiten teilnehmen, dabei jedoch das Leben der Gemeinschaft respektieren und über eigene Wohnräume verfügen.
Bei den Brüdern und Schwestern von Abu Gosh hat ein junger Ingenieur die Bewässerungsanlage des Gartens erneuert. Zwei junge Freiwillige haben die Computerisierung des Verkaufs im Laden umgesetzt. Eine Oblatin kam uns zu Hilfe, um uns während der Abwesenheit einer Schwester zu unterstützen und gemeinsam mit uns den Alltag zu bewältigen.
Die Aufnahme von Ehepaaren, die uns bei unseren täglichen Aufgaben unterstützen, erweist sich als besonders fruchtbar: Wir erleben eine echte gegenseitige Anerkennung dieser beiden Lebensformen – des klösterlichen Lebens und der Ehe. Wir entdecken, wie sehr sich diese beiden Berufungen tiefgreifend überschneiden: in der Treue zu Gott und zum anderen, im konkreten Teilen des Alltags, in einer Gemeinschaft der Liebe, die es ermöglicht, gemeinsam Prüfungen zu bestehen. Der Austausch mit diesen Paaren belebt unser eigenes brüderliches Leben und bereichert, so scheint es uns, auch ihr Familienleben.
Laien für einen längeren Zeitraum aufzunehmen, gibt uns auch die Gelegenheit, ihnen das Heilige Land näherzubringen. Ihr frischer Blick, ihr Staunen über die Orte der Bibel und ihre Empfänglichkeit für die Gnade dieser Orte wecken manchmal auch unseren eigenen Blick neu. Sie erinnern uns daran, dass das, was uns vertraut geworden ist, ein immer wieder neues Geschenk bleibt.
Laien als Brücken zwischen den Welten
Jedes Kloster ist tief in einem bestimmten menschlichen Umfeld verwurzelt. Je nach ihrem Standort leben die Gemeinschaften im Kontakt mit sehr unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen: der palästinensischen und arabischen Gesellschaft in Bethlehem oder auf dem Ölberg, der israelischen Gesellschaft in Abu Gosh oder in Latroun mit der Vielfalt ihrer Bevölkerung: Juden, Muslime, russische Einwanderer, ausländische Arbeitskräfte… Die mit Laien geknüpften Beziehungen helfen uns, diese Welten besser kennenzulernen und uns angemessen in ihnen zu bewegen.
Im aktuellen Kontext, in dem die Übergriffe auf Christen zugenommen haben, engagieren sich mehrere israelische Freunde, um diese Vorfälle zu erfassen, die Opfer zu begleiten und sie bei ihren rechtlichen Schritten zu unterstützen. Ihr Engagement ist für uns ein wertvolles Zeichen der Solidarität.
Bei der Olivenernte auf dem Ölberg mobilisiert eine israelische Freundin nun ihr Netzwerk von Freiwilligen, um die Früchte der 130 Bäume der Benediktinerinnen einzubringen. So wird dieser ganz besondere Moment des Jahres zu einem Ort der Begegnung zwischen der israelischen Gesellschaft und der Klostergemeinschaft.
Palästinenser, denen die Ausbildung junger Christen am Herzen liegt, haben die Benediktinerinnen vom Ölberg gebeten, eine Schule für Ikonenherstellung zu organisieren. Dieses Projekt zeugt vom Vertrauen, das die Christen vor Ort ihnen entgegenbringen.
In Bethlehem kommen nacheinander Gruppen arabischer Jugendlicher ins Emmanuel-Kloster, um Exerzitien zu erleben. Die Schwestern feiern mit jeder Gruppe gemeinsam die Anbetung, ein Taizé-Gebet und die Messe sowie ein gemeinsames Essen. Eine starke Bindung verbindet sie mit den Gemeindemitgliedern ihrer melkitischen Kirche: Sie kennen jeden mit Vornamen und nehmen an Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen teil. Einige Messen der Pfarrei finden im Kloster statt, an denen zahlreiche Kinder teilnehmen. Frauen kommen, um die Reinigung der Kirche zu organisieren, sehr zur Freude aller.
Die Brüder und Schwestern von Abu Gosh wenden sich aufgrund ihrer Berufung hauptsächlich der jüdischen Welt zu. Mehrere Schwestern gehören einer Studiengruppe an, in der sich einmal im Monat etwa zwanzig Juden und Christen versammeln, um Texte beider religiöser Traditionen zu erörtern. Gemeinsame Engagements führen dazu, dass wir am Friedensmarsch in Jerusalem und an der interreligiösen Olivenernte teilnehmen, die vom Interreligiösen Rabbinerforum für Menschenrechte organisiert wird.

Es haben sich auch freundschaftliche Beziehungen zu einer jüdischen Nachbarin entwickelt, die im Kloster Konzerte und Verkaufsveranstaltungen organisiert hat, um die Gemeinschaften in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit zu unterstützen. Gute Beziehungen bestehen auch zu den muslimischen Bewohnern des Dorfes Abu Gosh.
All diese Beziehungen erinnern uns daran, dass unsere Berufung uns nicht von der Welt um uns herum trennt. Sie lädt uns vielmehr dazu ein, auf andere Weise in ihr präsent zu sein, in einer Offenheit für den Heiligen Geist, der weit über die sichtbaren Grenzen unserer Gemeinschaften hinaus wirkt.
Und die Klausur?
Im Heiligen Land nimmt die Frage der Klausur eine besondere Bedeutung an. Viele von uns sind Fremde, beherrschen die Sprachen des Landes nur unvollkommen und leben in einem komplexen kulturellen Kontext. Es besteht also die Gefahr, am Rande der uns umgebenden Gesellschaft zu bleiben und das Heilige Land eher aus der Perspektive der Pilger zu kennen als aus der seiner Bewohner.
In diesem Zusammenhang bietet uns die benediktinische Tradition eine besonders inspirierende Vorbildfigur. Die heilige Franziska von Rom, die Patronin der Schwestern von Abu Gosh, war zugleich Ehefrau, Mutter und später Gründerin einer Gemeinschaft. Ohne auf ein tiefes kontemplatives Leben zu verzichten, blieb sie aufmerksam für das Leid der Stadt Rom und verband Gebet mit dem Dienst an den Ärmsten. Ihr Beispiel erinnert uns daran, dass Klausur nicht gleichbedeutend ist mit Rückzug, sondern eine besondere Art darstellt, vor Gott in der Welt zu leben.
Bei ihrem Besuch im Heiligen Land hat Schwester Simona Brambilla, Präfektin des Dikasteriums für die Institute des geweihten Lebens, uns ein Bild vermittelt, das uns tief beeindruckt hat. Die Klausur, so sagte sie, sei keine Grenze zwischen den Gemeinschaften, zwischen den Religionen oder zwischen „uns“ und „den anderen“. Sie ist vielmehr eine Abgrenzung gegenüber allem, was nicht Liebe ist: gegenüber dem Krieg, der bis in unsere Worte vordringen kann, gegenüber Verachtung, gegenüber der Herabwürdigung des anderen, gegenüber den Verlockungen des Bösen.
Fazit
Die auf diesen Seiten geschilderten Erfahrungen ändern nichts an unserer Berufung. Sie führen uns lediglich dazu, sie im besonderen Kontext des Heiligen Landes anders zu leben. Im Laufe der Jahre haben wir uns von einer hauptsächlich auf Pilger ausgerichteten Gastfreundschaft hin zu dauerhaften und wechselseitigen Beziehungen mit Laien entwickelt, die – jeder gemäß seiner Berufung – am Leben und an der Sendung unserer Gemeinschaften teilhaben. Darin erkennen wir einen Ruf des Heiligen Geistes für unsere Zeit. Möge diese Erfahrung uns ermutigen, die Wege der Gemeinschaft zu erkennen, die Gott um uns herum eröffnet!
Laien und Klöster
Zugänge der Laienkommunität St. Benedikt
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Zeugnisse
Adam Simon
Leiter der Laienkommunität St. Benedikt
Laien und Klöster
Zugänge der Laienkommunität St. Benedikt

Die Laienkommunität des heiligen Benedikt (Lay Community of St. Benedict – LCSB) wurde 1971 von den Mönchen der Abtei von Worth im Vereinigten Königreich als ein gemeinsames Lebens- und Gebetsprojekt von Mönchen und Laien gegründet. Im Jahr 2003 wurde die LCSB zu einem unabhängigen Verein mit einem gewählten Vorsitzenden, einem Rat, einem Vorstand sowie einer eigenen Satzung und Rechtspersönlichkeit. Wir sind 230 benediktinische Laienmitglieder, die überwiegend im Vereinigten Königreich ansässig sind. Wir beten viermal täglich gemeinsam online das Stundengebet, treffen uns zweimal im Jahr in der Gemeinschaft und das ganze Jahr über in regionalen Gruppen. Unsere Hauptaufgabe ist die Ausbildung junger Menschen und die Förderung des benediktinischen Lebens durch unsere Online-Präsenz (www.lcsb.uk) sowie insbesondere durch die Organisation von landesweiten Gebeten, Vorträgen und Veranstaltungen während der Benediktswoche (die Woche um das Fest am 11. Juli) – siehe: https://www.lcsb.uk/st-benedict-week.
1. Die Laienberufung
Im Jahr 2021, anlässlich der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Gründung der LCSB, hielten mehrere renommierte Redner Vorträge vor uns. So begann der ehemalige Erzbischof Dr. Rowan Williams seine Rede:
„Es ist schon seltsam, dass es eine Organisation namens ‚Laiengemeinschaft des heiligen Benedikt‘ gibt. Denn Benedikt hat natürlich nie etwas anderes als eine Laiengemeinschaft ins Auge gefasst.“
Er hatte offensichtlich damit gerechnet, dass Priester in der Gemeinschaft vertreten sein würden. Die frühe klösterliche Bewegung ist jedoch in erster Linie eine Laienbewegung, und die ersten Mönche zögerten, sich konkret in die Leitung der Kirche einzubringen … Dies lag zum Teil an dem Bewusstsein, dass es sich im Wesentlichen um eine Gemeinschaft von Menschen handelte, die keinen anderen Titel und keine andere Würde hatten als die, zum Leib Christi zu gehören.
Sind wir an einem Punkt in der Kirchengeschichte angelangt, an dem wir uns wieder über etwas Größeres freuen können als darüber, getauft und Mitglieder der Kirche Gottes zu sein? Es ist die Würde der Laien. Wie es in der Enzyklika „Christifideles laici“ heißt:
Die Laiengläubigen werden nicht als bloße Arbeiter betrachtet, die im Weinberg arbeiten, sondern als integraler Bestandteil des Weinbergs. Jesus sagt: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.“ ( Joh 15,5)
2. Die Liebe zum benediktinischen Weg … und eine Überraschung
Es ist nicht überraschend, dass eines der gemeinsamen Themen der Mitglieder der LCSB unsere Verbundenheit mit dem Weg des heiligen Benedikt ist. Diese Verbundenheit entstand durch unsere Besuche in der Abtei von Worth, als wir die Abteikirche entdeckten, die dort herrschende heilige Atmosphäre spürten, die alte jüdisch-christliche Tradition des Gesangs und des Psalmengesangs kennenlernten und die Mönche sowie ihre Lebensweise kennenlernten. Wir waren begeistert.

Die Überraschung findet sich auf dem Foto rechts: Dort sieht man die Mitglieder der LCSB, die sich zum Online-Gebet versammelt haben, das wir seit März 2020, dem Beginn der Covid-19-Pandemie, viermal täglich praktizieren. Links sehen Sie die Aufteilung der Vorleser und Sänger. In der Mitte ein Ausschnitt aus dem Offizium (in diesem Fall die Lesung). Rechts die Mitglieder, die am Gebet teilnehmen. Wir lassen unsere Kameras eingeschaltet, um die Gegenwart der anderen zu spüren, wie in einem Chor. So können wir die Freude oder die Traurigkeit jedes Einzelnen sehen. Jeden Tag haben wir eine Zeit des Fürbittgebets, in der wir unsere Freuden und Sorgen miteinander teilen. In reinster benediktinischer Tradition leben wir das Gebet als eine Verpflichtung füreinander.
Noch überraschender ist, dass wir in den letzten sechs Jahren, seit Beginn der Pandemie, zahlreiche neue Mitglieder aufgenommen haben, von denen die meisten die Gemeinschaft nicht in einem schönen Kirchengebäude, sondern bei unseren Online-Gebeten entdeckt haben. Und sie sind ihr treu geblieben.
Ich denke, wir können daraus schließen, dass der Weg des heiligen Benedikt an sich schön ist, ganz gleich, welche Form er annimmt – es sind die Werte des Gebets, der Gemeinschaft, der Beständigkeit, des Zuhörens, des gemeinsamen Lebens und die Führung durch die Regel, die uns anziehen und vereinen.
3. Die Berufung der Laienbenediktiner
Unsere Berufung besteht darin, in der Welt zu sein und dabei von der Liebe und Inspiration unseres Gemeinschaftslebens genährt zu werden. Kürzlich erinnerte uns ein Mitglied daran, dass wir, wenn wir tanken, nicht den Rest des Tages damit verbringen, auf dem Parkplatz der Tankstelle im Kreis zu fahren. Wir machen uns auf den Weg.
Letzten Sommer sagte uns Pater Mark Barrett von der Abtei Worth bei unserem Gemeinschaftstreffen in seiner Predigt:
„Die Verpflichtung, die benediktinischen Werte zu leben – sei es in der Familie, am Arbeitsplatz oder in der Pfarrei – ist keineswegs unbedeutend. Die benediktinischen Laien tragen den Geist der Regel dorthin, wo die Mönche dies nicht können.“
Unsere Mitglieder kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen: aus der Wirtschaft, aus freien Berufen, aus dem Bildungswesen, aus der Politik, aus dem Gesundheitswesen und aus vielen anderen Bereichen. Jedes Jahr stellen wir den Menschen in den Mittelpunkt und hören zu, wie unsere Mitglieder ihr benediktinisches Laienleben gestalten – eine Initiative, die wir „Sich um die Menschheit kümmern“ nennen. Wir haben Berichte von Menschen gehört, die (jugendliche Straftäter) im Gefängnis besuchen, Menschen am Lebensende begleiten, in karitativen Einrichtungen oder im sozialen Bereich arbeiten. Letztes Jahr erhielten wir einen sehr bewegenden Bericht von einem Mitglied, das gerade drei Monate im Westjordanland in Palästina als Beobachter für die Organisation EAPPI verbracht hatte.
Nach dem Vorbild der wahren Benediktiner glauben wir an das Gleichgewicht zwischen Arbeit, Gebet und Studium. Als Kinder des 21. Jahrhunderts stehen wir der Idee, den Mitgliedern ihr Verhalten vorzuschreiben, mit einer gesunden Zurückhaltung gegenüber. Wir glauben, dass jeder im Glauben selbst erkennen muss, wie er das Leben in der Welt und das Gebetsleben in Einklang bringen kann. Unser Versprechen, das wir jeden Sommer erneuern, fasst diese Überzeugung wunderbar zusammen, indem es betont, dass wir diese Verpflichtung „im Rahmen unserer Möglichkeiten“ eingehen. Alles, was wir tun, ist ein uneigennütziges Geschenk. Als Beweis für das Engagement unserer Mitglieder haben sich mehr als 90 von 230 Mitgliedern in spezifischen Dienstaufgaben innerhalb der Gemeinschaft engagiert, die oft erheblichen Zeit- und Arbeitsaufwand erfordern.
4. Laienführung
Eines der einzigartigen Merkmale, das uns von anderen Oblaten unterscheidet, ist, dass wir als unabhängiger Laienverband die Organisation selbst verwalten. Wir stützen uns auf einen gewählten Vorsitzenden (dessen Amtszeit maximal sechs Jahre beträgt), einen repräsentativen Rat, Verwaltungsratsmitglieder und eine Konsultation der gesamten Gemeinschaft durch formelle und informelle Prozesse. Unser Modell ist authentisch benediktinisch. Ich habe kürzlich einen Abt eines amerikanischen Klosters befragt, ob es Anzeichen für eine Einbindung von Laien in Oblatengruppen in den Vereinigten Staaten gebe. Er teilte mir mit, dass die Benediktinerinnen hier eine Vorreiterrolle einnehmen und dass auch viele Männerklöster die Verantwortung für die Leitung und Entwicklung der Oblatenvereine Laien anvertrauen. Ich finde das sehr positiv.
Da wir Benediktiner zu Recht behaupten können, dass unser Heiliger Vater die Synodalität vor 1500 Jahren in der Regel erfunden hat, können wir zweifellos zeigen, dass die Zusammenarbeit zwischen Laien und Klerikern sehr gut funktionieren kann.
Im Rahmen der Arbeit, die die LCSB jedes Jahr während der Benediktinerwoche leistet, fördern wir auch die Zusammenarbeit zwischen den Klöstern und den Oblaten im Vereinigten Königreich. Im vergangenen Juli veranstalteten wir einen Studientag, an dem 17 Gemeinschaften teilnahmen. Mönche, Nonnen und Laien berichteten über das Thema des benediktinischen Jubiläums 2026: „Mit einer Lebensregel erwachen“. Unsere Gruppe setzte sich aus Katholiken, Anglikanern, Benediktinern und Zisterziensern, Laien und Ordensleuten, Männern und Frauen zusammen.
Der neue Abt und Vorsitzende der englischen Benediktinerkongregation, Abt Robert Igo, war anwesend und schloss den Tag mit folgenden Worten ab:
„Was ich heute gesehen habe, hat mein Herz wahrhaftig mit einem immensen Gefühl der Ermutigung erfüllt. Aber es bleibt noch viel zu tun. Wir haben eine Nation, die evangelisiert werden muss. Wir haben eine Gesellschaft, die einer Verwandlung bedarf. Und wir brauchen eine Kirche, die erweckt und belebt ist. Und wir Benediktiner, ob wir nun in Klöstern oder im Laienleben leben, sind gut aufgestellt, um zu evangelisieren, zu verwandeln und zu beleben. Die Arbeit liegt vor uns. Lasst uns an die Arbeit gehen!“
Was für ein ermutigender Abschluss dieser Überlegungen zu Laien und Klöstern! Während wir uns auf das Jubiläum 2029 vorbereiten, nutzen wir diese Gelegenheit, um in der Kraft des Herrn durch unsere jeweiligen Laien- und Klosterberufungen zu leben und uns intensiv auszutauschen, damit unser Zeugnis in einer Welt, die nach Sinn sucht, stärker und bedeutungsvoller wird.

Freundschaft zwischen Mönchen und Laien die Erfahrung von Manquehue
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TZeugnisse
Jonathan Perry
Leiter der Bewegung Manquehue (Chile)
Freundschaft zwischen Mönchen und Laien
Die Erfahrung von Manquehue
„Was kann ein Mönch, eine Klostergemeinschaft denen bieten, die in unserer hektischen Welt leben, beten und arbeiten?“, fragte sich Pater Enrique Contreras oft[1]. Vielleicht könnten wir Laien uns dieselbe Frage stellen: Was kann ein Laie, der mitten in einer unruhigen Welt lebt, einer klösterlichen Gemeinschaft geben, die sich entschieden hat, sich aus ihr zurückzuziehen? Obwohl klösterliche Gemeinschaften die Entscheidung getroffen haben, sich aus der Welt zurückzuziehen, bereichern nur wenige Menschengruppen die Gesellschaft so sehr wie die Klöster. Allerdings schöpfen die Klöster ihre Kraft auch aus dem Leben und der Beziehung zu den Laien, denn sie sind es, die als Erste an ihre Türen klopfen, um Mönche oder Nonnen zu werden. Oft sind es gerade die Laien, die durch ihre vielfältigen Tätigkeiten und Berufe mit den Klostergemeinschaften zusammenarbeiten und die, indem sie Zeit in deren Gästehäusern verbringen, der Welt eine Erfahrung der Stille und des Gebets schenken, die weit über die Klostermauern hinausstrahlt.
Diese Beziehung des Austauschs hat ihren Ursprung in der gemeinsamen Berufung von Laien und Ordensleuten, wie Bruder Luis Maturana betont:
„Zunächst einmal durch die eigentliche Definition des Wortes ‚Ordensbruder‘, der sich seinem Wesen nach schon immer den Laien näher und wohler gefühlt hat als innerhalb der hierarchischen Struktur der Kirche. Mönche sind ganz einfach Christen, die dazu berufen sind, ihre Taufe tiefer zu leben und aufmerksamer für die Leiden und Kämpfe jedes sündigen Menschen zu sein, der zur Barmherzigkeit und zum Leben in der Gnade berufen ist.“[2]
Die Apostolische Bewegung von Manquehue[3] wurde, wie sich Abt Benito Rodríguez[4] erinnert, „unter der Schirmherrschaft des Klosters“[5] gegründet, wo ihr Gründer, José Manuel Eguiguren, der dort von Pater Gabriel Guarda OSB betreut wurde, „diese Grundlagen entdeckte, die später zu denen der MAM werden sollten: lectio divina und geistliche Begleitung“. Deshalb war es für uns von entscheidender Bedeutung, unsere Gemeinschaft in enger Zusammenarbeit mit den Klöstern, die der Regel des heiligen Benedikt folgen, weiterzuentwickeln. Die Nähe zu diesen Klöstern – nicht nur geografisch, sondern vor allem auch freundschaftlich – war eine Gnade Gottes, die es uns ermöglichte, unser benediktinisches Charisma zu vertiefen und zu erneuern. Wie uns der selige Kardinal Eduardo Francisco Pironio in einem aufbauenden Brief an die Bewegung im Oktober 1993 mitteilte: „Ich halte es für sehr angebracht und bereichernd, dass ihr diese Beziehung des tiefen geistlichen Austauschs mit den Benediktinerklöstern fortsetzt.“
Einige Früchte der klösterlichen Gastfreundschaft
In Kapitel 53 seiner Regel spricht der heilige Benedikt über die Aufnahme von Gästen und darüber, wie sich die Gemeinschaft ihnen gegenüber verhalten soll: „Sie sollen Christus in denen ehren, die sie aufnehmen“ (RB 53,7). Die Klöster brauchen die Gäste ebenso sehr wie die Gäste die Klöster, denn in dieser Gastfreundschaft bringt die Gemeinschaft einen der wichtigsten Aspekte ihrer Sendung zum Ausdruck.
„Aus eigener Erfahrung glaube ich sagen zu können, dass Klöster auch dank ihrer Beziehung zu den Laien aufblühen; diese Beziehung wird zu einer Quelle des gemeinsamen Lebens, in der Mönche und Laien einander aufnehmen und aufgenommen werden und durch diese Gemeinschaft unsere gemeinsame Taufweihe vertiefen. Gemeinsam bewohnen wir einen Kontinent mit verschwommenen Grenzen, die in einer einzigen Suche verschmelzen: diesem Ruf zur Heiligkeit, der, verkörpert in der Berufung jedes Einzelnen, uns zu Weggefährten, zu gegenseitiger Stütze, zu wahren Brüdern und Schwestern macht. Ich spüre die Kraft, eine gemeinsame Berufung zu teilen, die sich auf vielfältige Weise verwirklicht, sich aber in eben dieser Suche ergänzt. Und was mich aus meiner Sicht als Ordensfrau am meisten beeindruckt, ist zu sehen, wie sich der benediktinische Geist in ihnen erneuert und damit die absolute Relevanz der Regel des heiligen Benedikt als Lebensweise und als Weg der Gottsuche unter Beweis stellt – mit einer Weisheit, die zugleich ewig und neu ist und im Herzen der Laien tiefen Widerhall findet.“[6]
Als José Manuel Eguiguren sich dem Kloster der Heiligen Dreifaltigkeit in Las Condes innerlich annäherte, entdeckte er, dass der auferstandene Christus durch die Heilige Schrift in einer Atmosphäre tiefer Gastfreundschaft sprach – nicht nur für ihn, sondern für alle, die ins Kloster kamen. Dies war ein Zeugnis für den Geist der Gastfreundschaft, der Liebe und des Auftrags der Kirche.
Auch wenn diese Erfahrung für José Manuel zunächst eine persönliche Entdeckung war, verbreitete sie sich schnell innerhalb der Gründungsgruppe und im Laufe der Zeit in der gesamten Bewegung. Für die Oblaten von Manquehue[7] sind und waren die Klöster stets wahre geistliche Oasen, Schulen, die uns den Wert der Stille gelehrt haben, um Christus im Gebet zu begegnen. In ihnen haben wir gelernt, den Mönchen und Nonnen als unseren „Ältesten“ nachzueifern, und sie haben uns geholfen, den Sinn von Demut, Gehorsam, Beständigkeit und der Umkehr unseres Lebens zu verstehen, zu der uns der heilige Benedikt einlädt.
„Das Kloster der Heiligen Dreifaltigkeit in Las Condes, seine Mönche und Äbte waren mein erster Kontakt mit der klösterlichen Welt. Der Empfang, den wir bei unseren Ausflügen mit den Jugendgruppen der Bewegung erfahren haben, das Zuhören bei ihren Zeugnissen und das gemeinsame Beten des Stundengebets waren eine große Quelle der Inspiration und haben uns in unserer eigenen Suche nach Gott bestärkt. Jede Exerzitienwoche, jeder Besuch, die Entdeckung ihrer Gästehäuser, Kapellen, Gärten und des Friedhofs, der Austausch in Gesprächen, Gebeten, Fragen, Hoffnungen und Sorgen waren ein Geschenk, das meinen Eifer gestärkt hat, das Evangelium als benediktinischer Laie zu leben.“[8]
„Meine klösterliche Erfahrung begann mit Exerzitien im Kloster Las Condes während meiner letzten Schuljahre, bei denen wir in den Alltag des Gemeinschaftslebens eintauchten. Diese Erfahrungen haben mir eine andere Perspektive auf das Leben eröffnet, eine transzendente Sichtweise, eine spirituelle Perspektive. Das andächtig gesungene Stundengebet und die Stille waren entscheidend für meine Suche nach Gott. Die Menschlichkeit der Mönche zu entdecken, hilft mir, meinen Glauben und mein Leben in Einklang zu bringen und zu verstehen, dass wir auf der Suche nach Gott nicht aufhören, Menschen zu sein. Und jeden Mönch mit seiner Persönlichkeit kennenzulernen und seine Schwächen oder Grenzen zu entdecken, gibt mir das Gefühl, begleitet zu sein. Die Mönche haben mir geholfen, das Gemeinschaftsleben zu schätzen, um meine Taufe voll und ganz zu leben.“[9]
„Die Klöster haben mir die Gabe der Stille vermittelt und mich zu einer immer tieferen Wertschätzung und Liebe für das Stundengebet geführt. Das Gefühl, in jedes beliebige Benediktinerkloster gehen zu können und mich dank des Rhythmus der Liturgie dort zu Hause zu fühlen, ist bereits ein unermessliches Geschenk.“[10]
Die Beziehung der Bewegung zu den klösterlichen Gemeinschaften, denen wir in verschiedenen Kontexten und bei verschiedenen Zusammenkünften wie Exerzitien, Fortbildungskursen, EMLA, SURCO und BenetLAC u. a. begegnen durften, war nicht institutioneller, sondern persönlicher Natur. An jedem dieser Orte konnten wir uns im Geiste der Demut und des gegenseitigen Zuhörens austauschen und kennenlernen, wobei wir die einzigartigen Merkmale jeder Gemeinschaft und unsere gemeinsame Berufung, nach der Regel zu leben, entdeckten und wertschätzten.
„Meine erste Erinnerung an EMLA (Treffen der lateinamerikanischen Klöster) ist eine Überraschung: Wir waren nicht nur eingeladen worden, als Zuhörer teilzunehmen, sondern José Manuel wurde gebeten, das Wort zu ergreifen. Wie ungewöhnlich war es für einen Laien, dort das Wort zu ergreifen? Das wusste ich nicht. Doch zwei Dinge sind mir in Erinnerung geblieben und sind mir sehr wertvoll. Erstens der herzliche Empfang und das Interesse daran, zu erfahren, wer wir waren, sowie die Bereitschaft, mit uns zu sprechen. Es war unser erster Auftritt in dieser großen lateinamerikanischen Klostergemeinschaft. Das zeugt von einer Offenheit gegenüber Laien, die nicht erzwungen, sondern vielmehr natürlich war und ihrer gemeinschaftlichen Erfahrung innewohnte. Mit anderen Worten: Was ich in Las Condes wahrgenommen hatte, schien in den Klöstern Lateinamerikas allgemein verbreitet zu sein. Dann stellte ich fest, dass es innerhalb dieser großen Gemeinschaft eine immense Vielfalt an Auslegungen der Regel des heiligen Benedikt gab. Alle waren Mönche oder Nonnen, aber es gab keinerlei Einheitlichkeit. Alle folgten der benediktinischen Regel, doch jeder entsprechend seiner eigenen Identität. Es war wie ein Abbild des Leibes der Kirche, allerdings innerhalb der lateinamerikanischen benediktinischen Tradition.“[11]

Die lectio divina: eine kostbare Perle
Das Wort Gottes durch die lectio divina weiterzugeben, ist eines der größten Geschenke, von denen wir Zeugnis ablegen können, und verkörpert die Kraft Gottes im Herzen der Welt. Das ist die Erfahrung vieler Gemeinschaften, die anerkennen, dass ihre Beziehung zu den Laien „im Grunde genommen in einer persönlichen Begegnung mit der lectio besteht“.[12] Pater Enrique Contreras bringt dieses benediktinische Erbe deutlich zum Ausdruck:
„Um zu lernen zu lieben, müssen wir vor allem darin geschult werden, zuzuhören, zu hören, was der Herr uns im gegenwärtigen Moment unseres Lebens sagt. Ein Mönch muss einer ernsthaften und tiefgehenden Ausbildung in der lectio divina Priorität einräumen, um all jenen, die mit uns in Kontakt stehen, einen Raum des Zuhörens und der persönlichen Begegnung mit dem Herrn Jesus zu bieten. Die notwendige und lang erwartete Erneuerung des christlichen Klosterlebens setzt zwangsläufig voraus, dass wir die zentrale Bedeutung der lectio divina in unserem Alltag wiederentdecken.“13
Im Kapitel 53 seiner Regel fordert der heilige Benedikt seine Mönche auf, das Wort Gottes stets im Blick zu behalten, wenn sie Gäste empfangen: „Sie sollen dem Gast das göttliche Gesetz vorlesen, damit er erbaut werde“ (RB 53,9). Dies wird jedoch nur möglich sein, wenn unsere Gemeinschaften selbst auf dem Fundament des Wortes Gottes aufgebaut sind. Der Aufruf lautet, uns durch das Hören des Wortes verwandeln zu lassen, damit es von allen, die sich ihm nähern, aufgenommen, gelebt und mit ihnen geteilt werden kann. Diese Erfahrung der gemeinsamen lectio divina, die unsere Bewegung vor fast 50 Jahren von einem Benediktinermönch empfangen hat, bildet die spirituelle Quelle unseres Gemeinschaftslebens. Wie Professor Guzmán Carriquiry[14] einmal sagte, ist die Bewegung von Manquehue „ein Laienkloster, dessen spirituelles Herz die lectio divina ist“. Von Anfang an ist es unsere Mission, diese Erfahrung mit anderen zu teilen, insbesondere in Gruppen der gemeinsamen lectio divina. Dies wird uns „alle gemeinsam zum ewigen Leben führen“.
Die beständigen Ratschläge von Pater Gabriel an José Manuel in den ersten Jahren nach der Gründung der Bewegung veranschaulichen perfekt die Mission der Mönche, die gesandt sind, die Frohe Botschaft zu verkünden und heute vor der ganzen Welt Zeugnis für das lebendige Wort abzulegen. Für die Kirche und für alle Getauften sind die Mönche in ihren Klöstern wahre Hüter des Glaubens, Bollwerke des christlichen Lebens, die uns angesichts der Krisen, die wir Laien durchleben können, im Glauben stärken.

Das Klosterleben und das Laienleben bereichern und ergänzen sich, denn beide schöpfen ihre Quelle aus der Taufe und aus dem Hören auf das Wort Gottes. Mönche und Laien teilen dieselben Fragen, denselben Durst nach Gott, dieselben Leiden und vor allem denselben Glauben und dieselbe Gewissheit darüber, wie wir unsere christliche Berufung leben sollen:
„Wir sind vereint durch einen gemeinsamen Glauben, ein uneingeschränktes Vertrauen in die Liebe Gottes. Er ist es, der uns berufen hat, Ihn unablässig auf dem Weg zu suchen, den der heilige Benedikt in seiner Regel für uns vorgezeichnet hat. Obwohl unsere Lebensumstände sehr unterschiedlich sind – ich zum Beispiel als Laienoblatin mit Ehemann und Kindern und dem Rhythmus des Alltags, in dem ich eine Form der Klausur in der Welt lebe –, sind wir durch ein gemeinsames Grundanliegen verbunden.“[15]
Der Geist Benedikts lebt in den Klöstern und auch in unseren Gemeinschaften. Dieses Charisma zu teilen, bekräftigt unser Engagement, Christus heute zu folgen – mitten in unserer gegenwärtigen Situation. Die Freundschaft mit den Mönchen hat uns gelehrt, die Lebendigkeit und Relevanz der Prinzipien zu entdecken, die Benedikt in seiner Regel festgelegt hat – Prinzipien, die trotz 1500 Jahren heute genauso gültig sind wie gestern. Wir erleben sie lebendig in unseren Lectio-Divina- Gruppen, unseren Exerzitien, unseren Pfadfinderlagern und unseren Aktivitäten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in unseren Schulen und innerhalb der Bewegung, und vor allem in unserer Oblatengemeinschaft.
Danke, Herr, für dieses große Erbe: eine Spiritualität, die aus gewöhnlichen Männern und Frauen an verschiedenen Orten, in verschiedenen Kulturen und Epochen große Heilige gemacht hat. Lasst uns weiterhin – Laien und Mönche – auf den Ruf des Benedikt hören, der auch heute noch mit derselben Kraft erklingt:
„Ihr alle, die ihr nach der himmlischen Heimat strebt, befolgt diese kleine Regel, die wir als Ausgangspunkt verfasst haben“ (RB 73,8).
[1] P. Enrique Contreras OSB ist emeritierter Abt des Klosters Santa Maria de Los Toldos und Leiter der Vereinigung von Klostergemeinschaften von Cono Sur (SURCO).
[2] Br. Luis Maturana OCSO ist Mönch der Trappistenabtei Santa María de Miraflores.
[3] Die Apostolische Bewegung von Manquehue (MAM) entstand am 29. Mai 1977, dem Pfingstsonntag, und wurde von einer Gruppe junger chilenischer Laien, Studenten und Akademiker gegründet, die sich spontan und durch Freundschaft verbunden zusammenfanden, um die lectio divina zu praktizieren und das zu teilen, was Gott ihnen persönlich in seinem Wort offenbarte. Die Bewegung von Manquehue ist ein privater Verein von Laiengläubigen, deren Mitglieder danach streben, das Sakrament der Taufe in vollem Umfang zu leben, und zwar in einer Spiritualität, die vom Leben und der Regel des heiligen Benedikt inspiriert ist, sowie in enger Gemeinschaft mit dem jeweiligen Diözesanbischof. Man könnte sie auch als ein Laienkloster bezeichnen, dessen spirituelles Herz die lectio divina bildet. Heute umfasst die Bewegung von Manquehue drei Schulen in Santiago und zwei Wohngemeinschaften im chilenischen Patagonien, in denen Exerzitien und Bildungsprogramme für Jugendliche und Erwachsene angeboten werden.
[4] Pater Benito Rodríguez OSB ist emeritierter Abt des Klosters zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Las Condes et Abtpräses der Benediktinerkongregation von Cono Sur.
[5] Kloster zur Heiligsten Dreifaltigkeit in Las Condes.
[6] Sr. Angelina Trucco OSB vom Kloster Gaudium Mariae.
[7] Ein Oblate von Manquehue ist ein Laie, der nach einem tieferen Verständnis des Sakraments der Taufe strebt und sich zu diesem Zweck lebenslang verpflichtet, Gott im Rahmen des Charismas der Manquehue-Bewegung durch ein Gelübde des Gehorsams, der Beständigkeit und der Bekehrung zu suchen. Manche Oblaten empfangen ihre Taufweihe in einem Kloster der Brüder (kenobitische Oblaten). Bei anderen findet diese Weihe im Rahmen der Eheschließung statt, wodurch sie eine Familiengemeinschaft gründen (Familienoblaten).
[8] Juan José Melero, Gemeinschaftsoblate von Manquehue.
[9] José Antonio Navarro, Gemeinschaftsoblate von Manquehue.
[10] Cecilia Bernales, Gemeinschaftsoblatin von Manquehue.
[11] Manuel José Echenique, Gemeinschaftsoblate von Manquehue.
[12] Abt Lucas Markmann OCSO, Abt des Klosters Santa María de Miraflores.
[13] Abt Enrique Contreras OSB.
[14] Untersekretär des Päpstlichen Rates für die Laien im Jahr 2018.
[15] Marian Echenique, Oblatin von de Manquehue.
Gemeinsam Gott suchen - Oblaten in Taiwan
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Zeugnisse
Theresa Shen
Leiterin der Oblaten
vom Benediktinerinnenkloster Danshui (Taiwan)
Gemeinsam Gott suchen
Oblaten in Taiwan
1. Beziehungen erfordern Engagement
Beziehungen erfordern das Engagement beider Seiten. Sie beinhalten die bewusste Entscheidung, sich einzubringen und dabei in verschiedenen Lebensphasen stets die Führung und den Segen des Heiligen Geistes innerhalb der Beziehung zu erkennen.
Schwestern leben in einer strukturierten und klar definierten Ordensgemeinschaft. Allein durch die Zugehörigkeit zu dieser Ordensfamilie sind sie bereits Teil einer besonderen Identität und eines Beziehungsnetzwerks, das ihrem Leben Orientierung gibt. Bei den Oblaten verhält es sich anders. Die meisten von uns übernehmen auch andere Rollen und Verantwortlichkeiten. Wir verfügen nicht über eine äußere Struktur, die uns stützt, und es gibt keine expliziten Regeln, die viele Aspekte unserer Lebensweise regeln. Genau aus diesem Grund müssen wir im Gebet unseren Blick auf den Herrn richten, ständig die Führung des Heiligen Geistes suchen und konkrete Entscheidungen treffen, die darauf antworten.
In meinem Fall entscheide ich mich, neben meinen beruflichen Verpflichtungen die Bedürfnisse der Gemeinschaft an erste Stelle zu setzen und meine Wochenenden vorrangig ihr zu widmen. Ich nehme mir bewusst Zeit zum Zuhören, halte mich aus den Entscheidungen der Schwestern heraus und suche stattdessen nach Möglichkeiten, mich einzubringen und Unterstützung zu leisten. Wenn ich vor Ort zu Gast bin und dort lebe, bemühe ich mich, den Rhythmus der Gemeinschaft nicht zu stören; ich lasse mich gerne vom Rhythmus des Klosters prägen, lehren und formen.
In den letzten Jahren habe ich bei meinen Auslandsreisen darauf geachtet, einen „Familienbrief “ an die Gemeinschaft zu schreiben, um meine Erfahrungen mit allen zu teilen. Auch im Alltag verfasse ich regelmäßig Neuigkeiten und Gedanken, damit die Schwestern wissen, wie es mir geht, da wir nicht oft die Gelegenheit haben, gemeinsam entspannte Momente zu verbringen. All das erfordert guten Willen, Zeit, Mühe und Opfer. Dadurch lerne ich ständig, was wahre innere Freiheit ist, wie gesunde Grenzen aussehen, was es bedeutet, den Preis der Liebe zu tragen, und wann es notwendig ist, zum Fuß des Kreuzes zurückzukehren, um gegenseitige Vergebung zu erbitten und zu gewähren.
Es ist unbestreitbar, dass Kommunikation zutiefst entmutigend sein kann, und das gilt besonders für die Kommunikation mit den Schwestern im Kloster. Aufgrund der Klausur des Klosters und seiner besonderen Funktionsweise habe ich oft das Gefühl, ein defektes Radio zu sein, das unermüdlich dieselbe Botschaft wiederholt.
Derzeit verwaltet die Gemeinschaft zahlreiche E-Mail-Adressen und Konten in verschiedenen sozialen Netzwerken. Jeden Ansprechpartner einzeln kontaktieren und immer wieder dieselben Informationen wiederholen zu müssen, ist sowohl geistig als auch emotional erschöpfend. Hinzu kommt, dass die Verwaltungsstruktur nicht entsprechend angepasst wurde, obwohl die Zahl der Schwestern zurückgegangen ist. Die Schwestern sind kaum mehr als ein Dutzend, und dennoch sind die Zuständigkeiten so verteilt, als würde die Gemeinschaft ein großes internationales Unternehmen leiten. Das Ergebnis ist weder effizient noch förderlich für echtes Zuhören.
Meiner Erfahrung nach muss ich oft zunächst in die Stille und zum Gebet zurückkehren, um mich wieder von Gottes Fürsorge umhüllen zu lassen. Ich habe mir auch angewöhnt, den Rat vertrauenswürdiger Freunde einzuholen. Erst dann finde ich die nötige Geduld und Klarheit, um mich immer wieder den Widerständen zu stellen, die mit schwierigen Gesprächen einhergehen – ebenso wie den Überraschungen, die sie so oft mit sich bringen.
In dieser Beziehung waren die Suche nach Gott und das gegenseitige Annehmen die wichtigsten Lektionen auf meinem Weg mit den Schwestern. Oft ist es gerade in unserer größten Schwäche, dass die Gnade am reichsten fließt. Auch die Schwestern im Kloster sind auf diesem Weg und lernen, sich von Gott annehmen zu lassen, sich selbst anzunehmen und einander anzunehmen. Inmitten der vielen Unterschiede und Herausforderungen des Alltags lernen wir alle, einander noch umfassender anzunehmen, so wie auch wir selbst von der am Kreuz offenbarten Liebe voll und ganz angenommen wurden.
Dazu müssen wir zunächst bereit sein anzuerkennen, dass wir „noch nicht verstehen“, dass wir „noch durch einen Schleier sehen“ und dass wir „immer bereit sind, weiter zuzuhören“. Starre Urteile und vorgefasste Meinungen lassen wenig Raum für das Entstehen neuer Möglichkeiten.
Unser Vertrauen beruht weder auf unseren eigenen Fähigkeiten noch auf den Tugenden der einen oder anderen. Vielmehr glauben wir, dass die Liebe Gottes unsere Herzen verwandeln und unsere Beziehung wachsen lassen wird, sodass sie zu einem Ort wird, an dem das Wort Gottes Wurzeln schlagen und Frucht bringen kann.
2. Zeugnis meines persönlichen Weges
„Ich werde die Blinden auf einem Weg führen, den sie nicht kennen, ich werde sie auf Pfaden leiten, die ihnen unbekannt sind.“ ( Jesaja 42,16)
In Taiwan machen Katholiken nur 1 % der Bevölkerung aus, das sind etwa 240.000 Menschen. Klöster sind dort sehr selten. Wer würde schon aus eigenem Antrieb an die Tür eines Klosters klopfen? Abgesehen von Besuchern, die an Veranstaltungen teilnehmen oder einfach nur zu Besuch kommen, handelt es sich in der Regel um Menschen, die auf Gott hören und ihre Berufung erkennen möchten, oder um solche, die von den Stürmen des Lebens in die Irre geführt wurden, oder auch um solche, die, nachdem sie überall auf dieser Welt in Sackgassen geraten sind, keinen Ort mehr haben, wohin sie gehen können... Was mich betrifft, so schien es, als würde ich diese drei Situationen zugleich vereinen; doch unter dem Schutz aller Engel gelang es mir, dieses Kloster zu betreten.
Eintritt ins Kloster St. Benedikt in Danshui (Taiwan)
Jemand wie ich – geboren mit angeborenen Beeinträchtigungen (Autismus mit vielfältigen Störungen in den Sprachbereichen des Gehirns) und geprägt von einer erworbenen Funktionsstörung (ein Lebensweg, der von schweren Traumata geprägt war) – war schwach, gebrochen und völlig erschöpft. Es war Gott, der eine ununterbrochene Reihe von Engeln um mich herum anordnete und mir das Wohlwollen und die Unterstützung unzähliger Menschen schenkte, um mir beim Wachsen zu helfen. Nur indem ich mich auf die unendliche Barmherzigkeit Gottes stützte, habe ich bis zum heutigen Tag überlebt.
Nach meinem Universitätsabschluss und im Anschluss an eine Reihe von Rettungen, die mich von der Schwelle des Todes zurückholten, erlebte ich einen Gott, wie ich ihn zuvor noch nie gesehen hatte. Da formulierte ich die erste Antwort meines Lebens: „Herr, da Du willst, dass ich lebe, lege ich mein Leben in Deine Hände. Zeige mir bitte den Weg, der sich vor mir auftut.“
Natürlich tat sich dieser Weg nicht von selbst auf. Also stürzte ich mich voller Begeisterung in alle möglichen Aktivitäten, Gemeinschaften und Dienste innerhalb der Kirche. Doch innerlich fühlte ich mich immer zerrissener. Äußerlich zeigte ich großen Eifer für die Evangelisation und erhielt viel Lob, aber innerlich war ich völlig erschöpft, wie der Kürbis, der für Aschenputtel in eine Kutsche verwandelt wurde und zur festgesetzten Stunde unweigerlich wieder zu einem Kürbis wird. Sobald die Arbeit getan war, wurde ich wieder zu Aschenputtel, das sich allein in einer Ecke versteckte, gebrochen. Als ich am Ende meiner Kräfte war und den Halt verlor, sprach ich dieses zweite Gebet: „Herr, gib mir bitte eine Gemeinschaft, mit der ich beten kann.“
Anschließend studierte ich an einer jesuitischen theologischen Fakultät und trat nach meinem Abschluss einer franziskanischen Missionskongregation bei. Erst als ich mich zurückzog, um den nächsten Schritt auf meinem Weg zu erkennen, überschritt ich zum ersten Mal die Schwelle eines Benediktinerklosters.
Gegen Ende der dort verbrachten Einzelexerzitien fragte mich eine der Schwestern, ob ich schon einmal über eine Berufung in eine kontemplative Gemeinschaft nachgedacht hätte. Ich schüttelte den Kopf und sagte, dass mir dieser Gedanke noch nie auch nur im Entferntesten gekommen sei. Die Schwester antwortete: „Da Sie schon einmal hierhergekommen sind, warum geben Sie Gott nicht eine Chance?“
Ich verstand nicht, was sie damit meinte. Aber ich verließ die franziskanische Gemeinschaft, um eine neue Stelle anzutreten: Ich unterstützte ausländische Priester einer Missionskongregation bei ihrer Evangelisierungsarbeit. Jedes Wochenende oder wenn ich nicht ins Büro musste, kehrte ich ins Kloster zurück.
Zufällig war die gesamte Gemeinschaft zu dieser Zeit durch Aktivitäten außerhalb des Klosters beschäftigt (die Mission in China, die Berufungsförderung usw.). Meistens waren nur sehr wenige Schwestern im Kloster, und das Noviziat stand seit vielen Jahren leer. In dieser „Zeit der Leere“ kam ich ins Kloster St. Benedikt in Danshui.
Das Leben im Kloster
Ich danke Gott, dass er mir ein sehr einfaches Herz geschenkt hat. Angesichts der besonderen Kultur und Traditionen des Klosters sowie der verschiedenen Aufgaben, die mir angeboten wurden, war ich im Wesentlichen bereit, zu lernen und mich einzubringen.

Im Kloster genoss ich als Laie große Freiheit und lebte nach einem sehr einfachen Rhythmus. Die Schwestern waren mit der Zukunft der Gemeinschaft beschäftigt und hatten kaum Zeit oder Energie, sich mir zu widmen. Dennoch bewiesen sie außerordentliche Gastfreundschaft. Selbst wenn ich zu geschwächt war, um irgendetwas zu tun, wurde ich immer willkommen geheißen. Die bloße Tatsache, willkommen zu sein – und nicht nur geduldet zu werden –, wurde zu einer Erfahrung, die mich in den Jahren stützte, in denen meine Seele in Finsternis versunken war und ich den Weg Gottes nicht mehr sah. Erst nachdem bei mir Autismus diagnostiziert worden war, habe ich endlich verstanden, dass Autismus selbst, unter der Abfolge schwerer Traumata, die mein Leben geprägt haben, in das Gewebe meiner Existenz eingewoben war. Noch später, als sich meine medikamentöse Behandlung als immer wirksamer erwies, sagte mir die damalige Priorin:
„Wenn du immer mehr Medikamente einnehmen musst, um Ordensfrau zu werden, glaube ich nicht, dass dies der Weg ist, den Gott für dich vorgesehen hat. Da du nun einen so guten Betreuer hast – man könnte sogar sagen, er hat dich geprägt – und er dich ermutigt, weiterhin in der Gemeinschaft zu leben, warum solltest du dann nicht so weitermachen? Vielleicht könntest du eine unserer regulären Oblaten werden. Lasst uns gemeinsam offen für Gott bleiben und sehen, wie Er uns führen möchte.“
Der heilige Johannes vom Kreuz sagte: „Um zu dem zu gelangen, was du nicht kennst, musst du einen Weg einschlagen, den du nicht kennst.“ Dank dieses Zusammentreffens des richtigen Zeitpunkts, des richtigen Ortes und der richtigen Menschen habe ich einen Weg eingeschlagen, den ich auch heute noch nicht ganz begreife. Wie eine Blinde verließ ich mich allein auf die Gnade, um voranzukommen. Im Handumdrehen hatte ich bereits mehr als sechzehn Jahre im Kloster verbracht. Ich habe miterlebt, wie eine Klostergemeinschaft alle möglichen Prüfungen, Veränderungen, Anstrengungen, Anpassungen und Gnaden durchlebte, und habe nach und nach gelernt, die Schwestern besser kennenzulernen. Nach und nach wurden die Schwestern zu meiner Familie, die mich durch viele dunkle Täler des Lebens begleitete.
Bevor ich meine Oblation als Oblatin ablegte, lebte ich bereits seit vielen Jahren in der Gemeinschaft. Ich entdeckte die unterschiedlichen Arten, wie jede Schwester Liebe zum Ausdruck brachte, und lernte nach und nach, diese Ausdrucksformen anzunehmen. Schließlich habe ich verstanden, dass jeder Mensch einfach ganz anders ist.
Dank dieser Erfahrungen der Liebe habe ich auch in mir selbst eine größere Fähigkeit gefunden, die Grenzen jeder einzelnen zu akzeptieren. Sie haben mir geholfen, auf diesem Weg des „gegenseitigen Kennenlernens“ in Demut zu wachsen. Das erinnerte mich an die Worte Gottes an Mose: „Zieh deine Sandalen von den Füßen, denn der Ort, an dem du stehst, ist heiliger Boden“ (Exodus 3,5). In meinen Begegnungen mit den Schwestern begegnete ich sowohl Verletzlichkeit als auch Schönheit.
Jeder Mensch, dem ich begegne, ist „heiliges Land“. Durch sie habe ich gelernt, mich selbst besser kennenzulernen. Ich habe auch gelernt, größere Hoffnung für Gottes Schöpfung und ein gestärktes Vertrauen in das von ihm versprochene Werk der Erlösung und Heiligung zu hegen.
Am Rande: Eine Oblatin, die im Kloster lebt
Mein ganzes Leben lang habe ich immer wieder am Rande, außerhalb der Stadt, in der Einsamkeit und in der Anbetung den Gott begegnet, dessen Leben und Tod sich selbst am Rande abgespielt haben. Das war wahrhaftig die Grundlage der Gnade in meinem Leben. Denn mit unserer allein begrenzten menschlichen Natur ist es sehr schwer, in Frieden zu bleiben, wenn man sich am Rande befindet.

Dennoch befinde ich mich als Oblatin, die im Kloster lebt, am Rande – sowohl in Bezug auf die Welt als auch in Bezug auf die Klostergemeinschaft. Das Leben an dieser Schwelle – zwischen dem Kommen und Gehen, zwischen Innen und Außen – bedeutet, ständig zahlreiche Spannungen in sich tragen zu müssen. Schließlich genügt es, die Tür dieses zeitlosen Klosters zu durchschreiten, um sich im Großraum Taipeh wiederzufinden, einer lebhaften, überfüllten und lauten Metropole, ganz wie New York.
Doch so wie das Geheimnis des Lebens oft aus scheinbar gegensätzlichen Spannungen entspringt, so wurde ich auch durch den Schmerz dieser Zerrissenheit immer wieder mit dringender Sehnsucht dazu getrieben, Gott zu suchen, zu Ihm zu eilen und Ihn neu zu entdecken.
An diesen Rändern zu leben bedeutet auch, dazu berufen zu sein, eine Brücke zwischen zwei Welten zu werden. Das erfordert unaufhörlich, zuzuhören, zu übersetzen, zu tragen und zu vermitteln. Oft erschöpft mich das.
Doch jede Brücke wird durch Selbstentäußerung erbaut. Immer wieder habe ich Kraft und Trost in Jesus Christus gefunden. Jedes Mal, wenn ich zu Gott zurückkehre, wirkt der Heilige Geist wie ein Bügeleisen: Er glättet sanft die Falten meines Herzens, erweitert es und schafft in mir neuen Raum und neue Freiheit, um anderen zu begegnen, gro.zügig zu dienen und die unentgeltlich empfangenen Gaben weiterzugeben.
Ich danke Gott, denn hier, im Verborgenen, blieb mir vieles von den Gefahren erspart, die mit dem Sturz durch Hochmut und Erfolg verbunden sind. Ich blieb auch von einem Großteil der inneren Zersplitterung verschont, die dadurch entsteht, dass man sein wahres Wesen verbergen und eine Rolle spielen muss (ein Persönlichkeitsmerkmal, das oft bei autistischen Frauen beobachtet wird).
Die Nacktheit der Einsamkeit, die ich an dieser doppelten Grenze zwischen dem Kloster und der Welt erlebte, hat mich unermüdlich zu Gott zurückgeführt, ohne irgendwelche Kompromisse zuzulassen.
Blind in Gott
„Was nicht in meinen Plänen stand, war Teil von Gottes Plänen“ (Heilige Theresa Benedikta vom Kreuz).

Wenn ich auf diese mehr als zehn Jahre zurückblicke, wird mir bewusst, dass es Gott war, der mich hierher geführt und mich hier gehalten hat. Es waren die gro.zügige Gastfreundschaft und die wohlwollende Aufnahme der Schwestern, die mich, eine gebrochene und arme Person, aufgenommen haben.
Jahr für Jahr haben sie durch Stille, Gebet, Segen, aufrichtige Freundschaft und den beständigen Rhythmus ihres Gemeinschaftslebens ein Netz aus Heil und Hoffnung gewoben, das mein verwundetes Leben umhüllt hat. Im Glauben haben sie einen Weg gefunden, das Dach zu durchbrechen, um mich vor den Herrn Jesus hinabzulassen.
Im Glauben habe ich mich, obwohl blind und hinkend, dennoch auf den Weg gemacht – eine Reise ins Unbekannte, auf einem Weg, der mir fremd war. Begleitet von allen Schwestern höre ich weiterhin von ganzem Herzen zu. Indem wir uns gegenseitig stützen, während wir Christus nachfolgen und gemeinsam gehen, streben wir im Licht Christi danach, gemeinsam in das Herz Gottes einzutreten.
„Gott ist Liebe; wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm“ (1 Johannes 4,16).
Die Identität der zisterziensischen Laien
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Zeugnisse
Internationale Vereinigung der zisterziensischen Laiengemeinschaften
Internationale Versammlung in Huerta (2008)
Die Identität der zisterziensischen Laien
Abschließendes Dokument, erstellt auf der Grundlage der drei eingegangenen Zusammenfassungen, die das Ergebnis der Arbeit der englisch-, französisch- und spanischsprachigen zisterziensischen Laiengemeinschaften sind und am 6. Juni 2008 in Santa María de Huerta, Spanien, fertiggestellt wurde.
1. Die zisterziensische Laienberufung
Auf individueller Ebene erkennen wir eine persönliche Berufung, die gemeinschaftlich gelebt wird, als ein Geschenk Gottes an. Wir definieren sie als einen Ruf, aktive Zeugen Christi und seiner Kirche inmitten der Welt zu sein, indem wir ein betendes und kontemplatives Zeugnis in einem Leben geben, das von den eigenen Werten des zisterziensischen Charismas geprägt ist, unter der Führung der Regel des heiligen Benedikt, die als konkrete Auslegung des Evangeliums anerkannt ist, sowie unter der Führung unserer zisterziensischen Väter und Mütter. Es ist ein Weg der ständigen Bekehrung, der uns dazu führt, die Gnade unserer Taufe wiederzuentdecken und zu vertiefen, und der uns hilft, einen reifen Glauben zu entwickeln.
2. Das zisterziensische Laienleben
2.1 Wir sind überzeugt, dass die zisterziensische Spiritualität an eine weltliche Lebensweise angepasst werden kann, und obwohl ganz klar ist, dass sich die beiden Lebensweisen – die monastische und die weltliche – unterscheiden, ergänzen sie sich doch. So wird die Lebendigkeit des klösterlichen Lebens deutlich; und die Laien finden in der zisterziensischen Spiritualität eine Möglichkeit, in der Welt mit größerem Engagement und größerer spiritueller Tiefe zu leben. Es besteht Einigkeit darüber, dass das zisterziensische Charisma auch außerhalb des Klosters gelebt werden kann.
2.2 Es gibt eine große Vielfalt in den Praktiken des zisterziensischen Laienlebens, doch obwohl die Formen unterschiedlich sind, werden dieselben Mittel für ein einziges Ziel eingesetzt: die Suche nach Gott.
2.3 Alle zisterziensischen Werte und Praktiken sind ein Weg der Befreiung und der inneren Bekehrung und können in das Leben der Laien integriert werden:
Gebet und Lobpreis
Vertrauen und Hingabe an Gott
Demut
Gehorsam
Armut
Keuschheit
Enthaltsamkeit
Einfachheit des Lebens
Ausgeglichenheit des Lebens
Stille und Einsamkeit
Arbeit
Gastfreundschaft und Dienst
Beständigkeit
Einfachheit
Freude
2.4 Diese innere Vereinigung, dieser Weg der Bekehrung und dieses Verlangen nach Verkörperung entstehen und verwirklichen sich in der Entscheidung, „nichts der Liebe Christi vorzuziehen“ (RB 72), indem man in der Welt lebt, ohne von der Welt zu sein (vgl. Johannes 17,9-16).
2.5 Wir erleben eine sowohl innere als auch äußere Wandlung (conversatio morum), die sich zeigt im eifrigen Empfang der Sakramente, deren Mittelpunkt die Eucharistie ist; im betenden Studium der Heiligen Schrift in Form der lectio divina; in der Treue zum Stundengebet; in der kindlichen Verehrung der Jungfrau Maria; in der Aufnahme des Bruders und der Schwester; in einer Neuordnung der Prioritäten; in einer neuen Art, das eigene Leben zu gestalten; in einer neuen Art zu lieben, die ihren Ursprung in der Liebe Gottes hat; im Wunsch nach Weiterbildung und in der Notwendigkeit, geistlich begleitet zu werden; in der Erfahrung der Arbeit, die als Mitwirkung am Aufbau des Reiches Gottes gelebt wird und nicht als Streben nach persönlichem Gewinn.
2.6 Die zönobitische Dimension unseres zisterziensischen Laienlebens drückt sich in der geistlichen Verbundenheit aus, die wir mit allen Mitgliedern unserer Gemeinschaft – sowohl Laien als auch Ordensleuten – erleben, sowie in einem asketischeren Leben, das es uns ermöglicht, durch Gebet, Arbeit und Liturgie mit unserer Gemeinschaft vereint zu sein, auch wenn wir physisch von ihr getrennt sind.
2.7 Unsere Sendung als zisterziensische Laien verwirklicht sich in unserem Zeugnis, unabhängig davon, ob wir uns in verschiedenen apostolischen oder sozialen Aktivitäten engagieren oder nicht. Das grundlegende Element des Lebens eines zisterziensischen Laien besteht darin, ein Gleichgewicht zwischen den Zeiten des Gebets und der Arbeit zu finden.

3. Die zisterziensische Laiengemeinschaft
3.1 Die Erfahrung der Gemeinschaft drückt sich als die Entstehung einer neuen Familie aus, in der man Hilfe und Kraft erhält, um das christliche Engagement in Hoffnung und ohne Furcht zu leben. Wir erleben, dass das gemeinsame Beten Gemeinschaft schafft, uns über die Entfernung hinweg verbindet und uns Trost spendet. Das stärkste Band besteht darin, dass wir durch den Heiligen Geist in ein und derselben Suche vereint sind: der Suche nach Gott; folglich trägt die Gemeinschaft zur persönlichen Bereicherung bei, indem Werte unter allen Mitgliedern weitergegeben werden. Unsere Entdeckung der Gemeinschaft hilft uns, uns als Leib Christi wahrzunehmen. Die Bedürfnisse der anderen zu spüren, regt zur Nächstenliebe an und lehrt Demut. Die Gemeinschaft ist ein von Gott gegebenes Mittel zu unserer Heiligung.
3.2 Für die Mehrheit der Bruderschaften ist es von grundlegender Bedeutung, dass der persönliche Wunsch und die Entscheidung, die sie dazu bewegen, dem Ruf Gottes zu dieser zisterziensischen Laienberufung zu folgen, durch eine bestimmte Art von Verpflichtung gegenüber den klösterlichen und Laiengemeinschaften offiziell bekräftigt werden.
3.3 Es gibt eine große Vielfalt an Organisationsformen der Gemeinschaften. Es lässt sich feststellen, dass manche Gemeinschaften bei der Schaffung von Strukturen eher zögerlich sind.
4. Die Verbindungen zum Kloster und zur Zisterzienserfamilie
4.1 Die Klostergemeinschaft ist die Erbin des zisterziensischen Charismas in seiner heutigen Form. Die zisterziensischen Laiengemeinschaften erhalten durch ihre Gemeinschaft mit einer Klostergemeinschaft von den Mönchen und Nonnen Begleitung und Erleuchtung auf ihrem Weg. Die konkreten Verbindungen, die uns mit der Klostergemeinschaft verbinden, sowie die Art und Weise, wie diese Verbindungen beschrieben werden, unterscheiden sich von Gemeinschaft zu Gemeinschaft.
4.2 Die beiden Gemeinschaften, die klösterliche und die Laiengemeinschaft, werden als eine einzige Familie mit unterschiedlichen Lebensformen wahrgenommen, doch für alle ist der Unterschied zwischen Mönchen und Laien sehr deutlich.
4.3 Für alle Gruppen ist es die Klostergemeinschaft, vertreten durch ihren Abt (ihre Äbtissin), die in ihnen das Charisma anerkennt und ihnen die Zugehörigkeit zur Zisterzienserfamilie verleiht, entsprechend der Art der Bindungen, die sie vereinen.
4.4 Allen Gemeinschaften und all ihren Mitgliedern ist gemeinsam, dass sie das Kloster als ihr eigenes Zuhause und als den konkreten Ort begreifen, an dem der Herr die beiden Gemeinschaften – die Laienund die Klostergemeinschaft – sowie alle Mitglieder untereinander auf besondere Weise vereint. Die Gastfreundschaft der Mönche und Nonnen macht die Liebe Gottes gegenwärtig.
4.5 Die Tatsache, dass wir Laienzisterzienser sind, verleiht uns keine Privilegien in unserer Beziehung zur Klostergemeinschaft, sondern macht uns unsere Pflichten und unsere Verantwortung bewusst.
4.6 Unsere Laiengemeinschaften treffen sich in unterschiedlichen Abständen im Kloster. Dort werden wir geschult und lernen, einander zu lieben – in einer neuen, auf Christus ausgerichteten Beziehungsform, in der alle Mitglieder von Gott erwählt und berufen wurden.
4.7 Mönche und Nonnen lernen ebenso wie die Laien voneinander, brüderlich und schwesterlich zu leben, indem sie gemeinsam auf dem Weg der Heiligkeit beharrlich voranschreiten.
4.8 Viele Mitglieder der Laiengemeinschaften kommen einzeln ins Kloster, doch alle sind sich einig, dass es, um ein Zisterzienser-Laie zu sein, nicht ausreicht, sich zum Kloster hingezogen zu fühlen, sondern dass die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft notwendig ist.
5. Epilog
5.1 Wir glauben, dass die zisterziensischen Laiengemeinschaften das Werk des Heiligen Geistes sind. Tatsächlich herrscht trotz der geringen Kommunikation untereinander eine vollkommene Gemeinschaft in ihrer Lebensweise und ihrem Verständnis des zisterziensischen Laiencharismas. Wir sind uns alle einig, dass das zisterziensische Charisma, das 900 Jahre lang ausschließlich klösterlich war, im zisterziensischen Laienleben durch die Gnade Gottes eine neue Ausdrucksform gefunden hat.
5.2 In allen zisterziensischen Laiengemeinschaften findet sich der Wunsch, die Vielfalt in allen Dingen zu respektieren und zu bewahren, die die Gemeinschaft nicht zerstören: ein und dasselbe Charisma in der ganzen Vielfalt seiner Ausdrucksformen zu leben, vereint im Wesentlichen. Von Christus berufen und verwandelt
Maria! Rabbuni!
Beziehungen zwischen Laien und Mönchen im geschichtlichen Überblick
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Benediktinisches Jubiläum 529-2029
Christian Fénelon Mathieu
Säkularoblate der Abtei Maredsous (Belgien)
Beziehungen zwischen Laien und Mönchen im geschichtlichen Überblick
Im Orient entstanden bereits im 3. und 4. Jahrhundert die ersten Mönchsgemeinschaften in den Wüsten Ägyptens, Palästinas und Syriens. Dieses Phänomen war Ausdruck des Widerstands gegen die Kompromisse der konstantinischen Kirche mit den Widersprüchen einer aus dem Heidentum hervorgegangenen politischen und religiösen Macht.
Christliche Laien ebnen den Weg für eine neue Lebensweise, abseits der Welt, ohne jedoch die Kirche zu verlassen. Sie ziehen zahlreiche Besucher und Anhänger an. Die ersten Mönche und diese Laien leben gemeinsam in „Klosterdörfern“, die sich um Wasserstellen gebildet haben, wo sie die Kunst der Bruderschaft praktizieren. Laien aus allen sozialen Schichten suchten die geistliche Unterweisung der Wüstenväter, um das christliche Ideal zu leben. Im Gegenzug kümmerten sie sich um die Gastfreundschaft und den Verkauf der handwerklichen Erzeugnisse dieser neuen Bruderschaften (Seile, Körbe, Matten, Kerzen).

In diesem Umfeld gründete Pachomius (292–ca. 348) die erste monastische Gemeinschaft in einem Gebäudekomplex, der eine Kapelle und Werkstätten umfasste und nach dem Vorbild ägyptischer Gemeinschaften und römischer Lager von einer Umfriedung umgeben war.
Der Sinn für Gastfreundschaft und die Fürsorge für die Gäste wird zu einer der grundlegenden Säulen des klösterlichen Geistes und lässt bereits die Intensität der sozialen und spirituellen Beziehungen zum Umfeld des Klosters erahnen. In der Region Monte Cassino steht das entstehende Kloster von Benedikt von Nursia (480–547), einem Erben des ägyptischen Mönchtums, in enger Verbindung mit dem sozialen Gefüge des ländlichen Ortes Cassino. Die Mönche tragen die Tracht der Bauern dieser Gegend, und eine Herberge nimmt die Angehörigen der Mönche auf. Die klösterlichen Regeln des 7. Jahrhunderts sehen zwar die Aufnahme von Laien nicht in derselben Weise vor, lassen jedoch ausdrücklich arme Laien im Dienst des Klosters zu. Sie sind gemäß der Regel des heiligen Isidor von Sevilla (ca. 560–636) mit landwirtschaftlichen Arbeiten, dem Bau von Gebäuden, der Bewirtschaftung der Scheune und der Mühle sowie dem Backen von Brot für Kranke und Gäste betraut. Im gleichen Sinne war es dem heiligen Fructuosus von Braga (Ende des 6. Jh.–665) ein Anliegen, Männern mit ihren Ehefrauen und Kindern ein gefahrloses Leben im Kloster zu ermöglichen, unter der Bedingung, dass sie jeglichen Anspruch auf ihren Körper und ihren Besitz aufgaben.
Mit dem Aufkommen der merowingischen Gesellschaft (5. bis 7. Jahrhundert), die sehr um die Bekehrung der heidnischen Bevölkerung zum Christentum bemüht war, entwickelte sich ein Geist der Trennung zwischen Mönchen und Laien. Zu dieser Zeit betrachteten die evangelisierenden Bischöfe, die Träger der klösterlichen Inspiration, die Laiengläubigen als teuflisch und mit den niederen menschlichen Schwächen verstrickt. Die mittelalterliche Frömmigkeit war durchdrungen vom Bewusstsein der eigenen Sünden und der Vergessenheit Gottes. Im Alltag dieser Welt spielte der Begriff des Dienstes eine zentrale Rolle. Sich in den Dienst zu stellen oder dazu gezwungen zu werden, soll es ermöglichen, sich selbst zu vergessen, um seine Fehler zu sühnen.
Im 9. Jahrhundert, als Ludwig der Fromme (778–840) den Klöstern, die er als „das Wohl der Armen“ bezeichnete, die Benediktinerregel auferlegte, forderte ein römisches Konzil, dass der Abt eines Klosters ein Priester sein müsse. In den ersten acht Jahrhunderten gehörten die Mönche einem Laienorden an und bildeten eine Talentschmiede für die Rekrutierung des weltlichen Klerus, der auf dem Land missionierte. Meistens ließ sich der Abt aus Demut nicht zum Priester weihen; auch der heilige Benedikt war übrigens kein geweihter Kleriker. In der Karolingerzeit (7.–9. Jahrhundert) trug diese Mentalität einer Trennung zwischen Mönchen und ungebildeten Laien zur Entwicklung einer hierarchischen Kirche bei, die sich erneut von ihrer ursprünglichen Gestalt entfernte. So wurden ungebildete Laien, die nicht zum Priesteramt zugelassen werden konnten, in das Klosterleben aufgenommen. Die Mönche erfüllten eine doppelte Funktion: Sie leisteten den Bewohnern der umliegenden Dörfer geistlichen Beistand und traten für die Familie und die Angehörigen des Grundherrn ein.
Nach dem heiligen Kolumban bezeichnet der Begriff „Kloster“ den umfriedeten Raum, in dem die Mönche leben, und nicht die Gesamtheit der Gebäude. In dieser Zeit unterscheiden die Volkszählungen jedoch nicht zwischen Mönchen und Laienbrüdern, die eine große Familie bilden. Die familia bezeichnet die Gesamtheit der Weltlichen, die einem Dienst innerhalb oder außerhalb des Klosters nachgehen. Die von den Chronisten verwendete Terminologie und die Vielfalt der Statusbezeichnungen sind ungenau. In mittelalterlichen Urkunden bezeichnen sie oft ein und dieselbe Realität, wie zum Beispiel: donatus, oblatus, conversus, famulus, frater…
Es war üblich, Laien aus der ländlichen Umgebung anzuziehen, die in Armut lebten oder betagt waren. Diese Gastfreundschaft wurde im Austausch für Arbeit oder Dienste angeboten, die den Erhalt des „Brots des Oblaten“ oder einer Unterhaltsrente ermöglichten, aber auch, um sich zu bekehren, das Seelenheil durch die Fürbitte der Mönche zu sichern und nicht zuletzt, um Sicherheit zu erlangen und den Unruhen der mächtigen Feudalherren zu entkommen.
Für diese Laien war es angenehm, unter dem Hirtenstab der Äbte in den Abteien zu leben, die oft über einen bedeutenden Grundbesitz verfügten, der ihnen von ihren adeligen Stiftern großzügig geschenkt worden war. Im Gegenzug überhäuften die Feudalherren die Mönche mit einer Reihe von Messeverpflichtungen zur Sühne für ein Vergehen oder um sich die Garantie für das ewige Leben zu sichern.
Die Schenkungsurkunden belegen die wirtschaftlichen Vorzüge dieses gegenseitigen Austauschs. Die Ausweitung der Gottesdienste hatte zudem zur Folge, dass Laienmönche Zugang zum Klerus erhalten mussten, um die gegenüber den Stiftern eingegangenen Verpflichtungen erfüllen zu können. So wurde die von den Chormönchen vernachlässigte Handarbeit an Laien delegiert, die in die Klostergemeinschaft integriert waren und manchmal eine halb-religiöse Rolle einnahmen.
Die geistliche Autorität der Mönche übte zweifellos einen Einfluss auf die Notwendigkeit der Hingabe, der Selbsthingabe aus, indem sie sich auf die Ermahnung des heiligen Paulus in seinem Brief an die Römer (12,1) stützte, die in der mittelalterlichen Kirche eine große Rolle spielte: „Ich ermahne euch nun, liebe Brüder, im Namen der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr euch selbst als ein lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darbringt: das ist euer geistlicher Gottesdienst.“
Eine Kirche stand freilich diesem halb-religiösen Engagement misstrauisch gegenüber. Jeder muss an seinem Platz bleiben. Im Herzen des Klosters bilden die Mönche die Gemeinschaft, am Rande sind die Laien eher dazu aufgerufen, eine Nebenrolle zu spielen, als einen echten Status in diesem System des Gebens und Gegengibens zu genießen, das einen echten sozialen und spirituellen Vertrag darstellt.
So entwickelten sich die Klöster zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert erheblich weiter, mit Gemeinschaften, die im Wesentlichen aus Laienmönchen bestanden und in denen Kleriker und Priester nur einen untergeordneten Platz einnahmen. Diese klösterliche Entwicklung steht auch im Zusammenhang mit dem Aufkommen der Heiligenverehrung, der Reliquien und der Beliebtheit von Pilgerfahrten. Zur gleichen Zeit, als zahlreiche Klöster in der weltlichen Feudalgesellschaft versanken, führte die gregorianische Reform (11. Jahrhundert) durch die Einführung einer strengeren Klausur zu einer deutlicheren Hierarchisierung zwischen Klerikern und Laien als zuvor.
Da in den karolingischen Kapitularien des 9. Jahrhunderts Missstände erwähnt wurden, befasste sich das Konzil von Aachen (816–817) mit der Notwendigkeit, die Auswüchse der Benediktiner einzudämmen, und unternahm den Versuch, die Aufnahme von Laien in ihre Klöster zu verbieten. Später, im 11. Jahrhundert, genossen dieselben „einfachen Laien“ die Unterstützung und Ermutigung des benediktinischen Papstes Urban II. (ca. 1035–1099):
„Wir haben erfahren, dass einige Leute heftige Kritik daran üben, wie unsere Gemeinschaften Laien unter ihre Obhut nehmen, die der Welt entsagen, sich selbst und ihren Besitz hingeben, um ein Leben in Gemeinschaft zu führen. Wir unsererseits befürworten diese Lebensweise und sind der Meinung, dass dieser Brauch, der nach unserem Ermessen lobenswert erscheint und umso mehr der dauerhaften Befolgung würdig ist, als er in der Tradition der Kirche steht.“
Vielfach werden diese Laien als „Geschenkte“ (donati) bezeichnet. Das in den mittelalterlichen Urkunden verwendete Latein behält nur Verben bei, deren Wurzel im Akt des Schenkens liegt, wie offerre, das in der Konjugation des Partizips Perfekt zu oblatus wird. Das heißt: die Oblation, die Opfergabe, die freiwillige Gabe. Das Wort oblatus ist ein in Rechtstexten häufig verwendeter Begriff zur Bezeichnung eines erwachsenen Oblaten. Die conversi, commessi und oblati bilden den engsten Kern um die Mönche. Die älteste Urkunde, datiert auf das Jahr 1170, ist in den Annalen der Kamaldulenser verzeichnet. Die „oblati“ werden als eine halbmonastische Eigenart des Benediktinertums beansprucht, die in anderen Orden nicht üblich ist. Eine Urkunde für diese Oblaten ersetzt das Gelübde der Laienbrüder und stellt einen Eid auf Gehorsam, Ehrlichkeit, Treue und Respekt gegenüber dem Abt dar, gemäß der Regel des heiligen Benedikt und den Kamaldulenser-Konstitutionen.
Die Benediktinerabteien förderten im 11. und 12. Jahrhundert in großem Maße die Aufnahme des weltlichen frater in die fraternitas und schufen so mit ihren „Brüdern von außen“, die das Ordensgewand nicht anlegen konnten oder wollten, eine spirituelle Gemeinschaft, die diesen hinsichtlich ihres Seelenheils Sicherheit bot. Die Entscheidung, einen Laien in die Bruderschaft aufzunehmen, lag beim Abt; diese Gunst wurde geschätzt und war begehrt. Die Integration dieser Laien in die Gemeinschaft scheint auf Augenhöhe mit den Mönchen zu erfolgen. Das Ideal dieser mittelalterlichen Bruderschaft ist von den Aposteln inspiriert, in Anlehnung an den ersten Vers des Psalms 132, der in den Quellen häufig zitiert wird: „Seht, wie gut und wie schön es ist, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen.“
Die Aufnahme in die Bruderschaft ermöglichte den Erhalt bestimmter Privilegien. Abgesehen davon, dass sie Bruderschafts- oder Mitgliedschaftsurkunden erhielten, hatten die Mönche – als Vermittler zwischen den Toten und den Lebenden und als Spezialisten für Gebete zugunsten der Verstorbenen – die Gewohnheit entwickelt, ihren großzügigsten Wohltätern Grabstätten zu gewähren, in manchen Klöstern sogar königliche Grabstätten. In ihrer Spezialität, dem Jenseits, praktizierten die mittelalterlichen Mönche vom 9. bis zum 11. Jahrhundert den Ritus der vestitio ad succurendum nach dem Grundsatz, dass jeder Christ auf seinem Sterbebett das Mönchsgewand empfangen konnte – eine Garantie für das Jenseits. Der Brauch, das Ordensgewand in articulo mortis oder – im Falle eines Ritters – vor dem Tod in den Orden aufgenommen zu werden, war im mittelalterlichen Adel weit verbreitet.
Die Tradition, Laien in die Bruderschaft aufzunehmen, begann bereits Ende des 13. Jahrhunderts zu schwinden, als das Papsttum die Dritten Orden anerkannte, um den evangelischen Eifer der Bußbewegungen in geordnete Bahnen zu lenken. Erst 1453 befasste sich das Generalkapitel der Zisterzienser zum ersten Mal und in positiverer Weise mit dem Status der Laien. Die Äbte räumten ein, dass Laien – selbst wenn sie verheiratet waren und weltliche Kleidung trugen – zum Orden gehörten und als Brüder anzusehen seien, auch wenn sie keine klösterlichen Gelübde ablegten, und zwar im Sinne eines Bruderschaftsbundes. Bereits im 14. Jahrhundert verlor diese Tradition der Aufnahme von Laien – trotz des Fortbestehens der klösterlichen Kultur im Ancien Régime – bis ins 18. Jahrhundert hinein nach und nach an Bedeutung, bevor sie im Strudel der Französischen Revolution endgültig verschwand.
Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts, mit der Wiederbelebung des benediktinischen Lebens angesichts politischer Widrigkeiten, der gesellschaftlichen Ungewissheit einer neuen bürgerlichen und industriellen Welt und der Notwendigkeit, einen neuen Frühling der Kirche heraufzubeschwören, brachten die gläubigen Laien den neuen Wunsch zum Ausdruck, dem Orden des heiligen Benedikt beizutreten. Die Entwicklung der weltlichen Oblation steht nicht in der historischen Kontinuität des halb-religiösen Laien des Mittelalters, sondern ist eine Anpassung an eine neue Situation, die die „Briefe der Zugehörigkeit“ oder „Assoziationsbriefe“ der vorangegangenen Jahrhunderte ablöst. Dennoch schafft die zeitgenössische Oblatioin als Erbin einer historischen Tradition eine bedeutende geistliche und brüderliche Verbindung zur Mönchsgemeinschaft, die sich durch ein „Noviziat“, anschließend eine „Profession“ und eine Charta nach dem Vorbild der monastischen Profess ohne Ablegung von Gelübden ausdrückt.
Der Oblate gehört somit zur Gemeinschaft, ohne in ihr zu sein, und ist mit dem Kloster in einem gegenseitigen Austausch spiritueller Wohltaten verbunden. Teilen Mönche und weltliche Oblaten im aktuellen Kontext einer Berufungskrise und im Lichte der Geschichte nicht einen gemeinschaftlichen Raum, um gemeinsam eine neue Zukunft für das Klosterleben des 21. Jahrhunderts zu gestalten?
Friede
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Benediktinisches Jubiläum 529-2029
Benedikt Nivakoff OSB
Abt von Norcia (Italien)
Friede
Für die meisten von uns ist Krieg ein Thema, von dem wir in den Nachrichten hören oder über das wir in Geschichtsbüchern lesen. Kardinal Pierbattista Pizzaballa, der uns am 11. und 12. Juli anlässlich des Festes des heiligen Benedikt in Norcia besucht hat, lebt seit drei Jahren tagtäglich mit dem Krieg. Der lateinische Patriarch von Jerusalem erlangte weltweite Bekanntheit, nachdem er sich nach den Terroranschlägen vom 7. Oktober in Israel anstelle der als Geiseln genommenen Kinder angeboten hatte. Mit dieser Geste erinnerte er die Welt und die Kirche daran, dass das Rot des Kardinalsgewandes nach wie vor den Willen symbolisiert, sein Blut für Christus zu vergießen.
Der Kardinal, seit vielen Jahren ein Freund unserer Gemeinschaft, kam nach Norcia, um den Internationalen Benediktus-Preis entgegenzunehmen, der in diesem Jahr von der Stadtverwaltung von Norcia ins Leben gerufen wurde und dessen erste Verleihung dem Thema Frieden gewidmet ist. In seiner Ansprache an die Stadt und anschließend an die Gläubigen der Abtei nach der Sonntagsmesse betonte er, dass wahrer Friede und wahre Einheit nur in Christus zu finden sind und dass unsere Bemühungen, wenn ihnen diese Grundlage fehlt, nur wenig Frucht tragen werden. Es war eine Gnade für unsere Gemeinschaft, ihn willkommen zu heißen und seinen Ermutigungen zu lauschen, in unseren verborgenen Kämpfen durchzuhalten, damit wir durch Gebet und Umkehr denen besser dienen können, die im Zentrum der Konflikte dieser Welt leben.
Während seines zweitägigen Aufenthalts in Norcia konnte der Kardinal die zahlreichen Verbesserungen an der Abteikirche, am neuen Oratorium, an der Gästeunterkunft und an der Brauerei „Birra Nursia“ in Augenschein nehmen. Er besuchte auch die provisorischen Räumlichkeiten der Abteischule, in denen seit zwei Jahren etwa zwanzig Schüler unterrichtet werden, und besichtigte die Baustelle der neuen Schule.
Die meisten von uns werden niemals einen Krieg erleben wie den, der derzeit im Heiligen Land tobt, aber fast alle kennen wir eine andere Art von Konflikt: den täglichen Kampf um den inneren Frieden. Auch wenn dies einen wichtigen Teil des Lebens eines Mönchs ausmacht, sind wir alle dazu aufgerufen, unsere Worte abzuwägen, damit sie diejenigen, die uns nahestehen, nicht verletzen. Und wenn wir das ändern wollen, was außerhalb von uns liegt, müssen wir zuerst das ändern, was in uns ist: die ungeordneten Gedanken der Eitelkeit, des Stolzes, des Zorns, des Neides und – vielleicht mehr denn je in unserer Zeit – jene geistige Traurigkeit, die wir Entmutigung nennen.
Der heilige Benedikt betont, dass ein Mönch niemals einen trügerischen Frieden versprechen darf. Um diese Täuschung zu vermeiden, muss er oft Frieden mit seiner Vergangenheit schließen, mit denen, die er geliebt hat, und mit denen, die ihn vielleicht nicht so zu lieben vermochten, wie sie es hätten tun können. Jeder von uns trägt eine Geschichte in sich, und diese Geschichte kann die Suche nach innerem Frieden besonders erschweren. Doch gerade diese Suche reinigt uns: Indem wir unsere Grenzen entdecken, werden wir nachsichtiger und barmherziger gegenüber anderen. Irgendwann verstehen wir, dass die einzige Liebe, auf die wir uns wirklich verlassen können, die Liebe Gottes zu uns ist: eine Liebe, die wir, wenn wir darüber nachdenken, nicht für verdient halten können.
Während der Sommer voranschreitet und die Hitze uns dazu einlädt, ein wenig langsamer zu werden, hoffen wir, dass jeder von Ihnen ebenfalls spüren kann, wonach wir Mönche jeden Tag streben und was in dem einfachen benediktinischen Motto zusammengefasst ist: Pax.

„Musik, die das Herz umpflügt“
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Benediktinisches Jubiläum 529-2029
Claudio Campesato
Weltoblate der Abtei Praglia (Italien)
„Musik, die das Herz umpflügt“
Amalarius von Metz und die „Tränen der Reue“
„Nicht durch viele Worte“[1]
Der heilige Benedikt widmet dem Gebet das 20. Kapitel seiner Regel, das sehr kurz und sehr prägnant ist. Dort heißt es: Wir sollen wissen, dass wir erhört werden „nicht durch viele Worte, sondern durch die Lauterkeit des Herzens und die Tränen der Reue“ – non in multiloquio, sed in puritate cordis et compunctione lacrimarum. Und gleich darauf: Das Gebet soll kurz und rein sein, es sei denn, es verlängert sich durch die Inspiration der göttlichen Gnade. Benedikt greift hier das Evangelium auf: Die Heiden, so sagt Jesus, glauben, durch viele Worte erhört zu werden – in multiloquio suo exaudiantur (Mt 6,7). Im Griechischen wird das Verb βατταλογεῖν verwendet, „plappern“.[1]
Die Regel übernimmt also fast wörtlich die beiden Begriffe aus Matthäus, multiloquium und exaudiri, um deren Logik umzukehren: Erhört zu werden hängt nicht von der Fülle der Worte ab, sondern von der Reinheit des Herzens und von jener Reue, die sich in den Tränen zeigt. Tränen sind daher weder eine Zierde des klösterlichen Gebets noch ein Ergebnis, das es zu erzielen gilt: Sie stehen im Gegensatz zum multiloquium, auf der Seite eines Herzens, das aufgehört hat, sich zu verteidigen. Benedikt fordert nicht, zu weinen; er fordert, durch viele Worte keinen Vorhang vor Dem zu ziehen, der das Herz ansieht.
Das Wort, das die Regel verwendet – compunctio – leitet sich von pungere ab: ein Stich, ein Ansporn. Jean Leclercq beschrieb es als ein Wirken Gottes in uns: Die Liebe zur Welt lullt uns ein, und Gott weckt uns „wie durch einen Donnerschlag“, der die Seele zur Wachsamkeit zurückruft. Gott „sticht“ uns eindringlich, sagt er in Anspielung auf das Lateinische, als wolle er uns durchbohren. Benedikt vertraut dem klösterlichen Leben dieses Gebet des reinen Herzens und der Reue an. Einige Jahrhunderte später wird sich ein Ausleger der Liturgie fragen, auf welche Weise der Gesang selbst das Herz bewegen und öffnen kann.
Ein Wort, getragen vom Gesang
Amalarius, Bischof und Liturgiker im karolingischen Gallien des 8. und 9. Jahrhunderts, verfasste einen umfassenden Kommentar zu den Riten seiner Zeit, den Liber officialis: nicht nur, wie man feiert, sondern auch warum. Zu seinen überraschendsten Seiten gehört jene, die dem Moment in der Messe gewidmet ist, der auf die Lesung des Epistels folgt: dem Graduale- Responsorium. Dies ist die Struktur, die die Tradition als lectio cum cantico bezeichnet: eine Lesung, gefolgt von einem Gesang, der die meditative Rezeption fortsetzt. Eine ähnliche Struktur findet sich im Stundengebet, wo auf die Lesung das ausführliche Responsorium folgt. Dieser Wechsel zwischen Lesung und Gesang zieht sich durch die alten liturgischen Bräuche und ist auch in unseren heutigen Büchern noch präsent.
Das Graduale ist ein besonderer Gesang. Es hat seinen Namen von der Stufe des Ambo – dem gradus –, auf der der Kantor stand; es ist ein melismatischer Gesang, bei dem sich die Silben eines sehr kurzen Textes über lange Vokalisen entfalten, die einer erfahrenen Stimme anvertraut sind. Der wesentliche Teil des Gesangs obliegt dem Kantor oder der Schola; die Gemeinde nimmt ihn zunächst im Zuhören auf. Auf das vom Solisten intonierte und von der Schola wiederholte Responsum folgt der Versus, der allein dem Kantor vorbehalten ist: einer der Höhepunkte der Virtuosität im gregorianischen Repertorium: wenige Worte, langsam von der Melodie getragen, fast Tropfen für Tropfen. Wer schon einmal das Haec dies am Ostersonntag (Ps 117,24) gehört hat, mit seinen dreißig oder mehr Noten, die sich allein über dem Wort exultemus entfalten, weiß, worum es geht: um reines Zuhören.
Der Pflug der Reue
Um diesen Moment zu erklären, greift Amalarius auf das Gleichnis vom pflügenden Knecht (Lk 17,7) zurück und schreibt Worte, die es verdienen, vollständig gehört zu werden (Liber officialis, III, 11): „Er pflügt, der mit dem Pflug der Reue die Herzen spaltet; kein Zweifel, dass durch die Sanftheit der Modulation die Herzen, selbst die fleischlichen, gespalten werden und sich wie eine Furche im Bekenntnis der Stimme und der Tränen öffnen“ – arat qui aratro compunctionis scindit corda; nulli dubium quin per dulcedinem modulationis scindantur corda etiam carnalia, et sese aperiant more sulci in confessione vocis et lacrimarum. Und gleich darauf der Satz, auf dem alles beruht: „Die Musik besitzt eine gewisse natürliche Kraft, die Seele zu bewegen – musica habet quandam naturalem vim ad flectendum animum – wie Boethius in seinem Buch über die Musik schreibt“.
Das Bild des Pflugs muss in seiner ganzen konkreten Kraft aufgenommen werden. Das Wort compunctio, abgeleitet von compungere, erinnert – wie wir gesehen haben – an einen Stich, der eindringt; das Pflugschar verleiht dieser inneren Wunde eine eindrucksvolle Greifbarkeit: Die Erde wird aufgebrochen, um den Samen des soeben gelesenen Wortes aufzunehmen. Und Amalarius betont: Aufgespalten werden die Herzen „etiam carnalia“, ja sogar die fleischlichen – nicht eine entkörperlichte Seele, sondern das Fleisch unserer Menschlichkeit, in dem die Tränen tatsächlich fließen.
Amalarius dehnt das Bild bis auf den Kantor selbst aus: Er ist wie der Pflüger, der mit seiner Stimme seine Ochsen dazu ermutigt, den Pflug fröhlicher zu ziehen. Seine sanfte Stimme führt sein eigenes Herz und das der anderen bis zu den Tränen oder zum Bekenntnis der Sünden – so wie man die Geheimnisse der Erde erschließt. Die Sanftheit ist also kein Vergnügen: Sie ist das Werkzeug der Arbeit.
Amalarius war nicht der Erste, der dieses Phänomen beobachtete. Isidor von Sevilla hatte den Nutzen des gesungenen Psalms durch eine Reihe von Aspekten beschrieben, die bereits ein ganzes Programm darstellen: Er tröstet traurige Herzen, macht die Gemüter empfänglicher, erfreut die Ermüdeten, weckt die Benommenen und lädt die Sünder zu Tränen ein. Und er hatte die Spannung mit bemerkenswerter Offenheit erkannt: Es sind die göttlichen Worte und nicht die Modulation der Stimme, die den Christen bewegen sollten – und doch: „Ich weiß nicht, durch welchen Umstand aus der Modulation des Singenden eine größere Reue des Herzens entsteht“: nescio quo tamen pacto modulatione canentis maior nascitur conpunctio cordis. Viele, fügte er hinzu, die von der Sanftheit des Gesangs bewegt sind, weinen über ihre Verfehlungen. Amalarius versucht, diesen „ich weiß nicht, durch welchen Umstand“ mit Hilfe der musikalischen Gedanken des Boethius zu erhellen, der ihn lehrt, dass die Musik so natürlich mit uns verbunden ist, dass wir nicht ohne sie auskommen könnten, selbst wenn wir es wollten – musicam naturaliter nobis esse coniunctam –, dass sie den Zorn besänftigt und Wunder im Körper und in den Regungen der Seele bewirkt. Was der Gesang in der Liturgie bewirkt, ist also weder Zauberei noch eine Ausnahme: Es ist das Wesen der Musik selbst, das in den Dienst des Wortes gestellt wird.
Die Tragweite dieser Passage wird vor dem Hintergrund, den Irénée Hausherr in seiner klassischen Studie über den Penthos rekonstruiert hat, besonders deutlich: In bestimmten östlichen asketischen Traditionen wurde die Liturgie oft als Hindernis für die Reue empfunden, und die Hymnen mit ihren Melodien als ein Boden, auf dem diese nicht entstehen kann. Amalarius wagt es hingegen anzuerkennen, dass die Musik selbst in der Liturgie zum Instrument werden kann, das die Herzen öffnet.
Tränen sind kein bloßes Gefühl
Was sind diese Tränen also? Amalarius verbindet sie mit dem „Bekenntnis der Stimme und der Tränen“: Die Tränen der Reue und das Bekenntnis der Sünden sind nach wie vor voll und ganz präsent, wie in der gesamten Tradition der Kirchenväter. Doch die Reue erschöpft sich darin nicht. Nicht nur die Tränen der Reue, vielmehr ein Riss im Herzen, der den Menschen wieder fähig macht, zuzuhören. Der Zustand, den der Gesang fördern kann, ist eine Nacktheit des Herzens, eine Entwaffnung, die es wieder für die Stimme Gottes öffnet: Ein gepflügtes Herz ist ein Herz, das dem Wort nicht mehr seine harte Schale entgegenstellt. Cassian bezeugt dies bereits: Manchmal bietet schon ein einziger Psalmvers, während man ihn singt, die Gelegenheit zum feurigen Gebet – der oratio ignita. In vielen mittelalterlichen Kontexten waren Tränen übrigens nicht nur eine private Emotion: Sie konnten zur sichtbaren Sprache einer Bekehrung werden. Die karolingische Liturgie nimmt das Weinen somit als einen Akt des Herzens auf – fast als eine öffentliche Geste. In diesem Sinne ist die Reue nicht das Ziel des Gesangs, sondern die Haltung, die er fördert: Die Furche ist nicht die Ernte – sie ist die Voraussetzung dafür, dass der Same nicht am Wegesrand verloren geht (Lk 8,5).
Und genau hier bietet die Regel die entscheidende Unterscheidung: Benedikt gebietet nicht, zu weinen. Die echte Träne lässt sich nicht erzwingen; wenn sie echt ist, ist sie ein Werk der Gnade, wie jenes Gebet, das sich nur „unter der Inspiration der göttlichen Gnade“ verlängert. Wer sein Gebet an der empfundenen Emotion misst, ist bereits auf einem anderen Weg zur Fülle der Worte zurückgekehrt: zu der des Inneren.
Eine Kraft, die es zu unterscheiden gilt
Gerade weil sie natürlich ist, ist diese Kraft ambivalent, und Amalarius weiß das. Unmittelbar nachdem er Boethius zitiert hat, warnt er: Sie dürfe nicht „die Kraft der christlichen Seele in eine vergängliche Schwäche verwandeln“, eine Gefahr, die „selbst die Heiden vermieden haben“. Und er erinnert an die Empörung der Spartaner über Timotheos von Milet, der die nüchterne, aus der Tradition überlieferte Harmonie in einen als weicher empfundenen Stil abgewandelt hatte: Sie befürchteten, dass diese Weichheit der Erziehung der Jugend schaden könnte. An anderer Stelle macht er sich Worte zu eigen, die unter dem Namen des Cyprian überliefert sind und die er selbst zitiert: Der Versucher „versucht die Ohren durch wohlklingende Musik, um die christliche Kraft beim Hören eines sanfteren Klangs aufzulösen und zu schwächen“ – aures per canora musica tentat, ut in soni dulcioris auditu solvat et molliat christianum vigorem.
Die gleiche Kraft, die pflügt, kann verführen; die gleiche Träne kann zur Nachsicht werden. Deshalb erfordert der liturgische Gesang Unterscheidungsvermögen: Nicht jede Emotion ist Reue, und nicht jede Sanftheit dient dem Wort. Das Kriterium ist im Grunde das des Pflugs: Man beurteilt ihn anhand der Ernte. Wenn der Gesang zum Zuhören, zum Bekenntnis und zum Handeln einlädt, dient er; wenn er die Aufmerksamkeit auf sich selbst lenkt, verführt er.
Die Reue angesichts der Passion
Ein letzter Aspekt, der vielleicht der wichtigste ist. In seinem Buch über das Antiphonar, in dem er die Responsorien der Karwoche beschreibt, stellt Amalarius fest, dass in den von den Meistern der römischen Kirche verfassten Responsorien immer wieder die Reue angesichts des ausgelieferten Christus – compunctio traditionis eius – zum Ausdruck kommt und dass der Schmerz seiner Kreuzigung die Herzen der Gläubigen anspornt – dolor crucifixionis eius stimulat corda fidelium (De ordine antiphonarii, 43). Traditio: der verratene Christus, den Menschen ausgeliefert. Stimulat: Der Ansporn der Reue kehrt ein letztes Mal zurück, doch es ist nicht mehr die Sanftheit einer Melodie, die nun das Herz durchdringt: Es ist der Schmerz des Gekreuzigten. Hier entspringen die Tränen nicht mehr in erster Linie aus unseren eigenen Sünden: Sie entspringen angesichts des ausgelieferten Herrn. Der Gesang der Karwoche stellt das Herz vor den so ausgelieferten Christus, und das Herz wird, wenn es sich nicht dagegen wehrt, davon verwundet.
In den folgenden Jahrhunderten erlebte die Passionsverehrung im Abendland ihre großen Blütezeiten: die Planctus der Jungfrau, das Stabat Mater. Im 9. Jahrhundert ist diese Reue bereits vorhanden, getragen von der Liturgie selbst: die Responsorien, die der Chor Jahr für Jahr in der Nacht singt; und für die des Karsamstags hat Amalarius bereits den Begriff – planctus et fletus, das Klagen und Weinen derer, die diesen ungerechten Tod betrauern.
Keine zusätzlich eingeführte Übung, sondern die übliche Art und Weise, wie die Kirche ihres ausgelieferten Herrn gedenkt. Das ist vielleicht der Höhepunkt dieser kleinen Theologie der Tränen: Die Reue, wenn sie vor dem ausgelieferten Christus entsteht, blickt nicht auf sich selbst, sondern auf Ihn. Und deshalb veraltet sie nicht: Ihr Maß ist nicht das, was ich empfinde, sondern das, was Er erlitten hat.
Deshalb haben diese Tränen nichts von einem um seiner selbst willen gepflegten Schmerz: Die klösterliche Tradition hat sie stets als reinigendes Wasser verstanden. Man vergießt sie nicht, um sich gerührt zu fühlen: Sie reinigen den Blick, verbrennen das Falsche im Herzen und machen es rein. Das ist es, was die Regel in einer einzigen Geste vereint – die Reinheit des Herzens und die Reue der Tränen: Tränen sind nicht das Gegenteil von Reinheit, sie sind der Weg dorthin.
Es gibt eine letzte Umkehrung, und darin liegt das Geheimnis des Bildes. Die Furche öffnet sich nicht, um offen zu bleiben: Sie öffnet sich, um den Samen aufzunehmen, und „der Same ist das Wort Gottes“, semen est verbum Dei (Lk 8,11). So wie sich das Wort dem Spalt der gepflügten Erde hingibt, so gibt sich Christus selbst, der Ausgelieferte, dem Herzen hin, das die Trauer um sein Leiden geöffnet hat. Das Verb, das vom Verrat sprach, ist dasselbe, das von der Hingabe spricht: tradidit semetipsum pro me – er hat mich geliebt und sich für mich hingegeben (Gal 2,20). Die Reue der traditio vollzieht sich so: Der Ausgelieferte ist nicht mehr nur der, um den wir trauern; er ist derjenige, der sich aufnehmen lässt.
Dem Wort keinen Widerstand leisten
Aus all dem ergibt sich eine einzige Anweisung, in der für die Regel typischen Nüchternheit: Die Gemeinschaft singt nicht, um Tränen hervorzurufen; sie singt, indem sie sich darauf einstellt, dem Wort keinen Widerstand zu leisten. Die Andacht ist nicht das musikalische Ergebnis, das der Kantor erzielen muss: Sie ist die Bereitschaft eines Herzens, das, indem es aufhört, sich zu verteidigen, erreicht werden kann. Amalarius erkennt an, dass der Gesang trotz seiner Ambivalenz zu dieser Öffnung beitragen kann – dass die Sanftheit einer Melodie der Pflug sein kann, dessen sich die Gnade bedient.
Das ist im Übrigen das erste Wort der Regel: Höre – obsculta, o fili… und inclina aurem cordis tui, neige das Ohr deines Herzens (Prol. 1). Der gesamte monastische Weg liegt in diesem inneren Ohr, und der Gesang zwischen den Lesungen ist eine seiner geduldigsten Schulen: Jeden Tag, ohne Aufsehen, übt er das Herz darin, sich erreichen zu lassen. Die Träne, wenn sie kommt, ist nur das Zeichen dafür, dass sich das Ohr des Herzens geöffnet hat, dass das Wort keinen Widerstand gefunden hat.
Das ist keine Archäologie: Dieses Repertorium gibt es noch heute, in unseren Chorbüchern, und selbst außerhalb der Liturgie ahnen viele darin – ohne es immer benennen zu können – etwas von dieser stillen Bearbeitung des Herzens. Es erfordert nichts Außergewöhnliches: nur die tägliche Treue im Chor und das Zuhören. Wenn nach der Lesung der Gesang erklingt, darf man nichts suchen und auch die Träne nicht fürchten, die vielleicht kommen wird: Es genügt, den Pflug vorbeiziehen zu lassen.
In puritate cordis et compunctione lacrimarum.
Weiterführende Literatur
Amalaire de Metz, Opera liturgica omnia, éd. J. M. Hanssens (Studi e Testi 138-140), Cité du Vatican 1948-1950, en particulier Liber officialis III, 11 et De ordine antiphonarii 43 ; Boèce, De institutione musica ; J. Cassien, Conférences IX, 26 ; Isidore de Séville, Sententiae (CCSL 111), Turnhout 1998 ; I. Hausherr, Penthos. La doctrine de la componction dans l’Orient chrétien, Rome 1944 ; J. Leclercq, L’amour des lettres et le désir de Dieu, Paris 1957.
Amalar von Metz, Opera liturgica omnia, hg. von J. M. Hanssens (Studi e Testi 138-140), Vatikanstadt 1948-1950, vor allem der Liber officialis III, 11 und De ordine antiphonarii 43 ; Boethius, De institutione musica ; Johannes Cassian, Collationes IX, 26 ; Isidor von Sevilla, Sententiae (CCSL 111), Turnhout 1998 ; I. Hausherr, Penthos. La doctrine de la componction dans l’Orient chrétien, Rome 1944 ; J. Leclercq, L’amour des lettres et le désir de Dieu, Paris 1957.
Zugänge zur Benediktsregel aus der Sicht von Ubuntu
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Reflexion
Josias Morobi
St. Benedict’s, Harkerville (Südafrika)
Anglikanische Benediktiner
Zugänge zur Benediktsregel
aus der Sicht von Ubuntu
Voll und ganz Mensch zu sein, ist ein sozialer Prozess. Er lädt uns dazu ein, in Harmonie miteinander und mit der göttlichen Schöpfung zu leben. Diese Vorstellung steht im Mittelpunkt der Benediktsregel und der afrikanischen Philosophie des „Ubuntu“. Das Gedicht von John Donne „Kein Mensch ist eine Insel“ lehrt uns, dass niemand autark ist; wir sind alle voneinander abhängig, wir sind Teil eines Ganzen. Wie kann mich diese Zugehörigkeit zu einem Ganzen als schwarzer afrikanischer Benediktinermönch beeinflussen? Welche Bedeutung haben Ubuntu und die Benediktsregel für mich, und wie können sie meine ganzheitliche Lebensauffassung bereichern? Um diese Fragen zu beantworten, werde ich die Werte und Prinzipien von Ubuntu mit einigen Grundsätzen aus der Benediktsregel vergleichen. Seit ich diese Regel um das Jahr 2006 herum entdeckt habe, habe ich Ähnlichkeiten mit den Werten von Ubuntu festgestellt, die ich in meiner Jugend gelernt habe. Zu den Werten, die meine Aufmerksamkeit erregt haben und die ich als wesentlich für das Verständnis von Ubuntu und der Benediktsregel erachte, gehören die Vorstellung von den Dienern Gottes, der gemeinschaftliche Charakter des Seins sowie das Leben in Harmonie mit Gott, mit anderen und mit dem Universum. Doch zunächst werde ich diese beiden Quellen kurz beschreiben.
Was sind die Regel Benedikts und Ubuntu?
Die Benediktsregel ist im Wesentlichen ein Leitfaden oder eine Sammlung von Grundsätzen, die um das Jahr 530 vom heiligen Benedikt von Nursia (ca. 480–550 n. Chr.) für Mönche verfasst wurde, die in einer Gemeinschaft unter der Leitung eines Abtes leben. Sie spiegelt Benedikts persönliche Erfahrung als Mönch und geistliches Oberhaupt wider sowie die Art und Weise, wie er sein Bibelstudium in die alten klösterlichen Traditionen integrierte.
Der Name Ubuntu leitet sich vom Präfix Ubu – das den Zustand des Werdens bezeichnet – der nguni-Sprachen (eine Gruppe von Kulturgruppen, darunter Zulu, Xhosa und Swati) sowie vom Wortstamm -ntu ab, der einfach „Mensch“ bedeutet. Somit verweist das Prinzip des Ubuntu auf die Vorstellung eines ganzheitlichen, auf das Werden ausgerichteten Menschen[1]. Ubuntu ist der in Südafrika gebräuchliche Name, doch diese Ideologie trägt in ganz Afrika unterschiedliche Bezeichnungen. In Simbabwe spricht man beispielsweise von Ukama, in Kenia von Ubinadamu und in Lesotho sowie Botswana von Botho. Es sind verschiedene Namen, die jedoch alle das Wesen des Menschen zum Ausdruck bringen.
Die Werte von Ubuntu und des heiligen Benedikt
Ich habe einige Themen herausgearbeitet, die der Philosophie des Ubuntu und bestimmten Aspekten der Benediktsregel gemeinsam sind. Diese Themen drehen sich um den Begriff der Werkzeuge Gottes, den gemeinschaftlichen Charakter des Seins und das Prinzip der Harmonie. Das Thema des „gemeinschaftlichen Charakters des Seins“ umfasst die Werte der Identität und des gegenseitigen Respekts.
Gott und seine Werkzeuge
Das Verständnis von Gott und seinen Werkzeugen (Engeln und Ahnen) ist in der Benediktsregel und im Prinzip des Ubuntu ähnlich. Nach dem Prinzip desUbuntu wirkt Gott mit anderen Vermittlern zusammen, um sein Wirken auf Erden zu offenbaren. In afrikanischen Glaubensvorstellungen gliedert sich die Hierarchie der Wesen in verschiedene Ebenen: Gott (das höchste Wesen), die Ahnen (seine Vermittler), die Menschen und die übrige Schöpfung. Alle diese Ebenen wirken zusammen und bilden so die Ordnung.[2]
Lassen Sie mich eine Verbindung zwischen dem Konzept der „Ahnen als Vermittler Gottes“ und dem Begriff der Engel herstellen. Im Judentum, Christentum und Islam gelten Engel als Boten und wohlwollende geistige Wesen, die danach streben, die Menschen zu führen. Ihre Bedeutung liegt in ihrer Beziehung zu Gott[3]. Ebenso glaubt man in Afrika, dass die Ahnen eine Beziehung zu Gott unterhalten. Es ist zudem anzumerken, dass die Ahnen die Hüter der Moral innerhalb der Gemeinschaft und Vorbilder für gutes Verhalten sind. Während sie die Gemeinschaft segnen und für ihr Wohlergehen sorgen, ahnden sie zugleich Fehlverhalten, indem sie sich aus den Angelegenheiten dieser Gemeinschaft zurückziehen[4].
Auch Benedikt erkennt die Bedeutung der Engel in einer klösterlichen Gemeinschaft an. Er sagt: „Lasst uns also darüber nachdenken, wie wir uns in der Gegenwart Gottes und seiner Engel verhalten sollen“ (RB 19, 6). Er erklärt außerdem: „Da unsere Taten täglich bei Tag und bei Nacht von den uns zugewiesenen Engeln dem Herrn berichtet werden, müssen wir ständig wachsam sein, wie der Prophet im Psalm sagt, damit Gott uns nicht irgendwann einmal als abtrünnig und verdorben ansehen muss“ (Ps 13[14],3; RB 7,28-29). Für mich weist uns die Aussage des heiligen Benedikt den Weg zum Verständnis der Schutzengel. Was verstehen wir darunter? Die Engel treten nicht nur für das Leben der Gläubigen ein, sondern wachen auch über deren Sittlichkeit[5]. In diesem Zusammenhang argumentiert Christine Valters Paintner in ihrem Buch „The Love of Thousands: How Angels, Saints, and Ancestors Walk With Us Toward Holiness“ (2023), dass zu den Aufgaben der Schutzengel unter anderem der Schutz der menschlichen Seele vor inneren und äußeren Unruhen, die Rückführung der vom rechten Weg abgekommenen Seele auf den richtigen Weg sowie die Unterstützung im Gebet und in der Gemeinschaft mit der göttlichen Gegenwart gehören.
Demgegenüber könnte man sagen, dass die benediktinische Vorstellung vom Bewusstsein unseres Verhaltens in Gegenwart der Engel der Art und Weise ähnelt, wie wir uns in Gegenwart unserer Vorfahren verhalten sollten. So wie die Vorfahren als Vorbilder für gutes Verhalten dienen (gemäß dem Prinzip desUbuntu), helfen die Engel der menschlichen Seele, sich neu zu ordnen. Ich glaube, dass die Vorfahren, die Engel und die Heiligen Vermittler zwischen uns und Gott sind und dazu beitragen, die Moral in der Welt zu bewahren.
Der gemeinschaftliche Charakter des Seins
Es gibt einige Gemeinsamkeiten zwischen dem Prinzip des Ubuntu und der Benediktsregel, die den gemeinschaftlichen Charakter des Seins beschreiben. Zu diesen Themen gehören unter anderem Identität, gegenseitiger Respekt und Teilen. In diesem Artikel werde ich mich ausschließlich auf die ersten beiden konzentrieren.
• Identität
In Afrika geht man davon aus, dass ein Mensch nicht in eine bestimmte Familie hineingeboren wird, sondern in die gesamte Gesellschaft. So versteht man sich nach dem Ubuntu nicht isoliert, sondern in Gemeinschaft mit anderen und als Teil des Gemeinschaftslebens[6]. Durch die Zugehörigkeit und die Teilnahme am Gemeinschaftsleben erlangt man Reife. Denn „Sein bedeutet Zugehörigkeit und Teilhabe; es bedeutet, für den anderen geboren zu sein“[7].
Bereits im ersten Kapitel der Regel erkennt Benedikt die Bedeutung der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft an und bejaht sie. Die Worte, die am engsten mit dem Begriff der Identität verbunden sind, finden sich vielleicht in den Versen 3 bis 5 des ersten Kapitels der Regel, wo Benedikt andeutet, dass die Eremiten diejenigen sind, die schon lange in Gemeinschaft leben. „Dank der Hilfe und des Ratschlags vieler“, sagt er, „sind sie nun darauf vorbereitet, gegen den Teufel zu kämpfen. Sie haben ihre Kräfte geschmiedet … inmitten ihrer Brüder, im Hinblick auf den Einzelkampf in der Wüste“ (RB 1,3–5). Wichtige Punkte sind hierbei: (1) die Hilfe und den Rat vieler; (2) ihre Kräfte „schmieden … inmitten ihrer Brüder“. Somit ähnelt die Benediktsregel dem Ubuntu darin, dass beide das falsche Bild vom Selbst in Frage stellen. Beide legen nahe, dass wir nur im Kontakt mit anderen voll und ganz Mensch werden können. Folglich muss ich die Würde meiner Mitmenschen achten, indem ich mich allgemein wohlwollend verhalte und die Liebe zu anderen bewahre.
• Gegenseitiger Respekt
Die Idee von Ubuntu achtet die Rechte und die Würde jedes Einzelnen. Nach dieser afrikanischen Denkweise ist es die Pflicht eines jeden, jedem Mitglied der Gemeinschaft denselben Respekt, dieselbe Würde, denselben Wert und dieselbe Akzeptanz entgegenzubringen. Mensch zu sein bedeutet also, die Menschlichkeit anderer anzuerkennen. Andere herabzuwürdigen und ihnen keinen Respekt entgegenzubringen, bedeutet, sich selbst herabzuwürdigen und sich selbst keinen Respekt entgegenzubringen[8]. Dies bedeutet, dass Menschen aufgrund ihrer Menschlichkeit geschätzt und als gleichwertig angesehen werden müssen. Folglich sollte niemand in seiner Menschlichkeit überlegen oder unterlegen sein, wenn wir nach dem Ubuntu leben[9]. DasUbuntu wendet sich gegen alles, was schädlich ist oder die Menschlichkeit anderer beeinträchtigen, verletzen, bedrohen oder zerstören könnte. Benedikt hat dem gegenseitigen Respekt ein ganzes Kapitel gewidmet. Seiner Ansicht nach ist Respekt ein Segen, den alle gegenüber allen zeigen müssen, und nicht nur gegenüber denen, die Autorität innehaben; „denn wir wissen, dass wir durch diesen Gehorsam Gott näherkommen“ (71,1-2). So rät Benedikt jedem Bruder und jeder Schwester, „tiefen Respekt gegenüber anderen zu zeigen, indem sie die körperlichen oder verhaltensbezogenen Schwächen jedes Einzelnen mit größter Geduld ertragen und sich im gegenseitigen Gehorsam eifrig überbieten“ (RB 72,4-6)[10]. Sowohl Ubuntu als auch die Benediktsregel vertreten somit die Idee, dass gegenseitiger Respekt für das Verständnis unseres Zusammenlebens in dieser Welt unerlässlich ist. Er hat sowohl moralische als auch spirituelle Dimensionen. Wie Jesus in Johannes 13,35 sagt: „Wenn ihr einander liebt, werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“ Ich bin fest davon überzeugt, dass gegenseitiger Respekt es uns ermöglichen wird, eine bessere Welt zu schaffen.
Die Prinzipien der Harmonie
Das letzte Thema, das ich ansprechen möchte, ist das der Harmonie. Unter Harmonie verstehe ich eine harmonische Beziehung zwischen Gott, seiner Schöpfung und der Menschheit. Das bedeutet anzuerkennen, dass wir Menschen mit der göttlichen Schöpfung koexistieren und manchmal von ihr abhängig sind. Der Kern des Lebens auf der Erde, wie wir es kennen, liegt in den Beziehungen zwischen den Lebewesen und ihren Wechselwirkungen mit der natürlichen oder vom Menschen gestalteten Welt. Nach dem Ubuntu sind Lebewesen eng mit der Natur verbunden[11]. Die dem Ubuntu eigene Vorstellung von Harmonie oder Gleichgewicht zeigt sich in unserem Wohlwollen gegenüber anderen Menschen und gegenüber der Umwelt[12]. Voll und ganz Mensch zu sein (oder nach dem Ubuntu zu leben), bedeutet, in Harmonie mit allem zu sein, was existiert.
Pater Anselm Grün betont, dass das benediktinische Verständnis von Beständigkeit eine Möglichkeit ist, den Respekt vor der Natur zu bewahren. „Indem sie an einem Ort bleiben, übernehmen die Mönche die Verantwortung dafür. Sie möchten ihn so bewahren, dass auch künftige Generationen gerne dort leben werden.“ Für Benedikt muss ein Ordensmann oder eine Ordensfrau dem Leben in seiner Gesamtheit dienen: dem Leben in der Natur und dem Leben seiner Mitmenschen. Indem wir den Rhythmus des Lebens achten, leben wir in Fülle. In dieser Hinsicht lässt sich sagen, dass sich Ubuntu von der Benediktsregel unterscheidet, da letztere Beständigkeit als Mittel versteht, um für die Natur zu sorgen und Verantwortung für sie zu übernehmen – was den Eindruck erwecken könnte, dass wir uns nur dann um die Natur kümmern, wenn wir an einem festen Ort bleiben. Ubuntu hingegen vertritt die Auffassung, dass wir in Harmonie mit der Natur leben und im weitesten Sinne von ihr abhängig sind.
Fazit
Dieser Artikel versucht, Gemeinsamkeiten zwischen dem Prinzip des Ubuntu und den Werten aus der Benediktsregel zu beleuchten. Die aus diesen beiden Ideologien abgeleiteten Werte beruhen insbesondere auf der Vorstellung, dass:
– Gott ein höchstes Wesen ist, das sich manchmal der Engel oder der Ahnen bedient, um über die Moral der Gemeinschaft zu wachen.
– wir als Menschen voneinander abhängig und für das Wohlergehen jedes Einzelnen verantwortlich sind: Wir müssen in Harmonie mit der göttlichen Schöpfung leben.
Man kann sich fragen, wie ein westlicher oder asiatischer Mönch auf meine Argumente reagieren würde? Meine Ausführungen wollen jedoch auf keinen Fall ausgrenzen. Ich stützte mich lediglich auf meine persönliche Erfahrung als afrikanischer Benediktiner.
[1] Dazu Nhlanhla Mkhize, Ubuntu and Harmony: An African Approach to Morality and Ethics”, in Persons in Community: African Ethics in the Global Culture, hg von R. Nicolson (Pietermaritzburg: University of KwaZulu-Natal Press, 2008), 35-43.
[2] A.a.O., 36.
[3] Vgl. Linwood Fredericksen, Angel and demon, Britannica, August 1, 2023, https://www.britannica.com/topic/angel-religion
[4] Mkhize, Ubuntu and Harmony, 7.
[5] Fredericksen, Angel and demon, 2023.
[6] Mkhize, Ubuntu and Harmony, 39.
[7] Mkhize, Ubuntu and Harmony, 40.
[8] N. N. Mabovula, The erosion of African communal values: a reappraisal of the African Ubuntu philosophy, African Journals Online, cf. August 2, 2023, https://www.ajol.info/index.php/ijhss/article/view/69506.
[9] Munyaka & Motlhabi, Ubuntu and its socio-moral significance, 66.
[10] Vgl. Fry, The Rule of St. Benedict, 295.
[11] M. F. Murove, “An African Environmental Ethic”, African Ethics: an anthology of comparative and applied ethics, éd. Murove. (Pietermaritzburg: Univ. of KwaZulu-Natal Press, 2009), 315-330.
[12] Mkhize, Ubuntu and Harmony, 40.
Sr. Adelaida Ygrubay OSB
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In memoriam
Rat für Gesundheit und Entwicklung
Philippinen
S.r Adelaida Ygrubay, OSB
2. September 1949 – 22. Februar 2026
Die Associatio Internationalis Monastica (AIM) teilt die Trauer der benediktinischen Missionsschwestern von Tutzing um den Tod einer wahrhaft herausragenden Persönlichkeit des Ordenslebens: Schwester Adelaida Ygrubay, benediktinische Missions-Benediktinerin von Tutzing. Als ehemalige Oberin des Priorats von Manila und engagierte Missionarin war Schwester Adelaida lange Zeit ein geschätztes Mitglied des AIM-Rates.

An diesem Ort[1] sei vor allem an ihr unerschütterliches klösterliches Engagement erinnert, das stets von großer Bescheidenheit und der Bereitschaft zum Dienen geprägt war, sowie an ihre stille Stärke in schwierigen Zeiten und ihr unermüdliches Mitgefühl für diejenigen, die am Rande der Gesellschaft leben. Ihr Leben zeugte von der Überzeugung, dass Heilung eine ganzheitliche Aufgabe ist; gestützt auf einen reichen und vielfältigen Werdegang – als Lehrerin, Seelsorgerin in einer Pfarrei, Stadtmissionarin, ehemalige regionale Koordinatorin der „Rural Missionaries of the Philippines“, Oberin von Gemeinschaften, Schulen und Krankenhäusern, Ausbilderin der Postulantinnen und jungen Professinnen, Dekanin, Vikarin und Priorin – hat sie sich stets als Dienerin und Jüngerin Christi verstanden, die ein offenes Ohr für die Bedürftigsten hatte und sich zutiefst bewusst war, dass es keine Liebe ohne Gerechtigkeit geben kann.

Wir ehren ihr Vermächtnis: das einer prophetischen Stimme, die furchtlos durch die Irrungen und Wirrungen der Politik und der sozialen Herausforderungen navigierte und sich an vorderster Front im Kampf für Wahrheit, Leben und Würde engagierte. Als gebürtige Einwohnerin von Calbayog City (Samar) trug sie während ihres gesamten pastoralen und missionarischen Dienstes die Widerstandskraft ihres Volkes in sich. Als wertvolle Verbündete der religiösen und weltlichen Gemeinschaften auf den Philippinen hat sie in Zeiten großer Not den Ruf nach Freiheit und Integrität in ihrem Dienst hochgehalten. Ihr benediktinischer Geist der Gastfreundschaft beschränkte sich nicht auf die Kirche; er strahlte in den Gesundheitszentren, den ländlichen Missionen und sogar auf die Straßen aus.
Die AIM lädt dazu ein, im Gebet und in Dankbarkeit des Lebens von Schwester Adelaida zu gedenken. Möge ihre Seele in der ewigen Barmherzigkeit des auferstandenen Herrn ruhen, und möge das Licht, das sie in den Herzen von Menschen aus allen Lebensbereichen entzündet hat, weiter leuchten.
[1] Übernommen aus Facebook: Council of Health and Development: https://www.facebook.com/chdph/photos/in-memoriam-sister-adelaida-ygrubay-osb-september-2-1949february-22-2026the-boar/951323764123389/ mit Dank für die Abdruckgenehmigung.
Armand-Jean Le Bouthillier de Rancé
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Zeugen für das Monastische Leben
Richard Purcell OCSO
Abtei Our Lady of Silence (Irland) – Generalat (Rom)
Armand-Jean le Bouthillier de Rancé
1626-1700
Im Jahr 2026 jährt sich zum 400. Mal der Geburtstag von Armand-Jean le Bouthillier de Rancé, dem reformorientierten Abt des Klosters La Trappe in Frankreich im 17. Jahrhundert. Obwohl er weithin als ihr Begründer gilt, begann die „Strenge Observanz“ innerhalb des Zisterzienserordens weder in La Trappe noch mit Rancé; dennoch sollte sich die Trappistenreform als die bedeutendste erweisen, und Rancé als ihr berühmtester Verfechter.

Armand-Jean le Bouthillier de Rancé wurde am 9. Januar 1626 in Paris in eine wohlhabende, einflussreiche Adelsfamilie von Regierungsbeamten geboren. Sein Vater, Denis le Bouthillier, war Staatsrat. Seine Familie unterhielt enge Verbindungen zum französischen Hof und zur Kirche. Kardinal Richelieu war sein Pate, und sein Onkel Victor le Bouthillier wurde später Erzbischof von Tours. Es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass das Leben im Frankreich des 17. Jahrhunderts ganz anders war als heute. Schon von Kindesbeinen an war der junge Armand für eine Laufbahn in der Kirche bestimmt – das Konzept einer Berufung oder die Notwendigkeit einer Berufungsfindung schienen dabei keine Rolle zu spielen! Wie wir sehen werden, lässt sich Rancés 74-jähriges Leben in zwei gleich große Abschnitte unterteilen, deren Mittelpunkt sein Eintritt ins Noviziat des Zisterzienserklosters von Perseigne im Jahr 1663 bildet.
Frühes Leben
Armand-Jean war das sechste von acht Kindern und der zweite Sohn. Sein älterer Bruder Denis erkrankte, als Armand 10 Jahre alt war, und infolgedessen wurden einige der Einkünfte, die Denis zugedacht waren, auf Armand übertragen, darunter auch das Amt des Kommendatarabts[1] von La Trappe, obwohl es noch weitere 20 Jahre dauern sollte, bis er das Kloster überhaupt betrat. Der junge Armand wurde zudem Kommendatarabt zweier weiterer Abteien und Prior zweier Priorate. Im Jahr 1637, nach dem Tod seines Bruders, wurde er Kanoniker der Kathedrale Notre-Dame in Paris. All diese Pfründe verschafften Rancé ein jährliches Einkommen von etwa 15.000 Livres.
Ausbildung und Priesteramt
Rancé besuchte das Collège d’Harcourt in Paris und studierte an der Sorbonne, wo er 1654 mit einem Doktorat in Theologie abschloss. Er war bereits 1651 von seinem Onkel zum Priester geweiht worden, um den allgemeinen kirchlichen Dienst in Frankreich auszuüben. Im folgenden Jahr starb Rancés Vater Denis le Bouthillier und hinterließ dem jungen Priester ein beträchtliches Erbe. Nach Abschluss seines Studiums führte Armand ein sehr komfortables Leben, das zwar einige priesterliche Pflichten umfasste, aber vor allem aus gesellschaftlichen Anlässen und der Jagd bestand – ermöglicht durch seinen beträchtlichen Reichtum. Mehrere Jahre lang pflegte Rancé eine tiefe Freundschaft mit Marie d’Avaugour, der Herzogin von Montbazon, die er schon seit seiner Kindheit kannte, obwohl zwischen ihnen ein Altersunterschied von 15 Jahren bestand. Mit ihr bewegte er sich in den Kreisen der Pariser High Society.
Bekehrung
Der plötzliche Tod der Herzogin von Montbazon im April 1657 markierte einen Wendepunkt im Leben von Armand-Jean le Bouthillier de Rancé und den Beginn seiner Bekehrung. Er war 31 Jahre alt und ein wohlhabender, intelligenter und gut ausgebildeter Priester, doch der unerwartete Verlust seiner Freundin löste eine tiefe Krise in seinem Leben aus. Es scheint, als sei Rancé sich schon seit einigen Jahren der Unvereinbarkeit seiner Lebensweise mit seinen priesterlichen Pflichten bewusst gewesen, doch offenbar nicht in einem Maße, das ihn zu einer Änderung bewogen hätte. Der Tod der Herzogin von Montbazon wurde zum Auslöser. Vielleicht machte er sich Sorgen, dass sie gestorben war, ohne die Chance gehabt zu haben, ihren Lebenswandel zu ändern, und er fürchtete, dass ihm dasselbe widerfahren könnte. Armand zog sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurück, an das er gewöhnt war, legte eine Generalbeichte ab und begann, den heiligen Basilius und die Wüstenväter zu lesen. Außerdem besuchte er jedes der fünf Klöster, deren Kommendatarabt er war, und traf Vorkehrungen, um die Gebäude zu sanieren und die Gemeinschaften zu unterstützen, mit der Absicht, schließlich auf die Einkünfte zu verzichten.
Auch der Tod des Herzogs von Orléans im Jahr 1660, dessen Kaplan Rancé gewesen war, hinterließ einen tiefen Eindruck und bestärkte Armand auf seinem Weg der Bekehrung. Er begann, die Pfründen zu übertragen und seine Ländereien zu verkaufen. Obwohl viele ihn ermutigten, eine feste Aufgabe in einer Diözese zu übernehmen, hatte Rancé nicht das Gefühl, dass dies das war, wonach er suchte. Bis 1662 war La Trappe sein letztes verbliebenes Kloster. Rancé veranlasste umfangreiche Reparaturen an den Gebäuden, verteilte die Gemeinschaft auf andere Klöster und lud Mönche aus dem Kloster der Strengen Observanz in Perseigne ein, die Leitung zu übernehmen. Er selbst lebte im Winter 1662 im Kloster. Diese Monate in La Trappe ermöglichten es ihm, klar zu erkennen, wohin Gott ihn führte.
Einstieg ins Klosterleben
Am 13. Juni 1663 trat Armand-Jean le Bouthillier de Rancé in das Noviziat von Perseigne ein und erhielt die Zisterzienserkutte. Dies war der Abschluss einer sechsjährigen Reise weg von seiner früheren Lebensweise. Er war 37 Jahre alt und sollte die nächsten 37 Jahre als Zisterziensermönch verbringen. Armand empfand das Noviziat in Perseigne nicht als leicht. Das Leben war streng und entbehrungsreich, und zum ersten Mal in seinem Erwachsenenleben war Rancé nicht mehr sein eigener Herr, sondern musste im Gehorsam leben. All dies forderte seinen Tribut, und innerhalb weniger Monate hatte sich sein Gesundheitszustand so sehr verschlechtert, dass er im Oktober für einige Wochen nach La Trappe ging, um sich zu erholen. Trotz dieses Rückschlags kehrte er nach Perseigne zurück, um das Noviziat zu beenden, und legte am 26.
Die Strenge Observanz
Wie wir oben gesehen haben, lud Rancé 1662 Mönche aus einem Kloster der Strengen Observanz ein, das Kloster La Trappe zu beziehen. An dieser Stelle müssen wir 60 Jahre zurückgehen, um die Anfänge der Reform der Strengen Observanz innerhalb des Zisterzienserordens nachzuzeichnen. Das Generalkapitel von 1584 hatte Reformen des zisterziensischen Lebens vorgeschlagen, inspiriert und ermutigt durch Reformbewegungen in anderen Mönchsorden, insbesondere bei den Benediktinern und Prämonstratensern. Weitere Empfehlungen folgten auf den Generalkapiteln von 1601 und 1605. In den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts machte sich Denis Largentier, Abt von Clairvaux, daran, in einigen seiner Tochterklöster Reformen einzuführen. Gleichzeitig führten auch einige andere Äbte ihre Gemeinschaften zu einer strengeren Einhaltung der Regel Benedikts und einer authentischen Nachfolge der ursprünglichen Zisterzienserreform. Es war Denis Largentier, der als Erster den Begriff „Strenge Observanz“ zur Beschreibung der Reformbewegung verwendete.
Die Reform wurde keineswegs von allen akzeptiert. Sie drohte, Spaltungen innerhalb des Ordens und unter den Mitgliedern einzelner Gemeinschaften hervorzurufen, insbesondere in der Frage der lebenslangen Fleischabstinenz. Obwohl Denis Largentier anfangs der Ansicht war, dass die Einheit des Ordens wichtiger sei als die Reform, hatten sich bis 1620 zwei unterschiedliche Gruppen herausgebildet: die „Strenge Observanz“, die die Reformen übernommen hatte, und die „Gemeinsame Observanz“, die dies nicht getan hatte. Trotz verschiedener Bemühungen, die Klöster in Frankreich zu reformieren und neu zu organisieren und dabei die Einheit innerhalb des Ordens zu wahren, blieben die beiden Gruppen bestehen, und die Kluft zwischen ihnen vergrößerte sich in den folgenden 40 Jahren. So sah die Lage im Zisterzienserorden aus, als Rancé 1663 in ihn eintrat.
Abt von La Trappe
Armand-Jean le Bouthillier de Rancé wurde am 13. Juli 1664 in Séez zum Abt von La Trappe geweiht und kehrte am nächsten Tag als erster ordentlicher Abt seit über einem Jahrhundert in sein Kloster zurück. Er war nun 38 Jahre alt und sollte das Amt des Abtes noch weitere 31 Jahre bekleiden. Für Rancé war die Übernahme des Amtes des regulären Abtes von La Trappe der angemessenste Weg, um für seine Sünden während der 25 Jahre, in denen er dort als Kommendatarabt gewirkt hatte, weltliche und geistliche Wiedergutmachung zu leisten. Es ging nicht um Macht oder Ansehen, denn zu jener Zeit war das Amt des Abtes von La Trappe von beidem frei, sondern vielmehr darum, Verantwortung für seine Vergangenheit zu übernehmen und zugleich andere zu Gott zu führen. Obwohl sicherlich beeinflusst von den Umständen seiner eigenen Bekehrung, war der Wunsch, anderen zu dienen, wohl der stärkere Antrieb während seiner langen Amtszeit als Abt.
Die Trappistenreform
Als Armand im Juli 1664 als Abt in La Trappe eintraf, verfügte er über weniger als zwei Jahre direkte Erfahrung im Klosterleben und nur ein Jahr klösterliche Ausbildung; dennoch scheint er bereits eine klare Vorstellung davon gehabt zu haben, wie er die sechzig Jahre zuvor im Orden begonnenen Reformen vorantreiben könnte. Zwei Einflüsse prägten diese Vision maßgeblich: die Wüstenväter, insbesondere der heilige Johannes Klimakos, und das Buch „Du premier esprit de l’Ordre de Cîteaux“ [Über den ursprünglichen Geist des Ordens von Cîteaux] von Julien Paris, Abt von Foucarmont, das er während seiner Zeit als Novize in Perseigne gelesen hatte. Für Rancé konnte eine authentische klösterliche Reform nur durch die Rückkehr zu den Ursprüngen des Klosterlebens und durch die getreue Einhaltung der Regel Benedikts, wie sie in den frühen Jahren von Cîteaux gelebt wurde, erreicht werden.
Innerhalb weniger Wochen nach seiner Ankunft wurde Armand von seiner Arbeit, die Klostergebäude wieder instand zu setzen und seine neue Gemeinschaft in La Trappe aufzubauen, abgezogen und zu einer Versammlung der Oberen der Strengen Observanz in Paris einberufen. Bei dieser Versammlung wurde er dazu bestimmt, gemeinsam mit einem anderen Abt nach Rom zu reisen, um für die Reformbewegung der „Strengen Observanz“ einzutreten, die nach der Wahl von Claude Vaussin zum Abt von Cîteaux und Generalabt des Ordens bedroht war. Die „Strenge Observanz“ strebte die Autonomie als eine eigenständige Gruppe innerhalb des Zisterzienserordens an, mit einem eigenen Generalvikar, Visitatoren und Noviziaten. Rancés Vorstöße in Rom im Namen der „Stricta Observantia“ scheiterten jedoch, und das daraus resultierende Dokument „In suprema“, das 1666 erlassen wurde, kam ihren Forderungen nicht nach. Der Abt von La Trappe kehrte niedergeschlagen in sein Kloster zurück, war jedoch auch davon überzeugt, dass es nicht seine Aufgabe sei, sich weiterhin in die Politik der „Stricta Observantia“ einzumischen, sondern dass er sich vielmehr darauf konzentrieren würde, Reformen einzuführen und diese in seiner eigenen Gemeinschaft zu leben.
Ab etwa 1668 wuchs die Gemeinschaft in La Trappe allmählich an, da neue Kandidaten eintraten und Mönche aus anderen klösterlichen Observanzen wechselten. Während viele anfangs wegen des berühmten Abtes von dem Kloster angezogen wurden, konnte die Mehrheit die Strenge des Regimes nicht akzeptieren, und nur die Entschlossensten schlossen sich der Gemeinschaft tatsächlich an. Für Rancé gab es keinen Kompromiss. Ein getreues Leben nach der Regel Benedikts im Geiste der frühen Zisterzienser bedeutete die Ablehnung aller Erleichterungen und Zugeständnisse, die in den vergangenen Jahrhunderten gewährt worden waren.
Der Abt erarbeitete für seine Gemeinschaft eine Ordensordnung, bekannt als „Regulations“, die zwar 1671 ohne seine Erlaubnis veröffentlicht wurde, aber dazu beitrug, die Gemeinschaft und ihre klösterliche Reform bekannter zu machen. Rancés Vision einer reformierten klösterlichen Lebensweise ging über das hinaus, was bis dahin innerhalb der Strengen Observanz allgemein akzeptiert worden war, und in den Jahren nach 1675 distanzierte er sich und seine Gemeinschaft vom Rest der Bewegung der Strengen Observanz. Sein 1683 erstmals veröffentlichtes Buch „De la sainteté et des devoirs de la vie monastique“ [Über die Heiligkeit und die Pflichten des Klosterlebens] legte die Grundsätze seiner Reform dar und ließ beim Leser keinen Zweifel daran, dass er das Klosterleben, wie es in La Trappe gelebt wurde – mit seiner Betonung auf Klausur, Schweigen, Gebet, Fasten, Enthaltsamkeit, körperliche Arbeit und Entbehrung, allen anderen zeitgenössischen Formen und Ausprägungen des Klosterlebens überlegen ansah.
Kontroverse
Rancés Vision vom Klosterleben und das von ihm in La Trappe eingeführte Regime ernteten gleichermaßen Lob und Kritik und führten dazu, dass er während der letzten zwanzig Jahre seiner Amtszeit als Abt fast ununterbrochen in Kontroversen verwickelt war. Die beiden bedeutendsten Streitpunkte waren die Vorwürfe des Jansenismus und sein vermeintlicher Anti-Intellektualismus. Die strenge Ordnungsregel des Klosters und die Verbindungen des Abtes zu vielen führenden Jansenisten, die Askese als Sühne für die Erbsünde, die Prädestination und den eingeschränkten freien Willen betonten, führten zu der Kritik, Rancé sei selbst ein Jansenist. Die Vorwürfe waren unbegründet, da er tatsächlich mehrere Briefe und Pamphlete verfasst hatte, in denen er die jansenistische Position attackierte, und Rancé erklärte, er habe die päpstliche anti-jansenistische Erklärung vorbehaltlos unterzeichnet.
Die Vorwürfe bezüglich des Anti-Intellektualismus spitzten sich in der berühmten Auseinandersetzung mit dem Benediktinermönch Jean Mabillon zu. Es stimmt zwar, dass Rancés Schwerpunkt auf Gebet, körperlicher Arbeit und Askese lag, doch schloss er das Studium klösterlicher Texte nicht aus, sofern diese das geistliche Leben der Mönche nährten und stärkten. Er vertrat jedoch die Ansicht, dass rein akademische Studien und Geschichtsforschung weltliche Ablenkungen seien, die beim Mönch zu Hochmut führen könnten. Mabillon hingegen argumentierte, dass das Studium eine legitime Form klösterlicher Arbeit sei, die nicht nur Gott Ehre erweise, sondern auch der Kirche diene, indem sie deren Tradition bewahre. Schließlich wurde der Streit beigelegt, als sich die beiden 1698 persönlich trafen und sich darauf einigten, dass ihre gegensätzlichen Ansichten auf unterschiedlichen Traditionen beruhten. Sie brachten jeweils ihren Respekt für die Position des anderen zum Ausdruck und akzeptierten, dass beide im klösterlichen Leben nebeneinander bestehen könnten.
Schriften zur Regel Benedikts
Rancés starke Persönlichkeit und seine Zielstrebigkeit in Bezug auf seine Vision des Klosterlebens führten dazu, dass er als strenger Abt wahrgenommen wurde, und daran ist sicherlich etwas Wahres. Er sah sich in einer väterlichen Verantwortung für seine Gemeinschaft und betrachtete es als seine Pflicht, die Mönche zu Gott zu führen. Sein einziges Anliegen war es, sicherzustellen, dass das Klosterleben in La Trappe ein getreuer Ausdruck der Regel des heiligen Benedikt war. Er bezog sich häufig auf die Regel in seinen Kapitelsreden und Vorträgen vor den Mönchen sowie in seinem Briefwechsel mit Menschen außerhalb des Klosters. Gegen Ende seines Lebens veröffentlichte er zwei Bücher über die Regel[2], und in diesen Reflexionen und Erläuterungen gewinnen wir einen Einblick in seine Persönlichkeit. Es wäre übertrieben zu sagen, dass wir Zärtlichkeit erkennen, doch gibt es zahlreiche Beispiele für Mitgefühl und ein klares Verständnis eines geduldigen Gottes, der stets darauf wartet, dass wir zu ihm zurückkehren.
Tod und Vermächtnis
Armand-Jean le Bouthillier de Rancé starb am 27. Oktober 1700 in La Trappe. Er hatte fünf Jahre zuvor sein Amt als Abt niedergelegt, als er das Gefühl hatte, dass seine angeschlagene Gesundheit ihn daran hinderte, sein Amt weiter auszuüben. Während seiner 31-jährigen Amtszeit als Abt hatte er die Gemeinschaft von La Trappe nach seiner Vision des benediktinischen und zisterziensischen Lebens geprägt. Nicht jeder teilte diese Vision des Klosterlebens, doch in den drei Jahrhunderten nach Rancés Tod überstanden die Strenge Observanz und die Trappistenreform die Herausforderungen der Zeit und wurden 1892 zu einem eigenständigen Orden. Der Beitrag von Dom Armand de Rancé zu diesem Erbe ist unbestreitbar, auch wenn man wohl sagen kann, dass viele innerhalb der OCSO heute ein gespaltenes Verhältnis zu dem berühmtesten Abt von La Trappe haben. Diese Schwierigkeit liegt vielleicht darin, dass der wahre Armand-Jean le Bouthillier de Rancé oft kaum bekannt ist, geschweige denn verstanden wird.
[1] Ein Geistlicher oder Laie, der Anspruch auf einen Teil der Einkünfte des Klosters hatte. In der Regel lebten diese Personen nicht im Kloster und übten weder Autorität über die Gemeinschaft noch ein geistliches Amt aus.
Sant'Anselmo
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Nachrichten
Sant’Anselmo
Auszüge aus Nexus und den Vatican News
Pater Jákó Örs Fehérváry, OSB, hat am 9. September 2025 offiziell sein Amt als Rektor des Athenäums Sant’Anselmo in Rom angetreten, nachdem er vom Großkanzler der Hochschule, Abtprimas Jeremias Schröder OSB, ernannt worden war.
Pater Jákó ist Mönch der Territorialabtei Pannonhalma in Ungarn, einem Zentrum benediktinischer Gelehrsamkeit. Da er fundierte Kompetenzen als Seelsorger und Wissenschaftler vereint, wurde er ausgewählt, um den Dialog zwischen der klösterlichen Tradition und der vom Vatikan angestrebten akademischen Erneuerung zu verkörpern.
Das Führungsteam
Die Ernennung von Pater Jákó ist Teil einer umfassenden Erneuerung der Leitung an Sant’Anselmo für das akademische Jahr:
– Dekan der Theologischen Fakultät: P. Laurentius Eschlböck OSB.
– Präsident des Päpstlichen Instituts für Liturgie (PIL): P. Stefan Geiger OSB.
Die Rolle des Päpstlichen Athenäums Sant’Anselmo (Ateneo)
Die auf dem prestigeträchtigen Aventin-Hügel in Rom gelegene Einrichtung (oft als Anselmianum bezeichnet) nimmt in der Landschaft der katholischen Kirche eine einzigartige Stellung ein:
– Weltweite Spezialgebiete: Es ist die erste Adresse für das Studium der Liturgie, der mittelalterlichen Philosophie, der Sakramententheologie und spezialisierter klösterlicher Studien.
– Internationales Netzwerk: Es bildet zukünftige Professoren, Bischöfe und Liturgieexperten aus, die von Diözesen aus aller Welt entsandt werden.
Pater Jákó Örs Fehérváry[1] verbindet pastorales Engagement mit fundierter liturgischer Fachkompetenz. Er war fünf Jahre lang Rektor des Sapientia-Kollegs in Budapest, sechzehn Jahre lang Seelsorger an der Benediktinerkapelle St. Sabina in Budapest und Oberer des Studienhauses St. Benedikt in Pannonhalma. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte der Buße, das liturgische Leben im frühen Mönchtum sowie Liturgie und Architektur. Als Koordinator leitete er die Renovierung der Kirche der Erzabtei Pannonhalma und die Neugestaltung ihres liturgischen Raums. Pater Jákó spricht fließend Ungarisch, Italienisch und Französisch und verfügt über internationale Lehrerfahrung von Paris bis Cluj-Napoca. Er bringt sowohl akademische Strenge als auch einen Geist des Dialogs in seine neue Aufgabe ein.
Pater Laurentius Eschlböck von der Abtei Schotten in Wien übernimmt die Leitung der Theologischen Fakultät. Seine umfassende Ausbildung umfasst Kirchenrecht, Geschichte und klösterliche Spiritualität. Als Kirchenrechtler von internationalem Rang war er Richter, Dozent, Prior, Pfarrer und Berater auf den höchsten Ebenen der kirchlichen Leitung, darunter auch bei der Kongregation für die Glaubenslehre. Mit Deutsch als Muttersprache und fundierten Kenntnissen in Englisch und Italienisch ist er bestens geeignet, den akademischen Austausch zu fördern und Brücken innerhalb der Theologischen Fakultät zu schlagen.
Am Päpstlichen Institut für Liturgie bringt Pater Stefan Geiger von der Abtei Schäftlarn in Deutschland wissenschaftliche Tiefe und eine globale Perspektive ein. Als außerordentlicher Professor in Sant’Anselmo ist er weithin anerkannt für seine Beiträge zur liturgischen Theologie und Anthropologie, in denen er die tiefen Verbindungen zwischen dem Ritual und dem Menschen erforscht. Seine Lehrtätigkeit und seine Veröffentlichungen erstrecken sich bis nach Löwen und London, während seine Arbeit im Rahmen internationaler Liturgiekongresse sein Talent für grenzüberschreitende Zusammenarbeit unterstreicht. Er spricht fließend Deutsch, Italienisch und Englisch und repräsentiert eine neue Generation von Benediktiner-Liturgikern mit globaler Reichweite.
Gemeinsam verkörpern die Patres Jákó, Laurentius und Stefan die benediktinische Verbindung von klösterlichem Leben, intellektueller Ausbildung und pastoraler Vision. Dieser neue Dienst stärkt Saint- Anselme als Zentrum, an dem sich das Studium der Theologie und der Liturgie mit der Realität der heutigen Kirche auseinandersetzt und Studierende aus allen Kontinenten anzieht.
Der Papst in Sant’Anselmo
Anlässlich des 125. Jahrestags der Weihe der Basilika von Sant’Anselmo am 11. November 2025 legte Papst Leo XIV., der dem Festgottesdienst vorstand, großen Wert darauf, die gesamte Arbeit in Sant’Anselmo zu würdigen.
Er erklärte,[2] dass der Bau der Kirche und des angrenzenden internationalen Kollegs ursprünglich darauf abzielte, „die benediktinische Präsenz in der Kirche und in der Welt durch eine immer größere Einheit innerhalb der Benediktinerkonföderation zu stärken “. Der Benediktinerorden „kann in einer Zeit voller Herausforderungen eine große Hilfe zum Wohl des gesamten Volkes Gottes sein, so wie es der Orden bereits beim Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert war“.
Das Mönchtum war seit seinen Anfängen eine „wegweisende“ Realität, die „mutige Männer und Frauen dazu veranlasste, an den entlegensten und unzugänglichsten Orten Stätten des Gebets, der Arbeit und der Nächstenliebe zu errichten und oft verwüstete Gebiete in fruchtbares und reiches Land zu verwandeln – landwirtschaftlich und wirtschaftlich, vor allem aber in spiritueller Hinsicht“. So entwickelten sich Klöster zunehmend zu Orten des Wachstums, des Friedens, der Gastfreundschaft und der Einheit, selbst in den dunkelsten Zeiten der Geschichte. Auch heute mangele es nicht an Herausforderungen. „Die plötzlichen Veränderungen, deren Zeugen wir sind, fordern uns heraus und stellen uns vor Fragen, die bisher unbekannte Probleme aufwerfen“, erklärte Leo XIV., der die Benediktiner aufruft, darauf zu reagieren, „indem wir Christus in den Mittelpunkt unseres Daseins und unserer Mission stellen, ausgehend von jenem Glaubensakt, der uns in ihm den Erlöser erkennen lässt, und indem wir dies im Gebet, im Studium und im Streben nach einem heiligen Leben verwirklichen“. Auf dem Aventin verwirkliche sich all dies in der Liturgie, in der lectio divina, in der Forschung, in der Seelsorge, unter Mitwirkung von Mönchen oder auch Laien, die aus aller Welt kommen und unterschiedlichster Herkunft und Lebensumstände sind.
Der Papst wünscht sich, dass das Kloster, das Athenäum, das Liturgische Institut und die pastoralen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Basilika immer mehr „in Synergie als eine authentische ‚Schule des Dienstes am Herrn‘“ wachsen, gemäß der Lehre Benedikts. Leo XIV. wünscht sich, dass dieser Komplex „danach strebt, ein schlagendes Herz im großen Leib der benediktinischen Welt zu werden, mit der Kirche im Zentrum“. Er selbst träume davon, dass „der fleißige Bienenstock von Sant’Anselmo“ „der Ort sei, von dem alles ausgeht und wohin alles zurückkehrt, um vor Gott Überprüfung, Bestätigung und Vertiefung zu finden“. Er wünscht sich, dass diese Einrichtung die „prophetische Botschaft“ an die Kirche und die Welt weitergeben möge, „damit wir die wunderbaren Taten dessen verkünden können, der uns aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat“.
[1] NEXUS oct. 2025 - osb.org.
[2] vaticannews.va nov. 2025.
Tausend Jahre Kloster Cesena
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Nachrichten
tausend jahre kloster Cesena
„Tausend Jahre sind vor dir wie eine Wache in der Nacht” (Psalm 89,4)
Gemeinschaft von Cesena
Die Abtei Santa Maria del Monte erhebt sich auf einem der letzten Ausläufer der Apenninen in 150 Metern Höhe oberhalb der Stadt Cesena in der Emilia-Romagna, von der sie nur wenige hundert Meter entfernt liegt. In der Antike und im Mittelalter befand sie sich in einem Waldgebiet, das später nach und nach urbar gemacht wurde und heute stark bebaut ist. Vor der Ansiedlung der Benediktiner, die Historiker üblicherweise auf den Zeitraum zwischen 1001 und 1009 datieren, war der Ort – an dem in der Antike die Verehrung des Jupiter Dolichène belegt ist – bereits seit mindestens einem halben Jahrhundert durch eine Kapelle und ein Grab mit den sterblichen Überresten des Bischofs Mauro geheiligt. Der heilige Petrus Damiani bezeugt in seiner „Vita Mauri“, die dem Bischof von Cesena aus der Mitte des 10. Jahrhunderts gewidmet ist und um 1050 verfasst wurde, die Existenz „eines blühenden Klosters, das zu Ehren der seligen Jungfrau und Mutter Gottes gegründet wurde“.
Das Jahr 1026 markiert die erste bekannte Erwähnung der Abtei und ihres Abtes Pietro, überliefert in der Abschrift aus dem 17. Jahrhundert, die einen Schenkungsvorgang festhält, der vor der Kathedrale von Cesena stattfand. Von Anfang an stand das Kloster unter dem Patronat der Sancta Dei Genitrix semperque Virgo Maria. Im Jahr 1318 wurde die Abteikirche in jeder Hinsicht zu einem Marienheiligtum, als die Statue der Madonna del Monte aus einer Filialkirche dorthin überführt wurde; bis heute wird sie von den Gläubigen weit über die Grenzen der Romagna hinaus in großer Verehrung gehalten. Seit ihren Anfängen ist die Geschichte des Heiligtums somit eng mit der der Benediktinergemeinschaft verbunden. Das beredtste Zeugnis für die jahrhundertelange Verehrung der Madonna del Monte, die unter dem Titel „Assumptio“ verehrt wird, sind etwa 800 Votivtafeln oder Ex-Votos, von denen die ältesten bis ins Ende des 15. Jahrhunderts zurückreichen und die hinsichtlich ihres Alters und ihrer Umfangs eine der bedeutendsten und wertvollsten noch erhaltenen Sammlungen darstellen.
Im Laufe ihrer mehr als tausendjährigen Geschichte erlebte die Abtei Santa Maria del Monte, wie viele andere Klöster auch, Zeiten des Wohlstands und der Pracht, aber auch Zeiten des Niedergangs, wobei sie das Schicksal der Stadt und der Region teilte. Im Jahr 1177 war Kaiser Friedrich Barbarossa zu Gast bei den Mönchen, der dem Kloster zahlreiche Privilegien gewährten; im Jahr 1302 geriet das Kloster in den Mittelpunkt eines Krieges zwischen rivalisierenden Städten (Arezzo, Ravenna und Cervia gegen Cesena) und wurde zu einem Trümmerhaufen; im Jahr 1337 beschädigte ein Erdbeben das Gebäude schwer, und in den folgenden Jahren nahmen die Mönche ein umfangreiches Wiederaufbauprogramm in Angriff; die militärische Besetzung von 1356 hinterließ weitere Spuren an den Gebäuden des Klosters, und die Gemeinschaft musste das Kloster für ein Jahr verlassen. Mit der Festigung der Macht der Malatesta von Rimini gegen Ende des 14. Jahrhunderts erlebte die Abtei eine lange Zeit des Friedens. Die Malatesta gewährten dem Kloster bedeutende Schenkungen und förderten den Beitritt zur Reform von Ludovico Barbo, dem Gründer der Kongregation der heiligen Justina von Padua. In diesen Jahrzehnten wuchs die Gemeinschaft und wurde durch begabte Mönche bereichert. Der Wandel spiegelte sich äußerlich in tiefgreifenden architektonischen Veränderungen wider. Die Kirche wurde mehrfach erweitert, um die Verehrung der Jungfrau Maria zu betonen; die drei Kreuzgänge des Klosters wurden neu gestaltet, ebenso wie das Refektorium und die Einrichtung. Die besten Künstler der Region wurden hinzugezogen, um die malerischen und skulpturalen Verzierungen auszuführen.

Ende des 16. Jahrhunderts erhielt die Abtei ihr monumentales Erscheinungsbild, das in seinen Grundzügen noch heute sichtbar ist. Ein zweites Erdbeben im Jahr 1762 beschädigte das Kloster schwer und führte zu einem Programm von Umbauten und Wiederaufbauten der Basilika (insbesondere der Kuppel) sowie des großen Kreuzgangs. Die Abtei durchlebte zwei besonders dunkle Zeiten: die napoleonische Aufhebung im Jahr 1797 und die Aufhebung durch das Königreich Italien im Jahr 1866 – zwei Phasen, in denen die Gemeinschaft (1797–1819 und 1866– 1888) sowie ihr Grundbesitz und ihr künstlerisches Erbe (Bibliothek und Kunstwerke) zerstreut wurden. Die endgültige Wiederherstellung des Klosterlebens in Cesena erfolgte 1888 mit der Ernennung von Bonifatius Maria Krug (1838-1909) zum Abt des Klosters, dessen Beitrag zum Wiederaufbau der Gemeinschaft von entscheidender Bedeutung war, auch dank der Unterstützung des aus Beuron stammenden Priors Bonifatius M. Wolf. Eine neue schmerzliche Prüfung traf die Abtei im Oktober 1944 durch den Bombenangriff der Alliierten, der schwere Schäden an der Kirche und den Klostergebäuden verursachte, worauf eine weitere Phase des Wiederaufbaus folgte. Das Motto der Klosterbibliothek „Post fata resurgo“ [„Nach dem Tod werde ich auferstehen“] fasst diesen Wechsel von Tod und Leben, der das tausendjährige Bestehen der Abtei geprägt hat, treffend zusammen.
Unter den berühmtesten Persönlichkeiten, deren Schicksal mit dem der Abtei verflochten war, sind unter anderen Barnaba Gregorio Chiaramonti zu nennen, ein Mönch der Abtei, der 1800 zum Papst Pius VII. gewählt wurde und 1814 die Madonna del Monte krönte, sowie der heilige Papst Johannes Paul II., der während seines Pastoralbesuchs in der Romagna im Mai 1986 einige Tage im Kloster verbrachte.
Im Jahr 2012 schlossen sich die Abtei Santa Maria del Monte sowie die anderen Klöster der Kassiner Kongregation der italienischen Provinz der Kongregation von Subiaco an, die seitdem „Kongregation von Subiaco und Montecassino“ heißt. Heute besteht die Gemeinschaft, die 2022 ihre rechtliche Selbstständigkeit wiedererlangt hat, aus etwa zehn Mönchen und bezeugt weiterhin das christliche Leben unter der Führung des Evangeliums gemäß der Regel des heiligen Benedikt. Das gemeinsame liturgische Gebet, die Aufnahme von Pilgern und Gläubigen, insbesondere zur Feier des Sakraments der Versöhnung, die Verwaltung des weitläufigen, monumentalen Gebäudes, die Beherbergung von Gästen sowie der Sitz des italienischen Zentrums für benediktinische Geschichte mit seinen Veröffentlichungen sind einige der wichtigsten Tätigkeitsbereiche der Gemeinschaft.
Am Sonntag, dem 18. Januar 2026, anlässlich des Hochfestes des heiligen Maurus, des zweiten Schutzpatrons der Diözese Cesena-Sarsina, wurde die Eucharistiefeier in der Abteikirche von Abtprimas Jeremias Schröder geleitet, der damit die Feierlichkeiten zum tausendjährigen Bestehen der Abtei eröffnete.
Treffen der Klosteroberen Westafrikas
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Treffen der Klosteroberen Westafrikas
Marie-David Banquet OSB, Friguigabé (Guinea)
Die Tagung der Klosteroberen Westafrikas fand im M ärz in der Abtei Keur Guilaye im Senegal statt. Wir waren gekommen, um die junge, neue Äbtissin dieser Abtei kennenzulernen, die am 28. Februar die Äbtissinnenweihe empfangen hatte.
Alle zwei Jahre trifft sich die westafrikanische Gruppe, um Fortbildungen zu absolvieren, sich über die Gegebenheiten der anderen Gemeinschaften in Westafrika – bis hin nach Kamerun und in den Tschad – zu informieren und über die Ausbildung unserer jungen Mönche und Nonnen nachzudenken.
Seit zwei Jahren haben wir uns dafür entschieden, uns zum Thema Führung und den Risiken des Missbrauchs bei der Ausübung dieses Amtes weiterzubilden.
Es war uns eine große Ehre, Abtprimas Jeremias Schröder zu empfangen, der uns über die Vorbereitungen zum Benediktiner-Jubiläum 2029 informierte und uns einlud, uns aktiv und kreativ daran zu beteiligen. Afrika ist aufgerufen, seine Talente einzusetzen und unsere Ortskirchen dazu einzuladen, das Leben des heiligen Benedikt und sein Charisma zu entdecken.
Wir haben uns sehr gefreut, Abt Bernard Lorent Tayart, den Vorsitzenden der AIM, in unserer Mitte begrüßen zu dürfen, um uns des Wandels bewusst zu werden, der sich langsam auf unseren Kontinenten vollzieht. Die Nord-Süd-Beziehungen neigen dazu, sich umzukehren, was uns dazu auffordert, unsere Vorstellungen zu überdenken und immer autonomer zu werden. Genau in diesem Sinne haben wir über die Ausbildungsstrukturen nachgedacht, nämlich das Studium in Bouaké, die Struktur Sainte- Anne und die Ausbildung der Novizenmeister.
Die finanziellen Probleme bleiben jedoch die größte Sorge der Gemeinschaften, die mit schwierigen und prekären wirtschaftlichen Situationen konfrontiert sind. Derzeit gibt die Zahl der Berufungen in einigen Ländern Anlass zur Hoffnung, doch die Gemeinschaften müssen in erster Linie durch das Gebet unterstützt werden. Dank eures Gebets und eurer Treue halten die Klöster stand. Ihr könnt auf unser Gebet zählen, dies dürfen wir euch zusichern.
Möge das benediktinische Jubiläum uns die Freude der Hoffnung schenken, unseren christlichen Glauben in der Nächstenliebe zu leben!

Bericht zum „Monastic Formators‘ Program“ 2026
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Bericht zum
„Monastic Formators‘ Program“ 2026
Colmán Ó Clabaigh, OSB
Leiter des „Monastic Formators’ Program”
Seit 2002 bietet das Ausbildungsprogramm für klösterliche Ausbilder (Monastic Formators’ Program – MFP) alle zwei Jahre eine zwölfwöchige Intensivausbildung für Mönche, Nonnen und Ordensfrauen an, die der Regel Benedikts folgen. Dieser Kurs, der auf Initiative des Äbtekongresses ins Leben gerufen wurde, zielt speziell darauf ab, derzeitige und zukünftige Novizenmeister sowie Ausbildungsleiter mit den notwendigen Werkzeugen auszustatten, um neue Berufungen zu begleiten. Bis heute haben mehr als 420 Benediktiner- und Zisterziensermönche und -nonnen aus verschiedenen Kongregationen und aus aller Welt daran teilgenommen.
Das diesjährige Programm fand vom 10. März bis zum 1. Juni 2026 im Collegio Sant’Anselmo in Rom und im Kloster San Giuseppe in Assisi statt. Die 18 Teilnehmer (13 Mönche, 5 Nonnen und Schwestern) verteilten sich zu gleichen Teilen auf Benediktiner und Zisterzienser. Ursprünglich waren 21 Plätze vorgesehen, doch Schwierigkeiten bei der Visumbeschaffung und der Krieg im Nahen Osten zwangen drei Bewerber zum Rückzug, und mehrere Teilnehmer trafen aufgrund von Verkehrsbeeinträchtigungen verspätet ein. Die Programmleiter, Schwester Marie Johann Heo (Tutzing) und Bruder Colmán Ó Clabaigh (Glenstal), wurden 2025 ernannt und traten damit die Nachfolge von Abt Javier Aparicio Suárez und Abt Brendan Thomas an.

Programm und Referenten
Das Studienprogramm war in drei verschiedene Schwerpunkte gegliedert:
– Akademisch: Förderung der einer besseren Kenntnis der klösterlichen Tradition, der Regel Benedikts und ihrer Kommentare, des Kirchenrechts und der Ordensgeschichte.
– Pädagogisch: Vermittlung von Anleitungen, wie diese Traditionen den neuen Generationen wirksam weitergegeben werden können.
– Seelsorgerisch: Behandlung von Fragen zur psychologischen und emotionalen Entwicklung, zu einem gesunden Leben im Zölibat, zur Berufungsfindung und zur geistlichen Begleitung.
Traditionell werden die eher akademischen Aspekte des Programms während des zweimonatigen Aufenthalts in Rom behandelt, während die eher seelsorgerischen und psychologischen Aspekte in Assisi vermittelt werden.
Wieder einmal hatten die Teilnehmer das Glück, vom Fachwissen einiger der renommiertesten Experten für das Mönchtum zu profitieren. Pater Brendan Thomas gab einen umfassenden Überblick über die frühchristliche monastische Tradition sowie eine willkommene Einführung in die monastischen Gemeinschaften von Sant’Anselmo und des Aventin. Pater Michael Casey OCSO, seit der Gründung des Kurses eine tragende Säule, bot eine fundierte Einführung in die christlichkontemplative Tradition, während Schwester Carmel Posa die Regel Benedikts und einige herausragender Frauen der monastischen Tradition vorstellte. Bruder Colmán Ó Clabaigh bot eine Einführung in die monastische Geschichte an, die durch mehrere kurze Exkursionen zu römischen Stätten veranschaulicht wurde; während – und das ist eine willkommene Neuerung – Professor Eamonn Conway einige Schlüsselkonzepte der Synodalität und deren Relevanz für die monastische Ausbildung vorstellte.
Die Teilnehmer profitierten zudem vom Fachwissen der in Sant’Anselmo ansässigen Dozenten. Pater David Foster gab eine umfassende Einführung in die Lehre der Kirche für Ausbildungszwecke, während Pater Laurentius Eschlböck die einschlägigen Normen des Kodex des kanonischen Rechts erläuterte. Pater Edmund Power hielt einen spannenden Vortrag über die christliche Ausbildung in den Schriften des heiligen Paulus, und sein Besuch der Basilika St. Paul war einer der Höhepunkte des Programms. Schwester Manuel Scheiba gab zudem einen historischen Überblick über die Kommentare zur Regel Benedikts, während Pater Martin Browne die Bedeutung einer gewissen Vertrautheit mit der Ökumene im Rahmen eines Ausbildungsprogramms hervorhob. In Assisi leitete Pater Yago Abeledo einen sehr geschätzten Workshop, in dem untersucht wurde, wie die dem Gemeinschaftsleben innewohnenden Spannungen und Konflikte nicht immer Hindernisse sind, die es zu beseitigen gilt, sondern vielmehr Wege zu tieferen Beziehungen und größerer spiritueller Reife. Die Ausführungen von Bruder John Mark Falkenhain zur Ausbildung zu einem erfüllten Leben im Zölibat fanden großen Anklang, ebenso wie der Kurs von Pater Luke Dysinger über die benediktinische Tradition als Leitfaden für die menschliche und spirituelle Ausbildung. Pater Columba McCann gab praktische Ratschläge zur Planung eines Studienprogramms im Noviziat, während Pater Cyprian Consiglio seine Erfahrungen im interreligiösen Dialog teilte, untermalt von Reflexionen und musikalischen Kompositionen. Die Großzügigkeit der zahlreichen Referenten und Redner, die nicht nur ihr Fachwissen und ihre Ideen, sondern auch ihre Ressourcen, Vorlesungsskripte und PowerPoint-Präsentationen zur Verfügung stellten, wurde sehr geschätzt. Jeder Teilnehmer kehrte am Ende des Programms mit einer Fülle an Informationen zurück.
Spirituelle Entwicklung
Neben der Feier der eigenen täglichen Liturgie nutzte die Gruppe die Gelegenheit, gemeinsam oder individuell die spirituellen und kulturellen Schätze Roms zu erkunden. Ein besonders prägender Moment war die Feier der Liturgie der Karwoche an verschiedenen Orten in Rom. So feierten sie den Palmsonntag gemeinsam mit Papst Leo XIII. auf dem Petersplatz, schlossen sich am Gründonnerstag der Gemeinschaft von Sant’Anselmo zur Messe vom Abendmahl des Herrn an, begingen den Karfreitag gemeinsam mit der Jesuiten-Gemeinschaft von Caravita und nahmen an der Osternachtfeier gemeinsam mit den Seminaristen des Päpstlichen Irischen Kollegs teil.
Wallfahrten und Exkursionen
Einer der wichtigsten Vorzüge dieses Kurses ist die Möglichkeit, die Kenntnisse über die christliche und klösterliche Tradition zu vertiefen. Der Unterricht im Klassenzimmer wurde durch zahlreiche Exkursionen zu bedeutenden klösterlichen und religiösen Stätten ergänzt. In Rom umfassten diese Exkursionen den Besuch der Katakomben und der großen Basiliken sowie der Vatikanischen Museen.

Außerhalb Roms unternahm die Gruppe Pilgerreisen zu den großen benediktinischen Wallfahrtsorten Norcia, Subiaco und Montecassino, wo von Experten geführte Besichtigungen angeboten wurden und die Freude an der Feier der Eucharistie geteilt wurde. Die Teilnehmer konnten zudem die wunderschöne Zisterzienserabtei Casamari besuchen, wo sie eine hervorragende Führung durch Bruder Riccardo erhielten. Ebenso hatten sie beim Besuch in Camaldoli das Glück, von Pater Cyprian Consiglio begleitet zu werden, der ihnen den Ort und die eremitische Tradition näherbrachte.
Auf dem Weg nach Assisi besuchte die Gruppe die Franziskaner-Wallfahrtsorte Greccio und Fonte Colombo. In Assisi selbst war der Einfluss des heiligen Franziskus und der heiligen Klara spürbar und bot während ihres einmonatigen Aufenthalts einen idealen Rahmen für die Kontemplation. Neben dem Besuch der Basiliken der beiden Heiligen erkundete die Gruppe weitere, weniger bekannte Wallfahrtsorte in der Umgebung, darunter San Damiano, die Carceri, die Portiuncula und San Masseo (heute Kloster von Bose). Es war zudem bewegend, den Aufschwung der Verehrung des heiligen Carlo Acutis zu beobachten, dessen Wallfahrtsort sich direkt neben dem Sitz der MFP im Kloster San Giuseppe befand.
Großzügigkeit und Dankbarkeit
Während des gesamten Aufenthalts wurde die Gruppe mit Großzügigkeit und herzlicher Gastfreundschaft empfangen. Diese Unterstützung zeigte sich in der ständigen Hilfe von Prior Brendan Coffey und der Gemeinschaft von Sant’Anselmo sowie von Mutter Cecilia, den Schwestern und den Mitarbeitern von San Giuseppe. Die Teilnehmer profitierten zudem von zahlreichen brüderlichen Gesprächen mit Abtprimas Jeremias Schröder, Dom Bernardus Peeters, Generalabt der Trappisten, Schwester Lynn McKenzie, Moderatorin der CIB (Communio Internationalis Benedictinarum) und Pater Javier Aparicio Suárez, dem Abtpräses der Kongregation von Sankt Ottilien.
Ohne die großzügige finanzielle Unterstützung der AIM, des Trappistenordens, der Sir-Harold-Hood-Stiftung, der Kongregation von Sankt Ottilien und von „Solidarité Cistercienne“ wäre die Durchführung dieses Kurses nicht möglich gewesen; die Teilnehmer des Klösterlichen Ausbildungsprogramms 2026 sind diese Einrichtungen zutiefst dankbar.
Treffen der Klöster von Madagaskar und des Indischen Ozeans (CMOI)
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Angela Ndriambololonirina OCSO
Priorin von Masina Maria, Ampibanjinana (Madagaskar)
und Vorsitzende von CMOI
CTreffen der Klöster von Madagaskar und des Indischen Ozeans (CMOI)
Generalversammlung vom 15.-21. Mai 2026
Die Konferenz der Klöster von Madagaskar und des Indischen Ozeans (CMOI) hielt vom 15. bis 21. Mai 2026 ihre Generalversammlung in Morondava ab. An diesem Treffen nahmen die Oberen und Vertreter der darin zusammengeschlossenen Klostergemeinschaften teil, um eine Bilanz der Aktivitäten des Dreijahreszeitraums 2023–2026 zu ziehen, einen neuen Vorstand zu wählen und die pastoralen Leitlinien sowie die Projekte der CMOI für die kommenden Jahre festzulegen.
Die Generalversammlung 2026 fand in einer Atmosphäre der Geschwisterlichkeit, der Gemeinschaft und der Entscheidungsfindung statt. Zwei Mitglieder konnten leider nicht an diesem Treffen teilnehmen: Pater Justin, ein Zisterzienser aus Maromby, sowie die Oberin von Majunga, die in ihrer Gemeinschaft verhindert war.
Fortbildung für Cellerare
Entsprechend den Wünschen, die die Mitglieder der CMOI auf der Generalversammlung 2023 geäußert hatten, wurde vom 10. bis 18. Mai 2024 im Klarissenkloster Greccio in Antananarivo eine erste Fortbildung im Bereich Buchhaltung für die Verwalter der Gemeinschaften organisiert. Diese Fortbildung wurde von Madeleine Trillard (FIC Expertise) per Videokonferenz aus Frankreich sowie von Schwester Viviane Tiba vor Ort geleitet. 29 Teilnehmer nahmen daran teil.
Diese Schulung ermöglichte es den Ökonomen, ihre Kompetenzen im Bereich der Buchhaltung und Finanzverwaltung zu vertiefen. Im Anschluss daran betonten alle Teilnehmer, wie wichtig es sei, eine zweite Schulung zu organisieren, um die erworbenen Kenntnisse auszubauen.
Im Anschluss an diese Fortbildung führte Schwester Agnes mehrere Begleitbesuche in verschiedenen Gemeinschaften durch, um auf die spezifischen Bedürfnisse der Ökonominnen einzugehen. Leider erlaubte es ihr Gesundheitszustand nicht, diesen Auftrag in allen Gemeinschaften fortzusetzen. Sie musste zur medizinischen Behandlung nach Frankreich zurückkehren. Wir sprechen ihr unsere tiefe Dankbarkeit für ihr großzügiges Engagement aus und versichern sie unserer Gebete. Aufgrund der sozialen und politischen Lage in Madagaskar wurde die für 2025 geplante zweite Schulung verschoben.

Wahl des neuen Vorstands
Nach der Vorstellung und Genehmigung des Tätigkeitsberichts und des Finanzberichts für den Dreijahreszeitraum 2023–2026 fanden die Wahlen in geheimer Abstimmung statt. Der neue Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:
Vorsitzende: Mutter Angela (Zisterzienserin);
Stellvertretende Vorsitzende: Mutter Félicia (Karmelitin);
Schatzmeisterin: Mutter Francesca (Klarissin);
Sekretärin: Mutter Myriam (Benediktinerin).
Wir danken den Mitgliedern des scheidenden Vorstands herzlich für ihre Bereitschaft, ihr Engagement und ihren Einsatz in den vergangenen drei Jahren. Ebenso sprechen wir dem neuen Vorstand unsere aufrichtigen Glückwünsche aus und wünschen ihm eine fruchtbare Amtszeit im Dienst der Gemeinschaft zwischen den Klostergemeinschaften.
Weiterbildung und brüderliches Leben
Die Generalversammlung wurde durch mehrere Vorträge und Besinnungszeiten bereichert, die die Verantwortlichen der Gemeinschaften in ihrer Mission bestärkten. Pater Jean-Luc, Kapuziner, hielt einen Vortrag über die Ausübung von Autorität im Gemeinschaftsleben und lud jeden dazu ein, diesen Dienst im Geist des Evangeliums zu leben – mit Demut, Zuhören und Unterscheidungsvermögen. Pater Eddilas, Priester der Diözese Morondava, sensibilisierte die Teilnehmer für den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien und sozialen Netzwerken und erinnerte an die menschlichen, spirituellen und ethischen Herausforderungen, die mit diesen neuen Kommunikationsmitteln verbunden sind. Pater Luc-Ange aus Mahitsy, Assistent der CMOI, begleitete die Versammlung die ganze Woche über durch seine brüderliche Anwesenheit und seine täglichen Predigten während der Eucharistiefeiern. Schließlich schloss Pater Judicaël, Karmeliter (OCD), die Begegnung mit einem Vortrag mit dem Titel: „Sich formen lassen, um gut zu unterscheiden“, in dem er jeden dazu einlud, seinen Weg der Bekehrung und der Unterscheidung im Dienst seiner Gemeinschaft zu vertiefen.
Wir sprechen Msgr. Fabien, dem Bischof von Morondava, unseren tiefen Dank für seinen herzlichen, brüderlichen und großzügigen Empfang während unseres gesamten Aufenthalts aus. Seine Anwesenheit unter uns war eine echte Ermutigung und ein Zeugnis der Verbundenheit mit den kontemplativen Gemeinschaften.
Die Besuche des Karmeliterklosters von Morondava, der Straße der Baobabbäume und einer Produktionsstätte für Spirulina-Algen waren ebenfalls schöne Momente der Entdeckung, des Austauschs und der Brüderlichkeit unter den Teilnehmern.
Perspektiven für die Dreijahresperiode 2026–2029
In den kommenden Jahren möchte die CMOI ihr Engagement im Dienst der klösterlichen Gemeinschaften in Madagaskar und im Indischen Ozean fortsetzen. Die folgenden Schwerpunkte wurden festgelegt:
– Organisation einer neuen Fortbildungskurs im Bereich Buchhaltung für die Ökonomen,
– die Fortsetzung der Begleitbesuche in den Gemeinschaften,
– die Einrichtung einer Fortbildung für Ausbilderinnen und Ausbilder zum Thema Ordensleben, Gelübde und Begleitung junger Menschen,
– die Fortsetzung der Generalversammlungen und Treffen der CMOI zur Stärkung der Gemeinschaft zwischen den Klöstern,
– die Förderung der Fortbildung der Verantwortlichen der Gemeinschaften. Im Namen aller Mitgliedsgemeinschaften der CMOI sprechen wir der AIM unseren tiefen Dank für ihre treue Unterstützung und ihr Vertrauen aus. Dank ihrer Begleitung konnten mehrere wichtige Initiativen zum Wohle unserer Gemeinschaften umgesetzt werden.
– die Fortsetzung der Generalversammlungen und Treffen der CMOI zur Stärkung der Gemeinschaft zwischen den Klöstern,
– die Förderung der Fortbildung der Verantwortlichen der Gemeinschaften.
Im Namen aller Mitgliedsgemeinschaften der CMOI sprechen wir der AIM unseren tiefen Dank für ihre treue Unterstützung und ihr Vertrauen aus. Dank ihrer Begleitung konnten mehrere wichtige Initiativen zum Wohle unserer Gemeinschaften umgesetzt werden.
