SO FERN UND DOCH SO NAH
Klöster in einer globalen Welt
ALLIANCE INTER MONASTÈRES 1961–2011

ABECCA – EMLA
Benediktinisch-Zisterziensische
Vereinigung der Karibik und der Anden

Patricia Henry OSB

 

Ausdruck der Dankbarkeit von ABECCA gegenüber dem Wirken von AIM

 

1. Die Entwicklung von ABECCA in enger Verbindung mit AIM

Die AIM existierte mindestens schon zwanzig Jahre, als unsere Region 10, die ABECCA („Vereinigung der Benediktiner und Zisterzienser der Karibik und der Anden“), das Licht der Welt erblickte. Die 50 Jahre, auf die die AIM mit ihrer Feier zurückblicken kann, decken sich fast ganz mit denjenigen der Erneuerung des Ordenslebens ganz allgemein und unseres monastischen Lebens im besonderen.

Besonders segensreich war für unsere Regionalvereinigung ABECCA die Möglichkeit, mit unseren zisterziensischen und trappistischen Brüdern und Schwestern, sowie auch mit einer großen Anzahl von Benediktinerklöstern in Austausch treten zu können. Es sah so aus, als könnten die Zisterzienser dank ihrer internen Organisation und Struktur geschlossener als die Benediktiner die Phase der anstehenden Erneuerungen und Entwicklungen durchlaufen. Wegen unserer freieren Struktur und den weniger häufigen Treffen im Benediktinerorden bezog unsere Region, wenn Treffen der EMLA stattfanden, auch Brasilien (die Region 11: CIMBRA) und die Südregion (Region 12: CONO-SUR) mit ein. Wenn ein Abtprimas wichtige Themen zu besprechen hatte, die die benediktinische Familie in Lateinamerika und der Karibik betrafen, konnte er oft unsere Treffen dafür nutzen.

Abtprimas Rembert Weakland ermutigte vor ungefähr 30 Jahren zur Gründung der ABECCA. Die Schwierigkeiten, auf die wir damals stießen und vor denen wir noch jetzt stehen, sind größer als diejenigen der Regionen 11 (Brasilien) und 12 (CONO-SUR). Unsere Region erstreckt sich über Tausende von Kilometern; sie besteht aus Kommunitäten in Nordamerika, Mittelamerika und Südamerika sowie auch auf mehreren Karabikinseln; man spricht darin drei Sprachen: Spanisch, Englisch und Französisch, ohne die vielen Muttersprachen zu nennen.

Aus monastischer Sicht standen wir vor einer weiteren Herausforderung: Wir sollten nämlich fähig sein, nicht nur Männer und Frauen und Zisterzienser und Benediktiner zu umfassen, sondern genauso das, was zweifellos das Schwierigste war: Schwestern und Nonnen. Abtprimas Weakland hatte uns dazu ermutigt, unsere Grenzen zu überschreiten, die man mit „Klassenunterschieden“ vergleichen konnte, und uns als gleichwertige Brüder und Schwestern zusammenzufinden, die das monastische Charisma mit großer Vielfalt verwirklichen.

Abtprimas Viktor Dammertz (1977 bis 1992) sagte uns bei einem seiner Besuche in Lateinamerika, er habe noch nirgendwo Benediktiner derart intensiv nach ihrer Identität suchen sehen wie in Lateinamerika.

In jüngster Zeit ermutigte uns Abtprimas Notker Wolf, das zuweilen schwere kulturelle Gepäck des europäischen monastischen Lebens abzulegen und Ausdrucksformen zu finden, die Lateinamerika und der Karibik entsprächen.

Auf diesem langsamen und zuweilen schmerzlichen Weg waren uns die Unterstützung und Ermutigung durch die AIM eine unschätzbare Hilfe. In den letzten Jahren war uns Dom Paul Stonham als Delegierter der AIM sehr wertvoll, sowohl bei den Regionaltreffen als auch für die einzelnen Klöster. Der Umstand, dass er viele Jahre in Peru gelebt hat, ermöglicht ihm nicht nur eine realistische Einschätzung unserer Situation, sondern erfüllt ihn auch mit einer tiefen Liebe für das monastische Leben in diesem Teil der Welt.

Viele von uns erinnern sich daran, wie die AIM es uns sehr regelmäßig ermöglicht hat, an den Treffen der ABECCA, des EMLA oder der REMILA teilzunehmen. Sie hat unseren armen Kommunitäten finanziell geholfen, nicht nur diese Treffen zu besuchen, sondern sogar zu organisieren. Diese Ereignisse sind für uns wichtig, nicht nur als wunderbare Anlässe, über monastische Themen zu reflektieren, sondern mehr noch, um einander persönlich kennen zu lernen, uns gegenseitig an unserer Geschichte teilhaben zu lassen, mehr Achtung voreinander zu haben und unsere Unterschiede zu verstehen, gemeinsam zu beten und Bande der Freundschaft und Hoffnung zu knüpfen.

 

2. Freundschaft der AIM mit einzelnen Klöstern

Als Ausdruck unseres Dankes anlässlich der Fünfzigjahrfeier der AIM möchten wir hier einige Aussagen aus Kommunitäten der ABECCA über un sere Beziehung zur AIM mitteilen. Wir sagen für eine Vielzahl von Geschenken, die wir im Lauf der Jahre empfangen haben, „DANKE!“.

Viele Kommunitäten äußern ihre Wertschätzung des Bulletins, sowohl was die weiterbildenden Artikel angeht als auch die Chroniken. Die letzten Nummern haben uns sehr geholfen, unseren Horizont und unser Bewusstsein für das ungeheure Ausmaß der benediktinischen Familie zu weiten. Viele schätzen sehr den Wert der erhaltenen Bücherpakete. Eine Kommunität sagte: „Für jeden war etwas drin, vom jüngsten Mitbruder bis zum ältesten. Das hat unsere Bibliotheken bereichert, genau wie das auch die Zeitschriftenabonnements tun, und es bereichert unsere Köpfe und Herzen.“

Wir sagen auch „Danke“ für die „materiellen“ Wohltaten, die die Qualität unseres monastischen Lebens verbessert haben, vom Bau von Klöstern bis zu deren Wiederinstandsetzung, von Einrichtungen zum Reinigen des Trinkwassers bis zur Entwässerung, von Maschinen zum Honigschleudern bis zu Hostienstanzgeräten, von Computern bis zu Orgeln. Die Unterstützung durch die AIM war für uns sehr wichtig! Ihr habt uns sogar geholfen, die Fledermäuse im Speicher loszuwerden!
Dank der AIM hatten wir hervorragende Möglichkeiten zur Grundausbildung und Weiterbildung. Die AIM hat mehrmals Einschreibegebühren bezahlt, Studienaufenthalte außerhalb des Klosters, die Einladung eines auswärtigen Teilnehmers, die Organisation einer Tagung oder die Teilnahme an einem Kurs per Internet.

Unsere Kommunitäten bekunden ihre Dankbarkeit dafür, wie sich die Aufmerksamkeit der AIM in einem Telefonanruf, einem Besuch oder der Veranstaltung von Einkehrtagen äußert. Die ABECCA erstreckt sich über Land und Meer auf eine riesige Region; unsere Klöster sind klein und liegen weit auseinander. Anlässlich einer Klostergründung oder einer Klimakatastrophe war die AIM mit ihrer Fürsorge, Umsicht und raschen Reaktion immer zur Stelle.

Ein Mönch drückte es treffend so aus: „Ich denke, das Sekretariat der AIM war das wirksamste Organ der Benediktinischen Konföderation, um unseren Klöstern dabei zu helfen, ständig und dauerhaft ihre Zusammengehörigkeit zu spüren.“

Die Kommunitäten äußern nicht nur ihre Dankbarkeit, sondern sehen es auch als Segen und Gnade an, dass es die AIM gibt. Wir beglückwünschen euch zu der Organisation und Methode, mit der ihr eure Projekte zu einem guten Ende führt.

Die Gaben, die wir empfangen haben, entsprachen allen Aspekten unseres Lebens: von den elementarsten Bedürfnissen bis zur intellektuellen und monastischen Ausbildung, und nicht zu vergessen unserem Wunsch nach besserer Kommunikation und einem umfassenderen und tieferen Kennenlernen unserer großen monastischen Familie.

Aber wir haben nicht nur empfangen. Unser Verständnis der „Allianz“, die es innerhalb der monastischen Welt gibt, hat stark zugenommen. Wir waren imstande, unser Gebet, unsere Jugend, unsere Sicht des monastischen Lebens und seiner Inkulturation in den amerikanischen Kontinenten einzubringen. Wir sind von tiefer Wertschätzung der fünfzehn Jahrhunderte unserer monastischen Tradition erfüllt, konnten jedoch auch mit unserer besonderen Eigenart dazu beitragen, das monastische Charisma losgelöst von der Last jahrhundertelangen kulturellen Gepäcks zu leben.

Herzliche Glückwünsche also der AIM zu ihrem fünfzigj.hrigen Jubiläum! Wir danken Gott für die empfangenen Gaben und wir bemühen uns darum, „die Gaben, die Er in uns gesetzt hat“, für den Dienst des Volkes Gottes einzusetzen, hier auf den amerikanischen Kontinenten, zu Beginn dieses dritten Jahrtausends, nach dem Beispiel, das uns Scholastika und Benedikt im 6. Jahrhundert in Italien vorgelebt haben.

 

 

Patricia Henry OSB: 1941 geb. in den USA, Klostereintritt in Mexiko. 1992 Mitwirkung an der Klostergründung Pan de Vida in städtischen Armenviertel von Torreón (Mexiko). Priorin der dortigen Gemeinschaft, Mitglied von AIMUSA und zur Zeit Vorsitzende von ABECCA.

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