Geraldo González y Lima OSB
Internationales AIM-Team

Der „Spiegel“ im Licht der Regel
und des Lebens des hl. Benedikt

 

„Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wünscht?“ (RB, Prol. 15)

PGeraldoDas arbeitsheft führt in versuchung, einmal mehr auf diese Frage zu antworten. Es wurde zwar für Gemeinschaften verfasst, damit diese es bei Zusammenkünften durcharbeiten und darüber diskutieren können, z.B. bei Konventtagen oder Exerzitien, aber man kann es durchaus auch als persönliche Lektüre verwenden.

Ganz allgemein ist anzuraten, zunächst einmal die Einführung zu lesen, der „Allgemeine Anmerkungen über die Welt von heute und das zeitgenössische Klosterleben“ vorstellt, damit man das Anliegen des Arbeitsheftes besser verstehen kann.

Am Schluss dieses Einführungsteils und ebenso bei allen folgenden Punkten findet sich jeweils eine Frageliste, die als Anregung dienen soll.

Jedes Thema verlangt eine gewisse Zeit an persönlicher Reflexion, worauf dann eine gemeinschaftliche Diskussion folgen kann, so dass – je nach Größe einer Gemeinschaft – man ungefähr zwei Stunden Zeit für jede Einheit braucht. Für jeden Abschnitt des Arbeitsheftes möchte ich im Folgenden einige Texte aus der Benediktsregel und n dem zweiten Buch der Dialoge Gregors d.Gr. vorschlagen, welche gleichfalls bei der Reflexion behilflich sein können.

Nach solchen gemeinschaftlichen Reflexionen und Diskussionen können wir möglicherweise die Erfahrung des hl. Benedikt teilen, der „aus Wissen unwissend und aus Weisheit ungebildet“ (2. Buch der Dialoge, Prolog) war.

 

Vorschläge

„Allgemeine Anmerkungen über die Welt von heute und das zeitgenössische Klosterleben“

Regel:
– Prolog
– Kapitel 73: Die Regel als Anfang unseres Weges zur vollen Gerechtigkeit.

Dialoge:
– Prologue
– Kapitel 17: Wie der Gottesmann Benedikt die Zerstörung eines seiner eigenen Klöster voraussah.
– Kapitel 35: Wie er die gesamte Welt vor Augen sah und wie er die Seele des Bischofs Germanus von Capua zum Himmel aufsteigen sah.
– Kapitel 36: Wie Benedikt eine Regel für seine Mönche verfasste.
– Kapitel 37: Wie Benedikt seinen Mönchen den Zeitpunkt seines Todes voraussagte.

 

1. Gemeinschaft: „Gemeinschaftsleben aufbauen und in seiner Fülle leben“

Regel:
– Kapitel 1: Über die Arten der Mönche.
– Kapitel 3: Die Einberufung der Brüder zum Rat.
– Kapitel 4: Die Werkzeuge der geistlichen Kunst.
– Kapitel 5: Der Gehorsam.
– Kapitel 6: Die Schweigsamkeit.
– Kapitel 7: Die Demut.
– Kapitel 68: Überforderung durch einen Auftrag.
– Kapitel 69: Eigenmächtige Verteidigung eines Bruders.
– Kapitel 70: Eigenmächtige Bestrafung eines Bruders.
– Kapitel 71: Der gegenseitige Gehorsam.
– Kapitel 72: Der gute Eifer der Mönche.

Dialoge:
– Kapitel 1: Wie Benedikt ein zerbrochenes Sieb wiederherstellte.
– Kapitel 2: Wie er eine große fleischliche Versuchung überwand.
– Kapitel 3: Wie er durch das Kreuzzeichen einen Trinkbecher zum Zerspringen brachte.

 

2. Führung: Aus- und Weiterbildung von Ordensleuten in Leitungspositionen

Regel:
– Kapitel 2: Der Abt.
– Kapitel 21: Die Dekane des Klosters.
– Kapitel 64: Einsetzung und Dienst des Abtes.
– Kapitel 65: Der Prior des Klosters.

Dialoge:
– Kapitel 5: Wie auf das Gebet des Gottesmannes eine Quelle auf einem Berggipfel entsprang.
– Kapitel 9: Wie Benedikt durch sein Gebet einen enormen Stein versetzte.
– Kapitel 22: Wie Benedikt durch eine Erscheinung den Bauplan des Klosters Terracina festlegte.

 

3. Ausbildung: Erstausbildung und Weiterbildung – die Ausbildung der Ausbilder

Regel:
– Kapitel 23: Das Vorgehen bei Verfehlungen.
– Kapitel 24: Die Ausschließung bei leichten Verfehlungen.
– Kapitel 25: Die Ausschließung bei schweren Verfehlungen.
– Kapitel 26: Unerlaubter Umgang mit Ausgeschlossenen.
– Kapitel 27: Die Sorge des Abtes für die Ausgeschlossenen.
– Kapitel 28: Die Unverbesserlichen.
– Kapitel 29: Die Wiederaufnahme von Brüdern.
– Kapitel 30: Die Strafe bei Mangel an Einsicht.

Dialoge:
– Kapitel 20: Wie Benedikt einen Gedanken des Stolzes bei einem der Mönche erkannte.
– Kapitel 25: Wie ein Mönch bei der Flucht aus dem Kloster auf dem Weg einem Drachen begegnete.

 

4. Berufungen: Prüfung und Förderung monastischer Berufungen

Regel:
– Kapitel 58: Die Ordnung bei der Aufnahme von Brüdern.
– Kapitel 59: Die Aufnahme von Kindern.
– Kapitel 60: Die Aufnahme von Priestern.
– Kapitel 61: Die Aufnahme fremder Mönche.

Dialoge:
– Kapitel 6: Wie eine Sichelklinge vom Grunde eines Sees auf den Stiel zurückkehrte.
– Kapitel 7: Wie Maurus über das Wasser schritt.

 

5. Arbeit: An Klosterbedingungen angepasste Arbeit und Entwicklung eines ernsthaften Arbeitsethos

Regel:
– Kapitel 48: Die Ordnung für Handarbeit und Lesung.
– Kapitel 50: Gebetszeiten außerhalb des Klosters.
– Kapitel 57: Mönche als Handwerker.

Dialoge:
– Kapitel 27: Wie Benedikt auf wunderbare Weise zu Geld kam, wodurch er einem Armen helfen konnte.
– Kapitel 28: Wie eine Ölflasche zu Boden fiel und nicht zerbrach.
– Kapitel 29: Wie ein leeres Faß mit Öl gefüllt wurde.

 

6. Finanzielle Stabilität: finanzielle Sicherheit der Gemeinschaft erreichen – von der Abhängigkeit zur finanziellen Selbstständigkeit

Regel:
– Kapitel 31: Der Cellerar des Klosters.
– Kapitel 32: Werkzeug und Gerät des Klosters.
– Kapitel 33: Eigenbesitz des Mönches.
– Kapitel 34: Die Zuteilung des Notwendigen.

Dialoge:
– Kapitel 21: Wie man 200 Scheffel Mehl vor der Zelle des Gottesmannes fand.

 

7. Kloster und Welt – Trennung und Verbindung

Regel:
– Kapitel 53: Die Aufnahme der Gäste.
– Kapitel 56: Der Tisch des Abtes.
– Kapitel 66: Die Pförtner des Klosters.
– Kapitel 67: Brüder auf Reisen.

Dialoge:
– Kapitel 15: Prophezeiungen gegenüber Totila und dem Bischof von Canusium.
– Kapitel 33: Über ein Wunder, das seine Schwester Scholastica bewirkte.