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- BENET 2026
Rund 160 Pädagoginnen und Pädagogen aus fünf Kontinenten kamen für BENET 2026 in Stift Melk zusammen. Im Mittelpunkt standen monastische Stabilität, Gastfreundschaft und der bleibende Auftrag benediktinischer Schulen in einer sich wandelnden Welt. Fotos mit freundlicher Genehmigung von Carmen Schoebert, Stift Melk und ICBE Stift Melk in Österreich war vom 6. bis 10. Oktober 2026 Gastgeber der zehnten Weltkonferenz benediktinischer Pädagoginnen und Pädagogen. Sie brachte rund 160 monastische und weltliche Teilnehmende aus 25 Ländern aller fünf Kontinente zusammen. Unter der Schirmherrschaft der International Commission on Benedictine Education organisiert, versammelte die Konferenz Vertreterinnen und Vertreter eines internationalen Netzwerks von mehr als 180 Schulen. Abt Ludwig Wenzl OSB und Direktor Johannes Eichhorn begrüßten die Delegierten in der historischen Abtei, wo das monastische Leben auf dem Felsen über der Donau seit 1089 ohne Unterbrechung fortbesteht. Die Tagung stand unter dem Leitwort „Learning to Live! – Stability and Hospitality“, inspiriert sowohl vom Melker Schulmotto Discimus vitam, „Learning for life“, als auch vom Prolog der Regel des heiligen Benedikt: „Seht, wie der Herr in seiner Liebe uns den Weg des Lebens zeigt.“ In den Sitzungen ging es um die Herausforderungen, vor denen heutige Bildungseinrichtungen stehen, darunter rascher gesellschaftlicher Wandel, technologische Fragmentierung und geopolitische Instabilität. In diesem Kontext stellten die Referierenden die monastische Stabilität als einen Anker vor, der Schülerinnen und Schülern ein klares Gefühl von Identität und Zugehörigkeit vermittelt. Das wiederum befähigt Bildungsgemeinschaften, der weiteren Welt eine offene, zuversichtliche Gastfreundschaft entgegenzubringen. Grundsatzreferate gaben der Tagung ihr theologisches und intellektuelles Fundament. Prior Jakob Deibl OSB, Mönch von Melk und assoziierter Professor für Religion und Ästhetik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, sprach zur Versammlung über die kulturellen und theologischen Dimensionen von Bildung. Schwester Manuela Scheiba OSB aus der Abtei Alexanderdorf und Dozentin am Monastic Institute of Sant’Anselmo in Rom, legte Überlegungen zur Exegese und zur heutigen Anwendung der Regel des heiligen Benedikt vor. Praktische Pädagogik und die Realität des Unterrichts standen in zwei eigenen Workshop-Einheiten sowie in einem internationalen Podium von Lehrenden im Vordergrund. Unter der Koordination von Patricia Flynn von Saint Benedict’s Prep in Newark untersuchte das Podium die charakteristischen Kennzeichen benediktinischer Pädagogik in unterschiedlichen nationalen Kontexten und über Generationen hinweg. In den Workshops tauschten die Delegierten bewährte Praxis und curriculare Initiativen aus und gingen der Frage nach, wie die monastische Tradition die heutige Schulkultur und Leitung wirksam prägen kann. Das Horarium der Konferenz blieb eng mit dem Leben von Stift Melk verbunden, dessen Bildungsarbeit bis zu einer 1140 bezeugten Knabenchorschule zurückreicht. Die Delegierten beteten mit der monastischen Gemeinschaft unter den Reliquien des heiligen Koloman in der Stiftskirche und nahmen an Führungen durch den Stiftskomplex teil. Das Programm endete am Samstagabend, dem 10. Oktober, mit einer Abschlussmesse und einem gemeinsamen Abendessen. Die Begegnung markierte einen weiteren Meilenstein für die ICBE, die 2002 von Abtprimas Notker Wolf OSB gegründet wurde, um benediktinische Schulen weltweit zu unterstützen und zu vernetzen. Unter der Leitung des ICBE-Präsidenten Pater Julian Schaumlöffel OSB bekräftigte die Konferenz das gemeinsame Engagement monastischer und weltlicher Verantwortlicher für diese internationale Sendung. P. Julian stellte fest, dass die Begegnung die Pädagoginnen und Pädagogen darauf vorbereitet, erneuert in ihre Gemeinschaften zurückzukehren, gestärkt in ihrer Berufung und besser gerüstet, den Schülerinnen und Schülern nicht nur akademisches Wissen, sondern bleibende Inspiration für das Leben mitzugeben. osb.org https://benedictineeducation.org/
- Sturm in Soke
Am 20. Oktober 2026, im Laufe des Tages, wurden die Schwestern von Soke (Angola) von einem sehr heftigen Sturm heimgesucht, der das Dach ihres Empfangsraums für Gruppen vollständig zerstörte. Das Gebäude umfasst einen Versammlungsraum, der Platz für mehr als 100 Personen bietet, eine Küche, einen Speisesaal und Toiletten. Das gesamte Dach muss daher erneuert werden, ebenso wie der Boden, auf den die Dachmaterialien gefallen sind. Unsere Schwestern in Soke wären Ihnen für jede Hilfe, die Sie ihnen leisten können, sehr dankbar. Sie können Ihre Spende auf das OCSO-Konto der Solidaritätskommission unter dem Verwendungszweck „Für Soke“ überweisen. ocso.org
- Generalkapitel 2027
Das nächste Generalkapitel des Zisterzienserordens findet vom 4. bis 18. Oktober 2027 in Rom statt. Anreise am 4. Oktober, Abreise am 18. Oktober. Für diejenigen, die eine weite Anreise haben, besteht die Möglichkeit, am 2. oder 3. Oktober nach Rom zu kommen. ocist.org
- Highlights der Hoffnung
Die Website zum Jubiläum des benediktinischen Lebens veröffentlicht jeden Monat eine Vorstellung eines Klosters, um zu zeigen, wie das benediktinische Leben in den Gemeinschaften auf der ganzen Welt gelebt wird: jubilee.osb.org/de – Abtei Inkamana Wir begeben uns zur Abtei Inkamana in KwaZulu-Natal, Südafrika. Inkamana wurde 1922 als benediktinische Mission gegründet und hat sich zu einem Kloster- und Bildungszentrum entwickelt, das neben einem Internat auch Werkstätten, Landwirtschaft, Gastgewerbe und Exerzitienangebote betreibt. In einem Land, in dem das Christentum weit verbreitet ist, Katholiken jedoch eine relativ kleine Minderheit darstellen, setzt die Abtei seit mehr als einem Jahrhundert das benediktinische Prinzip von Gebet, Arbeit und Dienst in die Praxis um. Von Pater Francis Kuutondokwa Als die Glocke läutete: Feier zum 1500. Benediktiner-Jubiläum in der Abtei Inkamana Es begann mit dem Läuten einer Glocke. Als wir uns am 11. Juli 2026 vor der Abteikirche versammelten, um das Hochfest unseres Heiligen Vaters Benedikt zu feiern, ertönte plötzlich unsere größte Glocke über dem gesamten Abteigelände. Dreißig Sekunden lang erfüllte ihr tiefer, vertrauter Klang die Luft. Doch bei dieser Gelegenheit schien die Glocke noch etwas mehr sagen zu wollen: Wacht auf! Seid aufmerksam! Etwas Neues beginnt. https://jubilee.osb.org/de/media/highlights-of-hope-inkamana-abbey-south-africa – Shantivanam, südindien Wie sieht das erste Jahr des Jubiläums in einer benediktinischen Gemeinschaft aus, die in einer der religiös vielfältigsten Kulturen der Welt verwurzelt ist? In Indien stellen Christen eine kleine Minderheit dar: Nach den zuletzt veröffentlichten Zahlen der nationalen Volkszählung machen sie 2,3 % der Bevölkerung aus, verglichen mit 79,8 % Hindus und 14,2 % Muslimen. In Tamil Nadu, im Süden des Landes, beträgt der Anteil der Christen etwa 5,9 %. Und genau hier, am Ufer des Flusses Kaveri, etwa 200 km südwestlich von Chennai, liegt Shantivanam (der „Wald des Friedens“), in dem sich der Saccidananda-Ashram befindet, eine camaldulische Benediktinergemeinschaft. https://jubilee.osb.org/de/media/highlights-of-hope-shantivanam-south-india jubilee.osb.org/de
- AIM Bulletin - Heft 131
Heft 131 (2026): Neue Beziehungen zu Laien Zum 1500jährigen Jubiläum des beneditinischen Lebens Wenn Sie das AIM-Bulletin per Post erhalten möchten, kontaktieren Sie uns bitte über das Kontaktformular: https://www.aimintl.org/de/contact VArtikel anzeigen: https://www.aimintl.org/de/communication/report/131 Inhaltsverzeichnis: Editorial Bernard Lorent Tayart OSB Zur AIM Neubeginn bei AIM Charbel Pazat de Lys OSB Zeugnisse • Jenseits von Mauern und Gelübden – eine neue Vision benediktinischen Lebens Teresa Jackson OSB • Beziehungen zwischen Laien und Klostergemeinschaften: die Erfahrung von Koubri Thérèse-Benoit Kaboré OSB • Von der Gastlichkeit zur Freundschaft. Benediktinische Klöster und Laien im Heiligen Land Marie-Madeleine Wagner OSB • Laien und Klöster. Zugänge der Laienkommunität St. Benedikt Adam Simon • Freundschaft zwischen Mönchen und Laien. Die Erfahrung von Manquehue Jonathan Perry • Gemeinsam Gott suchen. Oblaten in Taiwan Theresa Shen • Die Identität der zisterziensischen Laien Vereinigung zisterziensischer Laien Benediktinisches Jubiläum 529–2029 • Beziehungen zwischen Laien und Mönchen im geschichtlichen Überblick Christian Fénelon Mathieu • Friede Benedict Nivakoff OSB • „Musik, die das Herz umpflügt“. Amalarius von Metz und die „Tränen der Reue“ Claudio Campesato Reflexion Zugänge zur Benediktsregel aus der Sicht von Ubuntu Josias Morobi In Memoriam Adelaida Ygrubay OSB (1949–2026) Zeugen für das Monastische Leben Armand-Jean le Bouthillier de Rancé (1626-1700) Richard Purcell OCSO Nachrichten • Sant’Anselmo • 1000 Jahre Kloster Cesena • Treffen der Klosteroberen Westafrikas • Monastic Formators’ Program 2026 • Treffen von CMOI
- Kurs im Juli in Sant’Anselmo
MONASTIC AGGIORNAMENTO 3-23 juli 2027 Kurs in englischer Sprache. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Mönche und Nonnen begrenzt. Kosten: 2.950 Euro https://www.collegiosantanselmo.com/en/curia-of-the-benedictine-order/monastic-aggiornamento/ OBLATE MONASTIC SUMMER STUDIUM Gebet, Studium, Gemeinschaft, Besinnung 4-24 juli 2027 Kurs in englischer Sprache. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt. Kosten: 2.750 euro https://www.collegiosantanselmo.com/en/curia-of-the-benedictine-order/oblate-monastic-summer-studium/ FÜHRUNG UND DIE REGEL DES HEILIGEN BENEDIKT 4-16 juli 2027 Kurs in englischer Sprache. Stipendien und Preisnachlässe sind möglich. https://www.collegiosantanselmo.com/en/curia-of-the-benedictine-order/leadership-and-the-rule-of-saint-benedict/ KURS FÜR NEUE KLOSTEROBER Das Neue und das Alte in den Vordergrund stellen 19-30 juli 2027 Anmeldeschluss: 30. April 2027. Kurs in englischer Sprache. Teilnahmebedingungen: Seit 2024 gewählter Oberer eines Benediktinerpriorats oder einer Benediktinerabtei. Kosten: 2.500 Euro für Unterkunft und offizielle Ausflüge. Kursleiter: Pater Christopher Jamison, OSB Kurskoordinator: Pater Edmund Power, OSB https://www.collegiosantanselmo.com/en/curia-of-the-benedictine-order/new-monastic-superiors-course/ osb.org
- Feierliche Profess in Esmeraldas
Am 17. Oktober 2026 legte Schwester Consuelo de los Ángeles Villarreal Zhunio im Kloster Unserer Lieben Frau von Esmeraldas (Ecuador) ihre feierliche Profess ab. Schwester Consuelo wurde 1973 in Quito (Ecuador) geboren; sie trat 2018 in Esmeraldas ein und legte 2021 ihre zeitliche Profess ab. ocso.org
- Generalversammlung des SOB
Die neue Generalversammlung des Service aux Oblatures Bénédictines en France (Dienst der Benediktiner-Oblaten in Frankreich - SOB) findet vom 16. bis 18. Oktober in der Abtei Saint-Benoît-sur-Loire statt. Die Mitglieder des Rates treffen sich am 14. und 15. Oktober in derselben Abtei zu einer Zeit der Besinnung und Vorbereitung. Dies ist eine Gelegenheit, diese so schönen und beeindruckenden Orte zu genießen. Der Vorsitzende der AIM, Abt Bernard Lorent Tayart, ist zu der Sitzung eingeladen, bei der er die neue Struktur der AIM und deren Arbeit in den Gemeinden vorstellen wird. https://www.le-sob.fr/
- Neuer Prior in Thien Binh
Am 6. Oktober 2026 leitete der Abt und Vorsitzende der Kongregation von Subiaco-Monte Cassino, Pater Ignasi M. Fossas, die Wahl des Konventpriors des Klosters Thien Binh (Vietnam). Pater André Kim wurde zum Prior der Gemeinschaft gewählt; derzeit bekleidet er zudem das Amt des Visitationsabts der vietnamesischen Provinz. https://www.benedettinisublacensicassinesi.org
- Newsletter Ausbildung
OCSO newsletter nr. 40, auf Französisch, Englisch oder Spanisch: https://www.ocso.org/uploads/resources/formation/newsletter/Newsletter-40-FR.pdf https://www.ocso.org/uploads/resources/formation/newsletter/Newsletter-40-EN.pdf https://www.ocso.org/uploads/resources/formation/newsletter/Newsletter-40-ES.pdf Oder: ocso.org
- Gedanken des Abtprimas
10 Oktober 2026 An den Wurzeln Europas: Notizen vom Aventin und dem Rest der Welt In den letzten Monaten habe ich immer wieder darüber nachgedacht, wie wir Benediktiner damit umgehen sollen, dass unser Ordensvater Hauptpatron Europas ist, während unsere Klöster sich heute auf allen Kontinenten befinden und sich jenseits von Europa oft besser entwickeln als hier auf dem Alten Kontinent. Diese Frage hat mich schon als Präses der Missionsbenediktiner beschäftigt, und erst recht jetzt, als Primas unserer ganzen Konföderation. Mitten hinein in dieses Nachdenken platzte nun der Frankreichbesuch von Papst Leo, der am 28. September mit einem europäischen Paukenschlag in Metz endete. Papst Leo sprach hier zunächst einmal über den Frieden: Metz war im Mittelalter eine deutsche Reichsstadt, wurde in der frühen Neuzeit französisch und war von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs noch einmal deutsch, bevor die Stadt wieder ein Teil Frankreichs wurde. Das Leid der Kriege zwischen Frankreich und Deutschland hat sich in diese Stadt und die Region tief eingeschrieben. Der Papst erinnerte auch an das große Friedenswerk nach dem Zweiten Weltkrieg, das schließlich zur Schaffung der Europäischen Union führte. Deren Gründerväter Robert Schuman, Konrad Adenauer und Alcide De Gasperi waren Männer, deren politisches Denken stark von ihrem christlichen Glauben geprägt war. Der Abt von Maria Laach, der in Metz zugegen war, erinnerte uns daran, dass alle drei sein Kloster besucht hatten. Robert Schuman war auch mit Ligugé und En-Calcat verbunden. Papst Leo sprach dann noch einmal ausführlich über die Rolle des Heiligen Benedikt für Europa, und seine Worte verdienen zitiert zu werden: Um diese lange Geschichte zu verstehen, darf jedoch ein weiterer Vater Europas nicht unerwähnt bleiben: der heilige Benedikt, den der heilige Papst Paul VI. 1964 zum Schutzpatron Europas erklärte und als »Boten des Friedens, Baumeister der Einheit, Lehrmeister der Zivilisation« [1] bezeichnete. Die Hilfe für die Armen, die Kranken und die Alten; die Erziehung der Kinder und die Universitäten; die Krankenhäuser und die Medizin; die Architektur und das Ingenieurwesen; die Entwicklung der Wissenschaften; das Recht und die Organisation der Städte und der Staaten selbst: So vieles in Europa wurde vom heiligen Benedikt und seinen Mönchen tiefgreifend beeinflusst! Ohne diese monastische Kultur gäbe es die europäische Zivilisation, wie wir sie kennen, nicht. Hier in Metz herrschte dank des Wirkens unter anderem des heiligen Chrodegang ein benediktinischer Geist der Brüderlichkeit, der Gemeinschaft und des Teilens. Von hier aus verbreitete sich der gregorianische Gesang in den karolingischen Gebieten und brachte Harmonie und Schönheit auf den gesamten Kontinent. Um diese benediktinische Dimension zu veranschaulichen, wurden Benediktineräbte, Äbtissinnen und Priorinnen aus Frankreich, Deutschland und Luxemburg nach Metz eingeladen. Ich selber konnte ebenfalls teilnehmen. Wir verdanken das der Initiative von Kardinal Aveline, dem Erzbischof von Marseille und Vorsitzenden der französischen Bischofskonferenz, der in seiner kurzen Ansprache noch eins draufsetzte und darauf hinwies, dass die frühen Zisterziensermönche bereits ein paneuropäisches Netzwerk geschaffen hatten, dessen Generalkapitel er als einen Vorläufer des Europäischen Parlaments beschrieb. Das waren erhebende Worte, aber für mich waren sie mehr als eine historische Würdigung. Sie halfen mir auch bei der Frage weiter, die mich seit längerem beschäftigt. Wir dürfen mit Dankbarkeit und auch mit einem gewissen Stolz auf eine Ordenstradition zurückblicken, die einen ganzen Kontinent geprägt hat. Gerade diese Tradition hat aber nie an den Grenzen Europas haltgemacht. Letzteres wurde mir im September noch einmal deutlich, als ich die Gemeinschaften von Gihindamuyaga und Sovu in Ruanda und von Ndanda in Tansania besuchen durfte: große Konvente von Mönchen, Nonnen und Schwestern, in denen die europäischen Gründergenerationen inzwischen einheimischen Ordensleuten Platz gemacht haben. Fast alle der von Papst Leo angesprochenen Dimensionen des klösterlichen Dienstes an Kirche und Gesellschaft finden sich in diesen Häusern, von Seelsorge, Schulen und Krankenhäusern über geistliche Vertiefung bis hin zur Ästhetik von Gebäuden und Musik, die in der würdigen Feier der Liturgie ihren Gipfel erreicht. Benedikt gehört zu den Vätern Europas, aber er gehört nicht Europa. Der Hauptpatron Europas ist zugleich der Patriarch einer weltweiten monastischen Bewegung, die heute auf allen Kontinenten lebendig ist und Frucht bringt. Die Besinnung Europas auf seine christlichen und monastischen Wurzeln geht weiter. Ein kleines Zeichen dafür wird am 20. Oktober eine Zeremonie im Europäischen Parlament in Straßburg sein, bei der ein Versammlungssaal dem heiligen Benedikt gewidmet wird. Der Nuntius bei der Europäischen Union und auch ich werden daran teilnehmen. Die Regel Benedikts, entstanden in einer Zeit der gewalttätigen Umbrüche und Veränderungen, ist voller Botschaften für unsere turbulente Zeit. Ich will nur eine nennen: Benedikt beschreibt ein Leben sub regula vel abbate unter Regel und Abt. Die Regel kommt zuerst, und dann erst die personale Autorität des gewählten Leiters. Darin steckt auch eine politische Weisheit: nicht die Macht darf das letzte Wort haben, sondern eine Ordnung, der auch derjenige untersteht, der Autorität ausübt. Autorität steht im Dienst dieser Ordnung – und beide sollen letztlich dazu helfen, dass Menschen in Freiheit ihrem tiefsten Lebensziel entsprechen können. Und das gilt sicher nicht nur für Europa. Dom Jeremias Schröder, OSB, Abtprimas
- Wahlen, Ernennungen und Ereignisse
10 Oktober 2026 Am 28. September sprach Papst Leo XIV. in Metz in Gegenwart zahlreicher Äbte und Oberinnen in Metz über seine Vision von Europa, mit starken Bezügen zum heiligen Benedikt. In dieser Ausgabe von Nexus wird darüber mehr zu finden sein. Am 17. September hat Papst Leo XIV. die Wahl von Dom Antonio Bran Tecun zum neuen Generalabt der Olivetaner Kongregation bestätigt. Die päpstliche Bestätigung ist nötig, weil der Generalabt in Personalunion auch Territorialabt von Monteoliveto ist. Vom 12.-18. September tagte die Synode der Abtpräsides im Priorat Gihindamuyaga (Kongregation von der Verkündigung) in Ruanda. Es gibt hierzu einen eigenen Bericht in dieser Ausgabe von NEXUS. Beim Symposium der Communio Internationalis Benedictinarum in Rom vom 7.-12. September, bei dem rund 100 Benediktinerinnen zusammenkamen, wurden neue Statuten verabschiedet, die zu einer strafferen Organisation der CIB als weiblichen Zweig des Benediktinerordens führen werden. Sr. Lynn McKenzie von Cullman (USA) wurde als Moderatorin wiedergewählt, Äbtissin Franziska Lukas von Dinklage (Deutschland) als Stellvertreterin. Auf dem Generalkapitel der Kongregation von der Verkündigung in Tyniec (Polen) wurde Abtpräses Maksymilian Nawara am 5. September für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Auf der Kuratoriumssitzung von AIM-USA am 30. August 2026 im Mount St. Benedict’s Monastery in Erie, Pennsylvania, trat Sr. Ann Hoffman OSB, die fünfzehn Jahre lang als Direktorin tätig war, in den Ruhestand. Das Kuratorium bestätigte die Ernennung von Sr. Jacqueline Sanchez-Small OSB zur neuen Direktorin.Neuer Präsident des Kuratoriums ist Bischof Elias Lorenzo OSB. Am 28.8. wurde P. Korbinian Birnbacher, emeritierter Erzabt von St. Peter in Salzburg (Österreichische Kongregation) als neuer Cellerar der Benediktinischen Konföderation und von Sant’Anselmo eingesetzt. Anfang des Jahres wurde in Italien die “Benediktinische Stiftung Pax et Sapientia” errichtet, die Aktivitäten von Sant’Anselmo unterstützt. Die Webseite ist nunmehr online: paxetsapientia.org. Am 20. Juli machte Papst Leo XIV. einen Ausflug nach Montecassino und drei Tage später besuchte er, mit kleiner Entourage, auch Subiaco. Nach der früheren Visite in Montserrat war das der dritte Besuch des Papstes in einem Benediktinerkloster innerhalb eines Monats. Alle drei Klöster gehören zur Kongregation von Subiaco-Montecassino. Am 14. Juli hat das Dikasterium für die Ordensleute den bisherigen Päpstlichen Kommissar der Abtei Sao Bento in Sao Paulo (Brasilianische Kongregation), Frei Evaldo Xavier Gomes O.Carm, entpflichtet und P. Luiz Claudio da Silva Correa für 6 Monate zum Prior des Klosters ernannt. Er soll in dieser Zeit die Wahl eines Abtes vorzubereiten. Am 11. Juli wurde Paul Sheller zum neuen Abt von Conception (Schweiz-Amerikanische Kongregation) gewählt. Zu seinen Konventualen zählen der emeritierte Abtprimas Marcel Rooney und der emeritierte Abtprimas Gregory Polan. Am 10. und 11. Juli erhielt Kardinal Pizzaballa, der Lateinische Patriarch von Jerusalem, zwei benediktinische Friedenspreise: den Preis Pacis Nuntius der Abtei Montecassino und den Internationalen Friedenspreis San Benedetto der Gemeinde Norcia. Am 9. Juli wurde P. Theodor Flury von Einsiedeln (Schweizer Kongregation) zum Projektverantwortlichen für die geplante und leider sehr notwendige neue Orgel von Sant’Anselmo ernannt. osb.org












