Benediktinische Neugründung

in Kairo (Ägypten)

 

Im Januar 2018 waren Abt Michael von Münsterschwarzach und Abtpräses Jeremias wieder in Kairo, um den Fortgang der Gründung zu begleiten. Rechtlich besteht das Kloster seit dem 8. Dezember 2017. Am 6. Januar hat der erste ägyptische Benediktiner, Br. Arsanio, seine zeitlichen Gelübde abgelegt. Br. Pio, der sein Noviziat wegen bürokratischer Schwierigkeiten unterbrechen musste, hat es am 20 Januar neu begonnen. Zusammen mit zwei kenianischen Mitbrüdern, Br. Bruno und dem Gründungsoberen P. Maximilian, leben sie in Kairo in einem gemieteten Haus im Stadtteil Moqqatam. Für die Zukunft vielleicht bedeutsamer wird ein Landgrundstück in der Nähe der Stadt Isamiliya, nicht weit vom Suez-Kanal. Dort werden Mangos, Orangen und Oliven angebaut, und neuerdings auch Datteln.

Die koptischen Bischöfe im Land freuen sich über das Kommen der Benediktiner. Einer sagte mit entwaffnender Schlichtheit: „Die Orthodoxen haben drei Klöster in meiner Diözese, und wir Katholiken gar nichts.“ Die Sehnsucht nach geistlichen Orten und nach echtem Gemeinschaftsleben ist groß, und fast ständig sind junge Männer im Haus, die mehr über das Klosterleben erfahren wollen.

Wie benediktinisches Klosterleben in Ägypten und unter der koptisch-katholischen Kirche genau aussehen wird, wurde bei diesem Aufenthalt immer wieder zwischen den beiden deutschen Äbten, den kenianischen Missionsbenediktinern und den jungen koptischen Mönchen intensiv besprochen. Allmählich entsteht eine eigenständige Form benediktinischen Lebens, die auf die Verhältnisse des Landes und der ägyptischen Christen abgestimmt ist. Am 9. März hat der Patriarch mit uns in einer kleinen Feier den offiziellen Beginn des benediktinischen Klosterlebens gefeiert. Damit begann der benediktinische Alltag in Ägypten.